Die Frau der Sportabzeichen geht

Ekkehard Hufendiek

Bewegt: Ingrid Tesche (links) hat das Amt der Sportabzeichenobfrau an Carmen Dworrak abgegeben. - © Ekkehard Hufendiek
Bewegt: Ingrid Tesche (links) hat das Amt der Sportabzeichenobfrau an Carmen Dworrak abgegeben. (© Ekkehard Hufendiek)
Helfer, Unterstützer und Breitensportler: Erfahrene und neue Sportabzeichenabsolventen zeigen ihre Deutschen Orden mit Urkunde. Fotos: Ekkehard Hufendiek - © Ekkehard Hufendiek
Helfer, Unterstützer und Breitensportler: Erfahrene und neue Sportabzeichenabsolventen zeigen ihre Deutschen Orden mit Urkunde. Fotos: Ekkehard Hufendiek (© Ekkehard Hufendiek)

Halle. Ingrid Tesche hat 13 Jahre lang ehrenamtlich auf dem Sportplatz an der Masch Zeiten gestoppt, Weiten gemessen und beim fliegenden Fahrradstart die Klappe betätigt. Dabei hat sie in der langen Zeit mehrere tausend Sportabzeichen abgenommen und selbst ganz nebenbei zwölf goldene Sportabzeichen erkämpft.

Am vergangenen Dienstagabend führte Ingrid Tesche in der Mensa der Gesamtschule Halle als Sportabzeichenobfrau durch ihre letzte Verleihung und nahm dabei mit Tränen in den Augen Abschied vom Amt. Gleichzeitig nahm sie ihre Nachfolgerin lachend in die Arme: Carmen Dworrak ist die neue Sportabzeichenobfrau in Halle.

Der Ehrenvorsitzende des Stadtsportverbandes, Reinhard Große-Wächter, übernahm die Dankesrede: „Ingrid hat den richtigen Weg eingeschlagen. Ihr Engagement hat sich gelohnt. Immer mehr Vereine und Schulen haben wir mit den derzeit acht Prüfern neu dazugewonnen und somit die Zahl der Sportabzeichen wesentlich erhöht", sagte er. Er betonte wie wichtig der Nachwuchs für Ingrid Tesche gewesen sei. „Über das eigens geschaffene tierische Sportabzeichen für den letzten Jahrgang im Kindergarten hat sie für das Deutsche Sportabzeichen geworben und viele Kinder für den Sport in der Grundschule begeistert", fügte Große-Wächter hinzu.

Am Vergleich der Teilnehmerzahlen zeigte Ingrid Tesche zuvor, wie populär das Sportabzeichen in Halle geworden ist: Im Jahr 2012 gab es 295 Breitensportler, die sich den Deutschen Orden in Halle erkämpften. 2016 nahmen 679 teil und im vergangenen Jahr waren es 721. „Das ist schon toll", sagte sie und bedankte sich bei Schulen und Vereinen, „dass die sich so reinknien". Sie dankte auch der Stadt Halle, die Urkunden und Abzeichen bezahlt, „was nicht in allen Kommunen selbstverständlich ist". Auch der Volksbank Halle sprach sie ihren Dank aus, weil die den Stadtsportverband seit Jahren regelmäßig mit einer Spende unterstützt.

Dann rief sie die einzelnen Namen der anwesenden Breitensportler auf, reichte die Abzeichen an Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann weiter, die sie mit Handschlag an die erfolgreichen Teilnehmer übergab. Die Bürgermeisterin drückte ihre Hochachtung aus und dankte den zahlreichen Helfern für die geleistete Arbeit: „Hoffentlich bleiben alle so aktiv", sagte sie. Zudem kündigte sie bessere Bedingungen für die Breitensportler an. Denn der neue Sportplatz soll eine Laufbahn bekommen.

Fünf Familienabzeichen verlieh die Stadt, ebenso errang eine Einzelsportlerin ihr 45. Sportabzeichen und wurde von Ingrid Tesche für ihre Treue besonders gewürdigt. Des Weiteren lobte die ehemalige Sportabzeichenobfrau Monika Belling . Die habe nämlich mit 66 Jahren ihr erstes Sportabzeichen erkämpft und war dabei von Mai bis Oktober jeden Montagabend auf der Anlage, um alle Disziplinen auszuprobieren. „Ich wollte keine Sofakartoffel werden", sagte Monika Belling . Nachdem sie und ihr Mann den Tennissport aufgegeben haben, gibt es nun also eine neue Herausforderung. Bis auf den Hochsprung hat sie alles, was zum Sportabzeichen gehört, absolviert. Sie wolle das auch im nächsten Jahr so weitermachen. „Ich fand immer alle so fröhlich", sagte sie.

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