Autofahrer missachten rote Ampeln am Bahnübergang

Frank Jasper

Viel Rot: Trotzdem biegen Autos nach links in die Straße An der Jüpke ab, oder fahren über die Schienen, sobald die Schranke hochgeht. - © Frank Jasper
Viel Rot: Trotzdem biegen Autos nach links in die Straße An der Jüpke ab, oder fahren über die Schienen, sobald die Schranke hochgeht. (© Frank Jasper)
Rosemarie Iborg - © Frank Jasper
Rosemarie Iborg (© Frank Jasper)

Steinhagen. Nirgendwo ist die Ampeldichte so hoch wie am Bahnhof Steinhagen. Trotzdem kommt es genau hier immer noch zu gefährlichen Situationen. Zum Beispiel wenn Rosemarie Iborg aus dem Zug ausgestiegen ist und auf dem Weg nach Hause die Bahnhofstraße überqueren möchte. Der Zug setzt sich wieder in Bewegung, die Schranken gehen hoch und die zum Bahnübergang gehörenden Ampeln schalten sich aus. Doch die Fußgängerampel zeigt für die Autofahrer noch immer Rot.

„Die Autos fahren aber im Glauben, dass es jeden Moment Grün wird, oft trotzdem schon los", beklagt Rosemarie Iborg, die dann mit ihrem Gehwagen mitten auf der Bahnhofstraße steht. „Manchmal muss ich mir sogar noch doofe Kommentare anhören", berichtet die Amshausenerin, die fast täglich die Bahn nutzt und darum auf einen leidlichen Erfahrungsschatz verweisen kann. Dass sich die Fußgänger an der Stelle nicht auf ihr Grünsignal verlassen können, sei nicht nur für Senioren besonders heikel, sondern auch für die Schulkinder, die hier die Bahnhofstraße überqueren, warnt Rosemarie Iborg, die 37 Jahre als Busfahrerin gearbeitet hat.

Eine andere Situation an gleicher Stelle, die täglich zu beobachten ist: Autofahrer, die aus dem Ortskern kommend von der Bahnhofstraße nach links in die Straße An der Jüpke abbiegen wollen, missachten bei geschlossenen Schranken das rote Signal, überholen die wartenden Fahrzeuge und biegen vor der Schranke links ab.

Im Rathaus ist die Problematik bekannt. Zwar habe sich die Situation am Bahnhof grundsätzlich entzerrt, nachdem die Straße Am Bahnhof abgebunden worden ist, so Bürgermeister Klaus Besser, doch die Missachtung von Rotlicht kenne er aus eigner Anschauung. „Ich halte darum eine Installation einer Rotlichtüberwachung für sinnvoll", teilt er mit. So eine Maßnahme wünscht sich auch Rosemarie Iborg. „Wer hier ein paarmal geblitzt wurde, hält sich bestimmt an die Verkehrsregeln", hofft sie.

Wie Ulrich Elfers vom zuständigen Straßenverkehrsamt des Kreises Gütersloh erklärt, sei eine Rotlichtüberwachung an der Stelle technisch äußerst kompliziert und teuer, weil eine Überwachungsanlage sowohl mit der Bahn- als auch mit der vom Kreis Gütersloh geschalteten Fußgängerampel gekoppelt werden müsste. Aber schon aus rechtlichen Gründen sei eine Überwachung nicht umsetzbar, weil an der Kreuzung keine Unfallhäufung festgestellt worden sei, heißt es aus dem Kreishaus. „Muss denn erst ein Mensch zu Schaden kommen, bevor etwas passiert?", fragt sich Rosemarie Iborg. Elfers appelliert an die Verkehrsteilnehmer: „Rot ist Rot. Daran müssen sich die Autofahrer halten." Die Polizei habe den Bereich am Bahnhof im Blick und kontrolliere das Verkehrsverhalten.

Laut Bürgermeister Besser will die Verwaltung eine Rechtsabbiegerspur von der Straße An der Jüpke in die Bahnhofstraße und eine Linksabbiegerspur von der Bahnhofstraße in die Straße An der Jüpke prüfen lassen. Das würde den Kreuzungsbereich wieder etwas sicherer machen.

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