Maike Kramer ist neue Hebamme im Krankenhaus Halle

Ekkehard Hufendiek

Nikolauskind: Hebamme Maike Kramer (von links), Vater Jürgen Steinblock und Mutter Sina Hauke freuen sich über die Geburt ihres Mädchens Elise. - © Foto: Ekkehard Hufendiek
Nikolauskind: Hebamme Maike Kramer (von links), Vater Jürgen Steinblock und Mutter Sina Hauke freuen sich über die Geburt ihres Mädchens Elise. (© Foto: Ekkehard Hufendiek)

Halle. Das süße, kleine Mädchen wiegt 3270 Gramm und ist 53 Zentimeter groß. Zum Start ins Leben trägt es eine kleine weiße Zipfelmütze. Die wärmt das empfindliche Köpfchen, während die glückliche Mutter Sina Hauke ihrer Tochter über das Händchen streichelt. Elise scheint sich wohl zu fühlen: Satt und selig schläft sie im Arm ihrer Mutter.

Geburtshelferin war Maike Kramer. Die 32-Jährige ist neu im Team der Haller Hebammen. Sie bringt zehn Jahre Erfahrung mit. Allein dreieinhalb Jahre hat sie in der Bielefelder Frauenklinik Dr. Hartog gearbeitet. Zudem arbeitete sie auch in größeren Krankenhäusern als Hebamme. Unter anderem in München an der Uniklinik und in Hamburg an einem Krankenhaus mit 3500 Geburten im Jahr. Wie am Fließband sind dort offensichtlich die Kinder auf die Welt gebracht worden: An einem ihrer schlimmsten Arbeitstage, erzählt Maike Kramer, habe sie sechs Entbindungen innerhalb von acht Stunden begleiten müssen, während ihre damalige Kollegin zeitgleich bei vier Geburten half. Eine gute Betreuung der Mutter sei dann nicht mehr möglich.

Da geht es in Halle mit durchschnittlich 400 Geburten pro Jahr weitaus beschaulicher zu. Außerdem gibt es keine Frühgeburten, also keine Entbindungen vor der 36. Schwangerschaftswoche. Noch könne sie nicht alles finden, sagt die Gütersloherin. „Ich fühle mich ein bisschen, wie in einer fremden Küche." Doch die Geburtshilfe bleibe die gleiche.

Ihre Kolleginnen Linda Müller und Julia Musik freuen sich über die Entlastung. Denn schließlich haben die Krankenkassen ab 2018 ein 1:2-Verhältnis bei der Patientenbetreuung vorgeschrieben, das gilt auch bei der Geburtshilfe. Dass heißt eine Hebamme soll während ihrer Arbeitszeit maximal zwei Gebärdende betreuen. In Halle scheint das zu klappen. 2018 sollen noch zwei weitere neue Hebammen ihren Dienst aufnehmen. Dann ist das Haller Hebammen auf 14 angewachsen. Elise bekommt davon nichts mit. Sie ist das 385 Haller Baby in 2017.

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