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Messen, bevor die A 33 fertig ist

Antrag über Kontrollstation findet Zuspruch

Jonas Damme

So könnte(n) sie aussehen: Die verschiedenen Ansauggeräte, die an einer Feinstaub-Messstation angebracht sind, dienen dazu, die Schadstoffe möglichst gleichmäßig aus der Umgebungsluft zu filtern. - © Foto: Dpa
So könnte(n) sie aussehen: Die verschiedenen Ansauggeräte, die an einer Feinstaub-Messstation angebracht sind, dienen dazu, die Schadstoffe möglichst gleichmäßig aus der Umgebungsluft zu filtern. (© Foto: Dpa)

Steinhagen. Die Gemeinde will eine oder mehrere Feinstaubmessstationen aufstellen. Darauf konnte sich der Ordungs- und Umweltausschuss am Mittwochabend weitestgehend einigen. In den Details gibt es aber noch erheblichen Klärungsbedarf.

Ursprünglich hatte die SPD den Antrag gestellt. „Wir wollen rechtzeitig noch 2017 Messwerte bekommen", erklärte Roland Albersmann (SPD) den Ansatz. Wenn die A 33 dann in Betrieb sei, könne man vorher und nachher vergleichen. Dem stimmten auch die Grünen zu.

Grundsätzlich hielt die CDU diesen Plan ebenfalls für sinnvoll. In der Umsetzung hatte Fraktionsvorsitzender Herbert Mikoteit aber Einwände. „Eigentlich sollte dabei doch die Bezirksregierung auf den Plan treten", sagte er.

Außerdem brachte er eine zweite Messstation ins Spiel: Man solle nicht nur erheben, wie viel mehr Abgase an der Autobahn entstehen, sondern auch, um wie viel sie im gleichen Zug an der Bundesstraße weniger würden. Zumindest, dass die Gemeinde so eine teure Anlage nicht allein finanzieren sollte, forderte auch Karl-Heinz Diekmann (FDP).

Nach einiger Diskussion über die Details einigte man sich schließlich, 10 000 Euro bereitzustellen und die Verwaltung zu beauftragen, schnellstmöglich ein Fachbüro zu finden, das ausarbeiten soll, an welchen Stellen Feinstaubmessungen sinnvoll wären. Der Antrag der SPD-Fraktion schlug als möglichen Standort die Bielefelder Straße direkt an der Trasse vor. Dem leicht abgeänderten Antrag stimmte außer dem FDP-Vertreter der gesamte Ausschuss zu.

Auch Tempo 80 wird oft gefordert

Karl-Heinz Diekmann (FDP) verweigerte seine Zustimmung, weil ihm eine vorherige „Grobeinschätzung" zur Relevanz des Feinstaubpro-blems fehlte.

Angestoßen hatten die Diskussion einige Steinhagener Ärzte. Lungenfacharzt Reiner Schröder hatte im Haller Kreisblatt bereits im Mai vor den erheblichen Krankheitsrisiken gewarnt, die Feinstaub und andere Partikel mit sich bringen. Neben alarmierenden Zahlen der Weltgesundheitsorganisation brachte der Experte damals auch eigene Erfahrungswerte ein. So brachte er zum Beispiel die Zunahme chronischer entzündlicher Atemwegskrankheiten, die er auch in seiner Praxis beobachtet, mit der Luftverschmutzung in Verbindung. Schon damals hatten sich neben Ärzten Apotheker Lutz Heitland und der Ortsverband der Linken für eine Feinstaubmessstation ausgesprochen.

Eine weitere Forderung, die in diesem Kontext immer wieder auftauchte, war die nach einer Geschwindigkeitsreduzierung auf der A 33 auf 80 Stundenkilometer im Bereich Steinhagen. Hier wäre die Bezirksregierung zuständig.

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