Anzeige

Einsatzmarathon für die Jugendfeuerwehr

Großübung dauert 24 Stunden

BIRGIT NOLTE

Wasser marsch! Philine Scheibel und Kilian Hundertmark arbeiteten  zusammen. - © Foto: Birgit Nolte
Wasser marsch! Philine Scheibel und Kilian Hundertmark arbeiteten  zusammen. (© Foto: Birgit Nolte)

Steinhagen. Von Samstag 8 Uhr bis Sonntag 8 Uhr probten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr sieben verschiedene Ernstfälle. Vom nervigen Fehlalarm bis zum nächtlichen Notfall.

Wer ein guter Feuerwehrmann werden will muss üben, üben, üben. Die Jugendfeuerwehr tat dies am Wochenende gleich 24 Stunden lang. Sammelpunkt war zwar das Gerätehaus im Brockhagen. Die zentrale Übung ging aber am Samstagnachmittag auf dem Bauhof über die Bühne.

Teamarbeit: Björn Deike (Mitte) hatte das Übungsszenario ausgearbeitet und setzt Einsatzleiter Nick Wehmuth von der Jugendfeuerwehr (rechts) und Lukas te Kaat vom Betreuerteam ins Bild. - © Foto: Birgit Nolte
Teamarbeit: Björn Deike (Mitte) hatte das Übungsszenario ausgearbeitet und setzt Einsatzleiter Nick Wehmuth von der Jugendfeuerwehr (rechts) und Lukas te Kaat vom Betreuerteam ins Bild. (© Foto: Birgit Nolte)

„Die 24-Stunden-Übung führen wir ungefähr alle zwei Jahre durch. Bei unseren Mitgliedern ist sie sehr beliebt", berichtete Jugendfeuerwehr-Leiter Patrick Gehle. Dass die Aktion beim Nachwuchs hoch im Kurs steht, ist wenig verwunderlich, denn ein gewisser Adrenalin-Kick ist ebenfalls Teil des Programms.

Sieben Übungen an einem Tag und einer Nacht

„Genau wie bei der Berufsfeuerwehr, die den ganzen Tag auf der Wache verbringt, wissen auch unsere Mitglieder nicht, wann der Alarm kommt und welche Art von Einsatz auf sie wartet", erklärte Patrick Gehle das Prinzip. „Dafür haben wir extra einen Alarmgong installiert, den es sonst in Brockhagen gar nicht gibt."

24 Stunden lang blieb der Feuerwehr-Nachwuchs sozusagen in »Habachtstellung« und die Organisatoren sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam. Gleich sieben verschiedene Übungen standen zwischen 8 Uhr am Samstag und 8 Uhr am Sonntag auf dem Programm. „Dadurch sollen die Jungen und Mädchen einen lebendigen Einblick in den Feuerwehralltag bekommen", so Gehle.

Der Klassiker »Katze vom Baum retten« fehlte genauso wenig wie einen kleinen Brand zu löschen. Dafür ging es auf das Gelände der THW Halle. Auch ein Einsatz auf unwegsameren Gelände stand auf dem Plan: Die Jugendfeuerwehr rückte zum Bußberg aus, wo sie einen verunglückten Wanderer mit Knöchelbruch versorgen mussten. Die Jugendlichen lernten ebenso, wie es sich anfühlt, bei einem Heimrauchmelder-Fehlalarm oder einem nur vermeintlich ausgebrochenen Feuer umsonst ausgerückt zu sein. Selbst in der Nacht riss das Programm nicht ab: Eine unter einem Bagger eingequetschte Person musste gerettet werden.

Die größte Übung stand auf dem Bauhof an. Das Szenario: Ein Brand im Kabellager und mehrere vermisste Personen im Gebäude. Pfadfinder vom Stamm Roter Milan stellten sich als »Verletzte« zur Verfügung. Teilweise wurde dabei mit Atemschutz gearbeitet. „Das sind aber leichtgewichtige Attrappen. Für Kinder und Jugendliche, die sich im Wachstum befinden, wären die 20 Kilogramm , die die Originalausrüstung wiegt, viel zu schwer", erläuterte Patrick Gehle. Darüber hinaus lernen die jungen Feuerwehrleute bei der Übung die Zusammenarbeit mit anderen Löschzügen. Neben den 16 Steinhagenern sind auch zehn Mitglieder der Jugendfeuerwehr Isselhorst dabei. Ebenfalls vor Ort: Drei Rettungswagen des Arbeitersamariterbundes und einer vom DRK.

Eine wichtige Rolle bei der 24-Stunden-Übung übernahmen auch die Aktiven aus den drei Löschzügen. „Sie überlegen sich auf unsere Anregung hin die passenden Übungsszenarien und helfen bei der Durchführung", so Patrick Gehle. Nicht zuletzt ist ihr geübtes Auge bei den Manöverkritiken im Anschluss gefragt.

Am wichtigsten ist, dass die Zusammenarbeit reibungslos klappt. „Feuerwehr ist nun einmal Teamarbeit und so ein 24-Stunden-Projekt schweißt unglaublich zusammen", brachte es Patrick Gehle auf den Punkt.

Anzeige

Copyright © Haller Kreisblatt 2017
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha
Anzeige
Anzeige
Anzeige