Bürgerinitiative will Alleestraße mitgestalten

Heiko Kaiser

Alleestraße: Parkende Autos, Durchgangsverkehr, Fahrradfahrer und Fußgänger müssen sich den begrenzten Raum teilen. - © Foto: Nicole Donath
Alleestraße: Parkende Autos, Durchgangsverkehr, Fahrradfahrer und Fußgänger müssen sich den begrenzten Raum teilen. (© Foto: Nicole Donath)
Helmut Rose - © HK
Helmut Rose (© HK)

Halle.„Wir sind nicht auf Krawall gebürstet", sagt Helmut Rose. Der Sprecher der Bürgerinitiative widerspricht entschieden einer Darstellung der SPD im Vorfeld der Beratungen über den Ausbau der Alleestraße. Rose betont, die Anlieger seien vielmehr darüber entrüstet, nicht in die Planungen eingebunden gewesen zu sein. Mit ihren nicht öffentlichen Beratungen im Arbeitskreis Nahmobilität habe die Politik die Chance vertan, die guten Ideen der Anwohner mit einzubeziehen.

„Jetzt sollen die Anlieger womöglich mit fünfstelligen Beträgen am Straßenumbau beteiligt werden. Hier geht es für viele um die Existenz", stellt Rose klar und fügt hinzu: „Da ist es doch nur verständlich, dass die Menschen erbost sind." Doch statt lediglich zu protestieren, bietet die Bürgerinitiative Alleestraße den Planern an, aktiv am neuen Konzept mitzuarbeiten. „Wir wollen nicht nur angehört werden. Wir wollen uns beteiligen", sagt Helmut Rose. Aus diesem Grund wird die Initiative einen Antrag stellen, in dem sie fordert, die Bürger im Rahmen von Workshops in die Planung einzubinden und anschließend eine Bürgerbefragung durchzuführen. „Das ist zwar ungewöhnlich, aber vom Gesetz her möglich. Man muss lediglich den Mut dazu aufbringen. Es wäre ein Zeichen des freiwilligen Zugehens der Politiker auf die Bürgerinnen und Bürger und zudem ein Schritt zu mehr Frieden in der Stadt", erklärt Rose.

Die Darstellung des Verkehrsplaners Dr. Ralf Kaulen in der Ausschusssitzung am Mittwoch, der praktisch nur die Entscheidung zwischen weniger Parkplätzen oder Tempo 30 gelassen hatte, will Rose so nicht gelten lassen. „Mir erscheint es, als habe man die Planung so angelegt, dass sie bewusst lediglich die Wahl zwischen Pest und Choleragewährt. Ich glaube, es sind hier nicht wirklich intensiv alle Alternativen geprüft worden."

Die Frage sei vielmehr, ob es nicht Möglichkeiten gebe, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ohne dafür gleich den großen Umbau zu starten. Kaulen hatte ins Feld geführt, dass laut Straßenverkehrsordnung derzeit eine Situation bestehe, in der Radfahrer sich rechtswidrig verhielten, weil sie in Allee- und Bahnhofstraße mit Fußgängern einen gemeinsamen Weg benutzen. Diese Situation sei ungesetzlich und müsse geändert werden.

„Es gibt auch hier Ausnahmeregelungen, die unserer Ansicht nach nicht eingehend geprüft worden sind, weil man politisch ein bestimmtes Konzept durchsetzen will. Ich habe den Verdacht, man will bewusst verhindern, dass Autoverkehr in die Innenstadt kommt. Ich bitte darum, diesen Verdacht auszuräumen", fordert Helmut Rose auf.

Wie die CDU plädiert er dafür, mit den Planungen bis nach dem Lückenschluss der A?33 zu warten. „Ich bezweifle, dass sich der Verkehr auf der Alleestraße nicht erhöhen wird, zumal durch das Baugebiet Masch noch einmal mindestens 300 Fahrzeuge zusätzlich in diesem Gebiet zu erwarten sind. Bei einer so großen Umgestaltung muss man erst einmal abwarten, wie es tatsächlich aussehen wird und darf sich nicht auf Planzahlen verlassen."

Kritisch betrachtet er auch die vom Planer präsentierten und als kritisch bewerteten Unfallzahlen. „33 Unfälle mit Personenschäden sind in viereinhalb Jahren gezählt worden. Das sind etwa vier pro Jahr. Auf einer so stark befahrenen Straße ist das meiner Ansicht nach ein Zeichen dafür, wie umsichtig alle Verkehrsteilnehmer hier miteinander umgehen", sagt Helmut Rose.

An Umsicht und Miteinander ist der Bürgerinitiative weiterhin gelegen. Auch deshalb will sie sich aktiv beteiligen.

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