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Mit der A33 kommen die Banden

Polizei rät zur Prävention

Frank Jasper

Rät zur Prävention: Kriminalhauptkommissar Dirk Struckmeier weiß, wie sich Wohnraum schützen lässt. - © Foto: Frank Jasper
Rät zur Prävention: Kriminalhauptkommissar Dirk Struckmeier weiß, wie sich Wohnraum schützen lässt. (© Foto: Frank Jasper)

Steinhagen. Kriminalhauptkommissar Dirk Struckmeier informierte im Rathaus zusammen mit seinem Kollegen Guido Baratella über präventive Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung. Für Steinhagen hatten die Sicherheitsexperten beunruhigende Nachrichten.

Steinhagen. Der Zusammenhang zwischen Autobahn und Kriminalität ist einfach erklärt. Die Schnellstraßen erlauben Diebesbanden eine schnelle An- und Abfahrt zum Tatort. Wie Dirk Struckmeier am Montagabend im Rathaus erklärte, liegen die Schwerpunkt der Einbruchsdelikte im Kreis Gütersloh darum an den Autobahnanschlussstellen in Schloß Holte-Stukenbrock, Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh. Der Nordkreis steht, was die Einbruchszahlen angeht, vergleichsweise gut da. Noch.

„Wir werden mit Inbetriebnahme der A 33 im Norden mehr zu tun bekommen", prophezeite Dirk Struckmeier den Teilnehmern des Arbeitskreises »Gemeinsam für Steinhagen«, auf dessen Einladung er am Montag ins Rathaus gekommen war. Derzeit sei Steinhagen noch einigermaßen unauffällig in der Kriminalitätsstatistik. 2015 habe die Polizei laut Struckmeier 18 Einbruchsverfahren in der Gemeinde gezählt, im vergangenen Jahr 32.

Auffälligkeiten, die den Beamten bei der Aufklärung der Einbrüche helfen könnten, gebe es nicht. „Es gibt keine Schwerpunkte im Gemeindegebiet. Die Täter kommen sowohl nachts als auch tagsüber und zu jeder Jahreszeit", hat Struckmeier mit einem Blick in die Steinhagener Statistik festgestellt.

Bei den Tätern handele es sich Banden, die vornehmlich aus Bulgarien, Georgien und Rumänien einreisen. Sie gehen äußert professionell vor, in der Regel dauere es nur fünf bis zehn Sekunden, um in das Gebäude einzubrechen, selten halten sie sich länger als drei Minuten im Haus auf. Beruhigend: „Die Täter kommen, wenn keiner zuhause ist."

Die Beute sei meist überschaubar. „Die kalkulieren mit 30 bis 40 Euro und etwas Schmuck", weiß der Experte. Viel schlimmer als der materielle Schaden, seien die psychischen Folgen für die Geschädigten. „20 Prozent der Betroffenen werden nicht mehr glücklich in ihrem Zuhause, fühlen sich unwohl und ziehen um. Das ist grausame Realität", so Struckmeier.

Zusammen mit seinem Kollegen Gudio Baratella warb der Sicherheitsberater der Polizei darum für Präventivmaßnahmen. So bietet die Kreispolizei eine kostenlose Sicherheitsberatung an, bei der die Beamten zu den Bürgern nach Hause kommen. „Da fällt es uns leichter, die entscheidenden Tipps zu geben", so Baratella.

Polizei berät neutral und kostenlos

„Wir schauen uns jede Maueröffnung an und können seriöse Handwerksbetriebe vermitteln, die unsere Ratschläge umsetzen", ergänzte Dirk Struckmeier. Im Unterschied zu anderen Anbietern, berate die Polizei neutral und kenne die Sicht der Einbrecher genau. Durchschnittlich 3400 Euro investiert der Eigentümer eines Standard-Einfamilienhauses danach in die Sicherheit. Wer sein Haus absichert, könne gegebenenfalls von Förderungen seiner Hausratsversicherung profitieren und dadurch wieder Geld reinholen.

Von Sicherheits-Schnäppchen, wie sie hin und wieder im Handel angeboten werden, raten die Experten hingegen ab. Die Qualität vieler dieser Produkte ist aus Sicht von Hauptkommissar Dirk Struckmeiter oft wenig überzeugend. Den Kontakt zu den Sicherheitsberatern vermittelt jede Polizeidienststelle.

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