Vorschlag für den Marktplatz: Gemütlich sitzen, während die Kleinen planschen

Sonja Faulhaber

Andernorts beliebt: Die Sitzplätze Enzi stehen zum Beispiel im Museumsquartier in Wien (Foto). Und auch an der Uni Bielefeld sind die Liegen im Freien sehr begehrt. - © Frank Jasper
Andernorts beliebt: Die Sitzplätze Enzi stehen zum Beispiel im Museumsquartier in Wien (Foto). Und auch an der Uni Bielefeld sind die Liegen im Freien sehr begehrt. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Dass die Wasserspiele auf dem Markt an heißen Tagen ein beliebter Treffpunkt geworden sind, zeigte sich in den vergangenen Monaten. Doch die Bänke stehen am Rande des Platzes und damit gerade für Mütter, deren kleine Kinder im Wasser planschen, zu weit weg. Mobile Sitzmöbel sollen dies im nächsten Sommer ändern. Außerdem sollen sie die große Pflasterfläche des unteren Marktplatzes optisch aufbrechen.

Doch welche Möbel sollen künftig zum Verweilen einladen? Landschaftsarchitekt Jürgen Edenfeld stellte am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss zwei Möglichkeiten vor. Als dritte Verbesserung des unteren Marktes schlug Edenfeld noch einen übergroßen Sonnenschirm vor. Hier zeigte sich aber recht schnell, dass nicht nur der Preis (12.000 Euro), sondern auch die Praktikabilität abschreckten. Denn wer soll morgens den Schirm aufspannen und abends wieder schließen? Wer bei schlechtem Wetter schnell zum Marktplatz eilen?

Am Ende konzentrierte sich die Diskussion daher auf die Frage, welche Sitzmöbel ins Konzept passen. Alternativ zeigte Edenfeld den Sitzkreis Loop, der gut 40 Zentimeter hoch ist, einen Durchmesser von 1,80 Meter hat und wie ein abgeflachter Bagel aussieht. Kosten: 1800 Euro. Daneben gibt es noch das Sitzelement Enzi (siehe Foto), das mit seiner futuristischen Form mehr zum Liegen und Chillen einlädt als zum klassischen Sitzen. Ein echter Pluspunkt, wie Sabine Godejohann (SPD) findet, denn „die Möblierung soll doch die Kommunikation fördern". Beide Möbel werden mit Wasser oder Sand befüllt und müssen zum Wochenmarkt an den Rand des Platzes transportiert werden.

Während die meisten Anwesenden sich solche modernen Sitzgelegenheiten auf dem Markt vorstellen konnten, sahen Gerhard Goldbecker (CDU) und Karl-Heinz Lohrer (SPD) hier keine gelungene Lösung. Während Goldbecker klassische Sitzbänke anstatt Plastikmöbel bevorzugen würde, nahm Lohrer kein Blatt vor den Mund: „Ich halte beide für hässlich." Am Ende entschied sich der Ausschuss einstimmig, in den nächsten Haushalt 15.000 Euro für Mobiliar einzustellen. Welche Sitzgelegenheit dann wirklich 2018 angeschafft wird, soll Anfang des Jahres entschieden werden.

Copyright © Haller Kreisblatt 2017
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha