Wie sicher sind Halles Spielplätze?

Heiko Kaiser

Risiko: Trotz geprüfter Sicherheit kann es auf Spielplätzen immer wieder zu Unfällen kommen - © Tasja Klusmeyer
Risiko: Trotz geprüfter Sicherheit kann es auf Spielplätzen immer wieder zu Unfällen kommen (© Tasja Klusmeyer)

Halle. Hintergrund war eine Anfrage, nach der sich die Unfälle auf dem Spielplatz Ravensberger Straße gehäuft haben sollen. Dem widersprach die Leiterin des Haller Bauhofes, Angela Flottmann. Sie erklärte, der Spielplatz am Marktkauf sei trotz der Verkleinerung der zurzeit meist besuchte und beliebteste Spielplatz der Stadt. In den Jahren 2015 und 2016 sei es hier zu zwei Armbrüchen an einer großen Spielkombination gekommen. Weitere Unfallmeldungen lägen der Stadt Halle nicht vor.

Die Bauhofchefin nutzte die Gelegenheit, um den Ausschussmitgliedern die Sicherheitsmaßnahmen auf Spielplätzen darzulegen: So würden Spielgeräte nur bei renommierten Herstellern bezogen, die ihre Produkte durch anerkannte Prüfstellen wie den TÜV prüfen ließen. Bei neuartigen Spielgeräten würden zuvor entsprechende Referenzen eingeholt.

„Der Einbau erfolgt exakt nach der Aufbauanleitung des Herstellers, wobei genauestens auf Fundamentierung, Fallschutz oder Sicherheitsabstände geachtet wird", sagte Angela Flottmann.

Für sichere Spielplätze: Angela Flottmann - © Nicole Donath
Für sichere Spielplätze: Angela Flottmann (© Nicole Donath)

Zum Sicherheitskonzept gehören zudem regelmäßige Kontrollen der Geräte. „Wöchentlich nehmen wir eine Sichtkontrolle vor, um zu überprüfen, ob Vandalismus stattgefunden hat oder etwas fehlt", erklärte Flottmann. In einem Rhythmus von ein bis drei Monaten werde die Funktion aller Geräte im Rahmen einer sogenannten Verschleißprüfung getestet und einmal im Jahr würden die Spielplätze einer gründlichen Hauptuntersuchung unterzogen.

Angela Flottmann betonte jedoch, dass es laut durchgängiger Expertenmeinung pädagogisch nicht erwünsch sei, das Risiko auf Spielflächen komplett auszuschalten. Der Grund dafür sei, dass Kinder aus der Bewältigung eines erkennbaren Risikos lernten, mit riskanten Situationen umzugehen. Das erhöhe das Selbstbewusstsein und schaffe ein Bewusstsein für die eigenen Grenzen und für die der anderen. „Risiko gilt als Bestandteil des Spielwertes", zitierte sie aus einem Aufsatz.

Flottmann betonte jedoch, dass es wichtig sei, auf altersgemäße Beschränkungen zu achten. „Wenn mir beispielsweise von Eltern gesagt wird, eine Leiter sei zu steil für ihr Kind und die erste Stufe so hoch, dass es nicht allein dort hinaufkomme, dann muss ich sagen: Dieses Spielgerät ist für ihr Kind einfach noch nicht geeignet, die Stufe bewusst so hoch angesetzt."

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