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Bezahlbare Wohnnungen heiß begehrt

Politik fordert Verwaltung zum Handeln auf

Frank Jasper

Blick auf Steinhagen: Wer hier lebt, genießt die Nähe zum Teutoburger Wald, profitiert vom kleinstädtischen Flair, ist aber auch ruck zuck in Bielefeld oder Gütersloh. Doch längst nicht jeder findet die passende Wohnung in der Gemeinde. Vor allem günstige Singlewohnungen sind zunehmend Mangelware. - © Jens Keßler
Blick auf Steinhagen: Wer hier lebt, genießt die Nähe zum Teutoburger Wald, profitiert vom kleinstädtischen Flair, ist aber auch ruck zuck in Bielefeld oder Gütersloh. Doch längst nicht jeder findet die passende Wohnung in der Gemeinde. Vor allem günstige Singlewohnungen sind zunehmend Mangelware. (© Jens Keßler)

Steinhagen. In der Gemeinde fehlt es vor allem an Singlewohnungen und Raum für große Familien. SPD und CDU sehen dringenden Handlungsbedarf und mahnen zur Eile.

Vor allem der Bedarf an Singlewohnungen dürfte weiter steigen. „Der Anteil der Alleinwohnenden ist ein gesellschaftlicher Trend", weiß Bürgermeister Klaus Besser. Aber auch günstige Wohnungen für Familien mit mehreren Kindern seien Mangelware. Der Zuzug von Flüchtlingen, die nach der Anerkennung ihres Asylantrags ebenfalls auf den Wohnungsmarkt drängen, verschärft die Situation zusätzlich.

Sowohl SPD und als auch CDU haben jetzt Anträge vorgelegt, in denen sie die Gemeinde zur Schaffung von bezahlbaren Wohnraum auffordern. Beide Parteien bringen dabei die Gemeinde Steinhagen als aktiven Bauherren und Vermieter ins Spiel. Während die SPD in ihrem Antrag etwas zaghaft die Konsequenzen zu diesem Modell bei der Verwaltung abfragt, wird die CDU direkter. In ihrem Antrag heißt es: „Sollten sich keine Investoren für sozialen beziehungsweise preiswerten Wohnungsbau finden, so tritt die Gemeinde selbst als Bauherr auf." Denkbar sei ein kommunaler Eigenbetrieb oder eine Tochtergesellschaft. Der Vorteil liegt für CDU-Fraktionsvorsitzenden Herbert Mikoteit auf der Hand: „Die Gemeinde muss nicht zwingend die Gewinne machen wie ein privater Investor."

Denn obwohl die aktuell niedrigen Zinsen Privatinvestoren in die Hände spielen, ist in Steinhagen Zurückhaltung zu spüren. Insbesondere im sozialen Wohnungsbau, und das hat einen Grund: Weil die vom Land festgelegte Miethöchstgrenze für Sozialwohnungen in Steinhagen anders als in Ballungsgebieten wie etwa Bielefeld oder Gütersloh sehr niedrig eingestuft ist, herrscht in Steinhagen Zurückhaltung. Investitionen für diese Zielgruppe lohnen sich kaum. Investiert wird in den großen Nachbarstädten.

Mögliche Variante: Die Gemeindebaut selbst

Eine Ausnahme bildet das Elf-Parteien-Haus an der Langen Straße, das von der Kreiswohnstätten-Genossenschaft Halle (KWG) realisiert wurde. Das Gebäude ist inzwischen bezugsfertig. Möglich wurde das Projekt nur, weil es mit dem Wohnungsbau-Förderungsprogramm der Gemeinde subventioniert wurde. Die SPD wünscht sich eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der KWG, fordert die Verwaltung darüber hinaus dazu auf, Gespräche mit weiteren Investoren zu suchen.

Der Variante, als Gemeinde selbst zu bauen, steht Bürgermeister Klaus Besser skeptisch gegenüber. „Das würde Kapital binden, das wir für unsere Schulen, Sportplätze und andere Einrichtungen brauchen. Außerdem haben wir keine Hausverwaltung, wir müssten einen ganz neuen eigenen administrativen Apparat aufbauen", gibt der Verwaltungschef zu bedenken.

Baugrund ist indes vorhanden. Der Bebauungsplan für das Areal nördlich und südlich der Amshausener Straße ist heute Thema im Bauausschuss. Das Büro Tischmann/Schrooten wird zwei Planvarianten vorstellen. In Amshausen soll sich nicht nur für potenzielle Häuslebauer der Traum vom Eigenheim realisieren, es sind auch Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Die SPD regt eine Beschleunigung des Planverfahrens an, um die vorgesehenen Mehrfamilienhäuser zeitnah zu realisieren.

Auch an der Swinemünder Straße sollen Mietwohnungen entstehen. Gleich zwei mögliche Investoren haben Interesse bekundet. Das Grundstück gehört der Gemeinde.

Von dem Plan, an der Pfirsichstraße Asylbewerberunterkünfte zu bauen, ist die Gemeinde aufgrund der nachlassenden Zuzüge von Flüchtlingen inzwischen abgerückt. Auf dem gemeindeeigenen Grundstück ist darum ebenfalls Mietwohnungsbau denkbar. Geht es nach der CDU, dann sollen ab sofort in allen Bebauungsplänen mindestens 15 bis 20 Prozent der Flächen für den sozialen Wohnungsbau ausgewiesen werden.

Der Bauausschuss beginnt diesen Dienstag, 29. November,  um 17.45 Uhr im Rathaus. Die Sitzung ist öffentlich.

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