Das sagen Haller Interessenvertreter zum Stadtentwicklungskonzept

veröffentlicht

Stadtpark oder Wohnbebauung? Auch diese kontroverse Diskussion um die Fläche am Berufskolleg ist Gegenstand des Stadtentwicklungskonzepts. Die Stadtparkinitiative, die sich für eine Grünfläche einsetzt, geht jedoch mit nur geringen Erwartungen in das Abschlussforum am kommenden Dienstag. - © N. Donath
Stadtpark oder Wohnbebauung? Auch diese kontroverse Diskussion um die Fläche am Berufskolleg ist Gegenstand des Stadtentwicklungskonzepts. Die Stadtparkinitiative, die sich für eine Grünfläche einsetzt, geht jedoch mit nur geringen Erwartungen in das Abschlussforum am kommenden Dienstag. (© N. Donath)

Halle. Fast genau ein Jahr ist es her, dass in der Remise unter großer Bürgerbeteiligung die Auftaktveranstaltung zum städtebaulichen und kommunalen Entwicklungskonzept (ISEK/IKEK) stattgefunden hat. Im Januar 2017 waren viele Bürgerinnen und Bürger sowie die Vertreter von Interessensgemeinschaften und Verbänden mit Einsatzbereitschaft und Enthusiasmus an die Aufgabe herangegangen, sich aktiv in die Gestaltung ihres Heimatortes einzubringen.

Es folgten weitere Veranstaltungen, unter anderem sechs Dorf- und Stadtspaziergänge, jeweils unter großer Bürgerbeteiligung. Kommenden Dienstag sollen nun die Ergebnisse des Prozesses präsentiert werden. Wir haben nachgefragt, was im Prozess eingebundene Vertreter davon erwarten. Und schon jetzt ist klar: Viele sehen ihre Erwartungen, die sie in ISEK und IKEK gesetzt haben, nicht erfüllt.

Friederike Hegemann (Interessensgemeinschaft Künsebecker Bürger):

„Ich erwarte, dass konkrete Vorschläge gemacht und Dinge umgesetzt werden, die von den Bürgern eingereicht worden sind. Ich wünsche mir beispielsweise, dass die Stadtparkinitiative erhört wird. Ich erwarte zudem eine Stellungnahme der Verwaltung dazu, was mit welchen Fördermitteln und warum realisiert werden soll und was nicht. Ich erhoffe mir erneut eine hohe Bürgerbeteiligung und dass deutlich gemacht wird, dass man den Bürgerwillen und den Einsatz der Bürger für ISEK/IKEK ernst nimmt und anerkennt. Im bisherigen Verlauf des Prozesses hatte ich diesen Eindruck allerdings nicht.

Elke Feldhaus (Heimatverein Hörste):

„Ich fand den bisherigen Verlauf von IKEK sehr angenehm. Toll war, wie viele Bürger sich beispielsweise an den Dorfspaziergängen beteiligt und uns ihre Wünsche mitgeteilt haben. Genau das wollen wir ja als Heimatverein. Die Vorstellung des Planers in der Ausschusssitzung war dann allerdings nicht das, was wir uns gewünscht hätten. So müssen wir abwarten, was am Dienstag geschieht."

Hartmut Lüker (Stadtparkinitiative):

„Es hat zum Auftakt von ISEK/IKEK so eine euphorische Stimmung gegeben und es entstand die Hoffnung bei vielen, die Entwicklung in Halle mitgestalten zu können und dann dieses Ergebnis ... (schweigt). Es ist so schade, dass all diese motivierten Bürger nicht mitgenommen worden sind. Nach dem Vortrag des Planers im Haupt- und Finanzausschuss erwarte ich nicht mehr sehr viel. Das war, so habe ich mir sagen lassen, sehr ernüchternd. Es bestätigte letztlich den Eindruck, bei diesem Verfahren geht es nicht um Bürgerbeteiligung, sondern vor allem um die Generierung von Fördergeldern. Ich hoffe allerdings, dass die zahlreichen Anregungen von Bürgern im Bauleitplanverfahren Berufskolleg am Dienstag doch noch Berücksichtigung finden."

Sigrun Lohmeyer (Haller Interessens- und Werbegemeinschaft):

„Wir von der HIW fühlen uns in dem ISEK-Prozess sehr gut mitgenommen. Es hat in dessen Verlauf persönliche Gespräche unter anderem mit dem Planer Herrn Kasper gegeben. Unser Hauptanliegen ist die Erreichbarkeit der Geschäfte. Hier gibt es zur Zeit keinen akuten Handlungsbedarf. So, wie es ist, ist es in Ordnung – wenn auch verbesserungsfähig. Ein positives Ergebnis des ISEK ist aus unserer Sicht die Einrichtung eines City-Managements, das die HIW bei ihren Aufgaben unterstützen wird."

Rainhard Stricker (Stadtsportverbandsvorsitzender):

„Ich war bei vielen Veranstaltungen dabei. Unter anderem bei den Spaziergängen in Bokel, Künsebeck und Halle. Ich fand es sehr positiv, dass die Menschen dabei viele Dinge angesprochen haben. Beispielsweise in Bokel, wo der Wunsch ausgedrückt wurde, Sitzbänke aufzustellen. Der Vortrag des Planers Herr Kasper in der Masch war dann nicht das, was ich mir davon erwartet hatte. Ich hoffe jedoch, dass er die Kritik, die danach aufkam, aufgreifen und am Dienstag ein bisschen mehr in die Tiefe gehen wird."

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha