Update: Das "Grillwerk" ist komplett ausgebrannt

Andreas Eickhoff,Sonja Faulhaber

Der Morgen nach dem Brand: Der Imbiss "Grillwerk" ist vom Brand zerstört. - © Sonja Faulhaber
Der Morgen nach dem Brand: Der Imbiss "Grillwerk" ist vom Brand zerstört. (© Sonja Faulhaber)
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Steinhagen. Fassungslos steht Daniel Walkenhorst gestern Morgen vor der Ruine seines Imbisses. Das »Grillwerk« ist in der Nacht zu Freitag den Flammen zum Opfer gefallen. „Es war vermutlich Brandstiftung", fasst Daniel Walkenhorst erste Mutmaßungen der Feuerwehr zusammen. Doch noch gibt es keine Beweise, die Kriminalpolizei kommt erst am Montag, um die Brandruine zu untersuchen. Sicher ist jedoch, dass das Feuer am Geschirr-Rückgabe-Wagen rechts von der Eingangstür ausbrach. Ein technischer Defekt in der Küche oder der Ofen, der im Inneren in der kalten Jahreszeit für Wärme sorgt, sind damit als Brandursache ausgeschlossen.

Wenige Minuten nach Mitternacht wurden die Feuerwehr per Notruf benachrichtigt, weil der Pavillion komplett brannte. Ein Passant hatte den Brand entdeckt. Als wenige Minuten später die ersten Feuerwehrleute eintrafen, schlugen die Flammen bereits meterhoch in den nächtlichen Himmel.

Imbiss "Grillwerk" brennt aus

HauptbrandmeisterDieter Wessel war einer der Ersten am Brandort und übernahm die Einsatzleitung. Ein dutzend Feuerwehrleute rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus, um sich vor dem giftigen Rauchgas zu schützen. „Zunächst haben wir das Löschwasser aus den mitgeführten Tanks entnommen, parallel wurde eine Wasserversorgung aufgebaut", berichtet Wessel nach den Löscharbeiten. So konnte der Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt waren 60 Feuerwehrleute im Einsatz.

Das Feuer hatte sich offenbar recht schnell auf den ganzen Gebäudekomplex ausgebreitet, auch der Dachstuhl wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Bei dem Brand wurden außerdem zwei neben dem Imbiss geparkte Fahrzeuge beschädigt, ein VW-Transporter stand in einer Zufahrt neben dem Gebäude und wurde an der linken Vorderfront beschädigt.

Die Kriminalpolizei untersucht Montag die Brandruine
Daniel Walkenhorst, der mittlerweile am Imbiss angekommen war, fuhr den Transporter, der gerade einmal ein halbes Jahr alt ist, vom Brandherd weg. Der Inhaber erfuhr von dem Feuer durch den Anruf eines Mitarbeiters. Dieser war ebenfalls aus dem Schlaf hochgeschreckt, als ihn eine Freundin, die nahe des »Grillwerks« wohnt, benachrichtigte. „Ich dachte erst, es wäre ein schlechter Scherz", erinnert sich Daniel Walkenhorst an die ersten Schrecksekunden nach dem Anruf. Auf dem Weg zum Imbiss dann die Grübelei: „Haben wir irgendwas nicht ausgestellt? Gab es einen Kurzschluss?"

Nachdem der Brand gelöscht worden war, war jedoch deutlich zu erkennen, dass das Feuer sich vom Geschirr-Rückgabe-Wagen aus ausgebreitet hatte. Obwohl die Flammen hauptsächlich das Äußere de Imbisses angegriffen hatten, ist auch im Inneren nichts mehr nutzbar. Das Löschwasser hat die Geräte zerstört. Ebenfalls einen leichten Schaden erlitt der dreirädrige Grillwagen, der parallel zur Bahnhofstraße vor dem Grill abgestellt war. Er wurde von den Feuerwehrleuten zur Seite geschoben.
Für die Dauer der Löscharbeiten wurde die Bahnhofstraße für rund 90 Minuten komplett gesperrt.

Die Brandstelle wurde von der Polizei für weitere Untersuchungen beschlagnahmt, die Kriminalpolizei Gütersloh hat noch in der Nacht erste Ermittlungen aufgenommen, eine gründliche Untersuchung folgt am Montag. Der Schaden wird von der Polizei auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Erst gegen 2 Uhr waren die letzten Glutnester gelöscht und die letzten Einsatzkräfte konnten wieder abrücken.

Daniel Walkenhorst steht nun erst einmal eine ungewisse Zeit bevor. Er möchte das »Grillwerk« so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen. In der Brandruine ist dies nicht möglich. „Und einen Imbisswagen vor die Tür stellen macht für mich auch keinen Sinn." Daher sucht er nach geeigneten Räumen, die er kurzfristig als Übergangslösung anmieten kann.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ging nicht nur das »Grillwerk« in Flammen auf – es war auch das Ende eines Stücks Steinhagener Geschichte. Denn bevor Daniel Walkenhorst den Imbiss vor zweieinhalb Jahren übernahm, hatte Walburga Prohl hier sechs Jahre lang Burger gebraten. Und in den 21 Jahren zuvor hatte der Imbiss an der Bahnhofstraße unter dem Namen »Deppe-Grill« Kultstatus in der Gemeinde erreicht.

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