Ausstellung »Frauen im Gespräch« kommt ins Rathaus

Sonja Faulhaber

Frauen im Gespräch: Christina Dresler (von links), Bettina Ruks) und Regina Fleer-Meyer (rechts) präsentieren eine Ausstellung über Frauen, die unterschiedlich sind und die doch vieles verbindet. Eine dieser Frauen ist Gönül Kisir (Zweite von rechts). - © Sonja Faulhaber
Frauen im Gespräch: Christina Dresler (von links), Bettina Ruks) und Regina Fleer-Meyer (rechts) präsentieren eine Ausstellung über Frauen, die unterschiedlich sind und die doch vieles verbindet. Eine dieser Frauen ist Gönül Kisir (Zweite von rechts). (© Sonja Faulhaber)

Steinhagen. Es sind beeindruckende Lebensgeschichten von Frauen, die unterschiedlicher kaum sein können, die die Journalistin Silke Dehnert für die Ausstellung »Frauen im Gespräch« zusammengestellt hat. Bereits 2016 interviewte sie Frauen aus Unna und Umgebung. Immer zwei, die etwas Besonderes verbindet. Sei es der Spaß am Sport, ihre Liebe zum Handwerk oder der gerade begonnene Ruhestand. Gleichzeitig könnten die Frauen kaum unterschiedlicher sein: Alter, Herkunft, Lebensart.

Fotos und kurze, berührende Texte über das Leben der Frauen, die bei den Interviews entstanden sind, wurden in der Ausstellung »Frauen im Gespräch« zusammengefasst. Seit zwei Jahren wandert diese nun durch Nordrhein-Westfalen. Im März macht die Ausstellung auch endlich Halt in Steinhagen. Am Donnerstag, 1. März, um 18 Uhr findet im Foyer des Rathauses die Vernissage statt. Bürgermeister Klaus Besser wird die Gäste kurz begrüßen, bevor die Flüchtlingskoordinatorin Christine Dresler, Regina Fleer-Meyer vom Generationenbüro und die Gleichstellungsbeauftragte Bettina Ruks die Idee hinter der Ausstellung vorstellen. Für den musikalischen Rahmen sorgt Natalie Focht.

Gegengewicht zur Überfremdung

Die Ausstellung »Frauen im Gespräch« porträtiert 26 Frauen und ihren Lebensweg. Für Steinhagen wurde die Ausstellung individuell um vier Personen erweitert. Die Künstlerinnen Sabine Schlüter und Iman Alzeit trafen sich mit Christine Dresler zum Interview. Dabei erzählten die beiden Frauen, was Kunst in ihrem Leben bedeutet und wie sie zur Kunst kamen Beide haben sich das Zeichnen und Malen selbst beigebracht, keine der beiden hat eine Kunstschule besucht. „Ich habe einfach etwas ausprobiert und immer wieder verbessert", sagt Iman, die 1985 in Aleppo geboren wurde und seit 2016 in Steinhagen wohnt. Auch wenn Iman Alzeits Deutsch noch nicht fließend ist, kommen die beiden Frauen schnell ins Gespräch. Am Ende sind die beiden, die sich vorher nie begegnet sind, einig: „Wir müssen einmal zusammen eine Ausstellung machen."

Genau diese Art der Eigendynamik zwischen den porträtierten Frauen ist es, die die Ausstellung zu etwas Besonderem macht. Lebhafte Gespräche, wie jene zwischen den beiden Künstlerinnen, entstanden auch bei den meisten anderen Interviews. Ob es die Fluchterfahrungen sind, die die 85-jährige Dorothea Schwark aus Polen mit der 31-jährigen Roaa Albeno aus dem Irak verbindet, oder der starke Glaube, der die Rabbinerin Natalia Verzhbovska mit der evangelischen Pfarrerin Barbara Dietrich verbindet – jede einzelne Geschichte ist ein Zeugnis davon, wie ähnlich sich Menschen sind, auch wenn sie unterschiedliche Lebensgeschichten haben. „Die Ausstellung möchte ein Gegengewicht setzen zu der nach wie vor hochaktuellen, aber oft unsachlichen Debatte um Überfremdung gepaart mit Angst schürenden und verunsichernden Beiträgen", betonen die drei Frauen, die die Ausstellung nach Steinhagen geholt haben. Dass sich neben Sabine Schlüter und Iman Alzeit auch noch Ingrid Tesche und Gönül Kisir bereit erklärt haben, an einem Vorabinterview und einer Ausstellung der Ergebnisse teilzunehmen, freut die drei sehr. Dadurch werde ein lokaler Bezug der Ausstellung verstärkt. Die Ausstellung ist vom 1. bis 31. März im Foyer des Rathauses jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 12.30 und 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 8 bis 12.30 Uhr zu sehen.

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha