Kahlschlag an der Lärmschutzwand

Landestraßenbetrieb geht mit schwerem Gerät vor

Jonas Damme

Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet: Dass Bäume und Sträucher, wie an der Asternstraße, kräftig zurückgeschnitten werden, ist üblich. Hier wurde aber sogar gefällt – und das, ohne den Anwohnern bescheid zu geben. Fotos: Jonas Damme - © joda
Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet: Dass Bäume und Sträucher, wie an der Asternstraße, kräftig zurückgeschnitten werden, ist üblich. Hier wurde aber sogar gefällt – und das, ohne den Anwohnern bescheid zu geben. Fotos: Jonas Damme (© joda)

Steinhagen. Auch zwischen Behörden herrscht nicht immer stille Eintracht. So erklärte Bürgermeister Klaus Besser, dass im Steinhagener Rathaus gestern „großer Unmut" herrschte, wegen einer Aktion des Landesstraßenbetriebes.

Einschneidend: Ganze Bäume fielen der Aktion zum Opfer. - © joda
Einschneidend: Ganze Bäume fielen der Aktion zum Opfer. (© joda)

Straßen.NRW hatte entlang der Azaleenstraße im großen Stil gerodet. Von „Kahlschlag" spricht Klaus Besser. Der 3,50 Meter hohe Lärmschutzwall, der die Wohnhäuser westlich der Bielefelder Straße vor dem Lärm der Bundesstraße schützt, war bis vor wenigen Tagen großzügig bepflanzt. Laubbäume, Sträucher und Bodendecker sorgten dafür, dass die hohe Wand nicht als solche wahrgenommen wurde. Einige der Bäume wurden nun gefällt, die restlichen, sowie die Sträucher und Bodendecker stark zurückgeschnitten. Der Fachmann spricht auch vom »auf den Stock« setzen. Das ist üblich, um städtische Bäume nicht öfter als unbedingt nötig beschneiden zu müssen. Diese Aktion war nach Einschätzung von Klaus Besser aber keinesfalls angemessen. „Dort gucken nun alle Anwohner auf eine kahle Fläche", sagt Besser.

Da Azaleen- und Asternstraße der Gemeinde unterstehen, wäre Straßen.NRW dort eigentlich gar nicht zu ständig. Kümmern muss sich der Landesbetrieb aber um die Lärmschutzwand, die zur von ihm betreuten Bundesstraße gehört. Nun stand eine Prüfung der Statik des Bauwerkes an.

Deshalb hatte es nach Auskunft des Bürgermeisters im Herbst auch eine Anfrage gegeben. „Aber es war auch klar", sagt Besser, „dass der Schnitt fachgerecht stattfindet und das wir und die Öffentlichkeit vorher informiert werden." Nun seien die von Straßen.NRW beauftragten Landschaftsgärtner aber mit Bagger und großem Gerät vor Ort gewesen und hätten unangekündigt abgeräumt.

Ein Vorwurf, den auch Straßen.NRW-Sprecher Sven Johanning nicht ausräumen kann. „Das war unser Versäumnis", sagt er. „Ja, wir hätten es vorher ankündigen müssen." Der Auftrag für den Gehölzschnitt sei an eine Fremdfirma vergeben worden, die sei früher dort gewesen als geplant. Außerdem habe es habe bei der Kommunikation gehakt.

Für absolut notwendig erachtet er aber das Vorgehen beim Rückschnitt. Explizit auch die Fällung einiger Bäume. „Das Wurzelwerk kann die Fundamente der Lärmschutzwand unterwandern", sagt er. Dadurch könne die Standsicherheit gefährdet werden. Dem gelte es vorzugreifen. Weitere Arbeiten an der Lärmschutzwand an der B 68 sind geplant.

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