Tempo 30 in der westlichen Innenstadt?

Max Maschman

Fuß vom Gas: Bei Einführung einer Tempo-30-Zone im Bereich der westlichen Innenstadt geht es für Autofahrer langsamer zu. Ob es so kommt, ist aber noch offen. - © Foto: Silke Derkum
Fuß vom Gas: Bei Einführung einer Tempo-30-Zone im Bereich der westlichen Innenstadt geht es für Autofahrer langsamer zu. Ob es so kommt, ist aber noch offen. (© Foto: Silke Derkum)

Halle. Der Tagesordnungspunkt drei war im Bau- und Verkehrsausschuss am Mittwochabend schnell abgewickelt. Etwa 30 Minuten befassten sich die Ausschussmitglieder mit der Frage nach einer Tempo-30-Zone im Bereich der westlichen Innenstadt – Schongang nach knapp dreistündiger Debatte um die Alleestraße.

Fraglich ist, ob das Gebiet westliche Innenstadt zur Tempo-30-Zone werden soll. „Dort haben wir gegenwärtig einen Mix aus verschiedenen Tempozonen", sagte Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann. Das betreffende Gebiet liegt südlich der B68, nördlich der Bahn, östlich der Theenhausener Straße und westlich der Bahnhofstraße.

Dr. Ralf Kaulen vom gleichnamigen Planungsbüro in Aachen sprach in seiner Vorstellung des Planungskonzeptes von einer „heterogenen Mischung" – und dürfte damit den Umstand gemeint haben, dass bei der Durchfahrt des Quartiers verkehrsberuhigte Bereiche, Tempo-30-Zonen sowie Straßen mit einem Tempolimit von 30 und 50 Stundenkilometern gequert werden. In Windeseile jagte Kaulen in der Folge durch sein Konzept, was nicht allen Mitgliedern im Ausschuss gefiel.

„Das war zu schnell", bemängelte Dieter Jung von den Grünen. Zudem müsse man sich bei der Schaffung einer Tempo-30-Zone auf „das Notwendige mit minimalem Umbaukonzept" konzentrieren, ergänzte Jung mit Blick auf die Ideen von Kaulen. Dieser Meinung, die auch die Verwaltung unterstützt, schloss sich Wolfgang Bölling an. „Die baulichen Veränderungen sind auf ein Mindestmaß zu stutzen", betonte der SPD-Mann.

Thomas Tappe (CDU) begegnete einer möglichen Tempo-30-Zone kritisch. „Uns steht bald das ISEK-Ergebnis ins Haus und dem wollen wir nicht vorgreifen", sagte er mit Blick auf die Überlegungen im Rahmen des »Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes«. Eine Einschätzung, der sich die übrigen Parteien anschlossen.

Der Bau- und Verkehrsausschuss einigte sich daher darauf, die Vorplanung wie folgt anzupassen: Sämtliche Fußgängerüberwege sollen erhalten bleiben, Pflanzbeete werden angelegt. Die Schmisingstraße – nördlich der Gartenstraße bis zur B68 – soll verkehrsberuhigter Bereich werden. In der Graebestraße – aktuell noch vorfahrtsberechtigt – soll wie in der Bismarckstraße »rechts vor links« gelten. Erst nach dem Ergebnis der ISEK-Planungen und einer Bürgerbeteiligung wird weiter über Tempo 30 in der westlichen Innenstadt beraten.

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