Schloß Holte will Spedition Wahl & Co. den Weg bereiten

Kreuzkrug: Bevor der Sennestädter Logistiker nach Schloß Holte-Stukenbrock ziehen kann, muss die Bezirksregierung den Regionalplan ändern. Laut Stadtverwaltung ist die Regierung dazu entschlossen. Schloß Holte-Stukenbrock hätte dann ein weiteres Gewerbegebiet

Sigurd Gringel,Sabine Kubendorff

Der Fahrzeug der Spedition Wahl & Co. - © Frank Jasper
Der Fahrzeug der Spedition Wahl & Co. (© Frank Jasper)

Schloß Holte-Stukenbrock. Ursprünglich wollte sich die Spedition Wahl & Co. in Steinhagen an der Liebigstraße ansiedeln. Auf einer ähnlich großen Fläche wie jetzt in Schloß Holte, direkt an der Autobahn schienen die Voraussetzungen perfekt. Doch die rot-grüne Mehrheit im Rat lehnte dies 2016 ab. Auch ein daraufhin initiierter Bürgerentscheid entschied gegen die Ansiedlung. Nun scheint Wahl & Co. in Schloß-Holte eine passende Alternative gefunden zu haben.

Die Chancen auf ein Gewerbegebiet am Kreuzkrug stehen laut der dortigen Stadtverwaltung gut. Stadtentwickler Werner Thorwesten rechnet damit, dass die Bezirksregierung dem Wunsch des Spediteurs nachkommt, und die Ansiedlung durch eine Änderung des Regionalplans ermöglichen wird. Thorwesten: „Sie ist entschlossen, ihn zu ändern." Die Stadtverwaltung befürwortet das Vorhaben ebenfalls. Darüber wird die Politik im Ausschuss für Stadtentwicklung am Dienstag, 20. Februar, ab 18 Uhr sprechen.

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CDU-Fraktionssprecher Jürgen Gärtner hatte bereits in seiner Haushaltsrede vor einer Woche betont, seine Fraktion werde das Gewerbegebiet am Kreuzkrug nicht aus den Augen verlieren.

Gewerbesteuerplus in Millionenhöhe

„Die Signale stehen klar auf Umsetzung." Dass kann den Grünen nur recht sein, wenn auch mit Bauchschmerzen, wie Fraktionssprecher Bruno Reinke in seiner Haushaltsrede betonte. Die Grünen geben nämlich dem Kreuzkrug klar den Vorzug vor dem Gewerbepark Senne – aber bitte ohne Ansiedlung eines Logistikers. Doch genau so kann es jetzt kommen.

Der Sennestädter Spediteur sucht seit mehr als zwei Jahren einen neuen Standort, um wachsen zu können. Wie berichtet, wollte sich die Spedition in Steinhagen ansiedeln. Die dortige Politik und die Bürger haben sich dagegen gewehrt. So kam Schloß Holte-Stukenbrock in die nähere Auswahl. Den Standort Stukenbrock-Senne fand die Geschäftsführung allerdings nicht optimal, sie beantragte deshalb im März 2017 bei der Bezirksregierung eine Ansiedlung am Kreuzkrug.

Wie die Stadt jetzt mitteilt, seien die Grundstücksverhandlungen fortgeschritten, und es habe viele Gespräche mit dem Spediteur, der Stadtverwaltung und der Bezirksregierung gegeben. Thorwesten: „Es wird konkreter." Das Unternehmen stellt eine Mitarbeiteranzahl von 500 bis 600 in Aussicht, sobald der Stadtort komplett ausgebaut ist. Die Stadt hofft auf ein Gewerbesteuerplus in Millionenhöhe.

Zudem soll Wahl & Co ein prominentes Zugpferd für die Ansiedlung weiterer Betriebe sein. Über diese Option will die Politik am Dienstag ebenfalls diskutieren. Das geplante Grundstück ist der Keil zwischen Oerlinghauser Straße, Bielefelder Straße und Autobahn. Die Stadt würde von der Bielefelder Straße ausgehend eine 150 Meter lange Erschließungsstraße anlegen, etwa auf halber Strecke zwischen Schlieffenhof und Kreuzkrug. Auf der Bielefelder Straße würde es an der Einfahrt eine Ampel und Abbiegespuren geben. um das höhere Verkehrsaufkommen zu regeln.

Das Unternehmen prognostiziert täglich mehr als 400 Lkw und mehr als 500 Pkw, die Kosten für die Erschließung würde die die Spedition übernehmen. Südlich des geplanten Standortes sollen weitere Gewerbe- und Industrieflächen ausgewiesen werden. Die Erschließungsstraße könne dann leicht verlängert werden.

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