Amshausens letzter Bürgermeister ist tot

Nachruf: Unerwartet starb Heinz Sickmann am Donnerstag im Alter von 94 Jahren. Steinhagen hat dem Mann, der die selbstständige Gemeinde Amshausen in den 70er-Jahren in die Gebietsreform führte, viel zu verdanken

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Setzte sich für seine Gemeinde ein: Heinz Sickmann, ehemaliger Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Amshausen, verstarb gestern. - © Foto: Juergen Wohlgemut
Setzte sich für seine Gemeinde ein: Heinz Sickmann, ehemaliger Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Amshausen, verstarb gestern. (© Foto: Juergen Wohlgemut)

Steinhagen . Amshausen hat einen seiner engagiertesten Bürger verloren: Heinz Sickmann ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Nicht zuletzt, weil er der letzte Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Amshausen war, wird Sickmann vielen im Gedächtnis bleiben.

Der gebürtige Erkenschwicker hing sehr an Amshausen – dem Ort, in dem er fast sein ganzes Leben verbrachte. Mit nur neun Jahren war er 1933 hierhergekommen, und bis auf die harten Kriegs- und Gefangenschaftsjahre blieb er seiner neuen Heimat stets treu. Vor einigen Jahren ließ sich Sickmann einmal mit den Worten zitieren: „Hier wollte ich nie wieder weg."

Weil die Gemeinde, in die er als Kind gekommen war, ihm so viel gegeben hatte, gab Heinz Sickmann auch viel zurück: als Lokalpolitiker, als Unternehmer und als engagierter Bürger.

„Bis zuletzt sehr interessiert an der Lokalpolitik"

Der gelernte Schlosser und Techniker begründete, nachdem er zuvor viele Jahre angestellt gearbeitet hatte, 1971 seinen eigenen Metallbaubetrieb in Brockhagen. Nur wenige Jahre später zog das kleine Unternehmen an die Waldbadstraße um. Schon seit 1986 sitzt die Sickmann Metallbau GmbH nun an der Alten Kirchstraße im Ortskern.

Noch weit mehr Weggefährten kennen Heinz Sickmann aber aus seiner jahrzehntelangen politischen Arbeit.

Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1950, trat er der SPD bei. Mit großer Unterstützung seiner Fraktion wurde er dann auch ins Bürgermeisteramt gewählt: Zunächst als Stellvertreter von Heinrich Ellermann, ab 1969 dann selbst als Bürgermeister setzte sich Sickmann stets umsichtig für seine Mitmenschen ein. Und auch nachdem er sein ehrenamtliches Mandat im Rahmen der Gebietsreform 1973 abgegeben hatte, blieb er interessiert an Steinhagens Entwicklung. Als Ratsmitglied kümmerte er sich auch noch in den 1970er Jahren um seine zwei Kernthemen: Amshausen und die Steinhagener Geschäftsleute. „Er war bis zuletzt sehr interessiert an der Gemeindepolitik", bestätigt auch Bürgermeister Klaus Besser, der Heinz Sickmann als SPD-Genossen, aber auch darüber hinaus kennenlernen durfte. „Bis zuletzt hat er noch einzelne Ratssitzungen besucht. Er interessierte sich zum Beispiel noch sehr für die Ortskernentwicklung und den Weihnachtsmarkt."

Für seinen großen und langjährigen Einsatz für die Sozialdemokratie bekam Sickmann 2013 die höchste Ehrung der Partei, die Willy-Brandt-Medaille, überreicht.

Der Vater der Steinhagener Gewerbeschau

Auch der Interessen- und Werbegemeinschaft Steinhagen hatte sich Sickmann verschrieben. In dieser Zeit hat er die Gewerbeschau mitinitiiert, die er sein Leben lang gerne als sein „Kind" bezeichnete. Klaus Besser beschreibt den Verstorbenen rückblickend als einen „sehr offenen, engagierten und immer kompromissbereiten" Menschen, der durch seine Art des Umgangs mit seinen Mitmenschen vieles möglich gemacht hat.

Bis ins hohe Alter blieb der Ehemann und Vater von zwei Söhnen gesellschaftlich aktiv. Noch vor wenigen Tagen hatte Heinz Sickmann die Feier für seinen 94. Geburtstag geplant. Unerwartet musste er dann aber ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo ihn am Donnerstag nun seine Kräfte verließen.

Info
Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am kommenden Donnerstag, 15. Februar, um 13.30 Uhr in der Kapelle auf dem Friedhof am Eisweg in Halle statt.

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