Polizeiwache in Halle hat jetzt auch einen Fitnessraum

Max Maschmann

Im Fitnessraum: Ulrike Boden (von links), Christine Disselkamp, Hans Schäfer, Sven-Georg Adenauer, Michael zur Heiden, Henning Bauer, André Schulte, Elvan Korkmaz und Jan Bobe sehen sich um. - © Max Maschmann
Im Fitnessraum: Ulrike Boden (von links), Christine Disselkamp, Hans Schäfer, Sven-Georg Adenauer, Michael zur Heiden, Henning Bauer, André Schulte, Elvan Korkmaz und Jan Bobe sehen sich um. (© Max Maschmann)

Halle. So voll war die Zelle in der Haller Wache wohl noch nie. Mehrere Personen tummelten sich am Dienstag da, wo es sonst nur böse Jungs hinverschlägt. Auch Elvan Korkmaz, stellvertretende Ländrätin und jüngst in den Bundestag gewählt, war darunter. Korkmaz Aufenthalt in der Zelle war aber nur von kurzer Dauer. Kein Wunder, immerhin hatten sie und ihre Delegation noch weitere Räume in der Haller Wache vor sich.

Seit einem Jahr wurde auf der Ecke Kättkenstraße/Martin-Luther-Straße gewerkelt. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen. „Es war kein Neubau und auch keine Renovierung. Wir haben unsere beengten Verhältnisse verbessert", fasste Jan Bobe, Leiter der Polizeiwache zusammen, was sich seit Oktober 2016 im Gebäude getan hat, das 1938 gebaut wurde, seit 1973 die Polizeiwache beherbergt und nach wie vor im Besitz der Kreissparkasse Halle ist.

„Man erkennt das Gebäude im Inneren kaum wieder" – Henning Bauer, Vorstandsmitglied des Kreditinstituts, zeigte sich begeistert von dem, was binnen zwölf Monaten passiert ist. Und die Wache sieht nicht nur gut aus, die rund 50 Beamten fühlen sich dort auch wohl, sagte Polizeidirektor Karsten Fehring. Entsprechend richtete er seinen Dank an an all jene, die diese Veränderungen möglich gemacht hatten – und dürfte damit in erster Linie die Sparkasse als Bauherrin sowie Landrat Sven-Georg Adenauer als Leiter der Kreispolizeibehörde gemeint haben.

Gemeinsam mit dem elfköpfigen Polizeibeirat um den Vorsitzenden Hans Schäfer, der seine Sitzung in die Haller Wache verlegt hatte, besichtigte Adenauer das Gebäude. Die größten Veränderungen hatte es im Dachgeschoss gegeben. „Die Dachkonstruktion ist entkernt worden, das war schon abenteuerlich", gesteht Jan Bobe. Doch es hat sich gelohnt. Denn neben den Umkleiden und Sanitärbereichen für Frauen und Männer – je nach Geschlecht getrennt – ist auf 800 Quadratmetern Fläche auch ein Fitnessraum entstanden.

„Hier oben ist so viel Platz, dass man auch noch gut eine Pferdestaffel unterbringen könnte", sagte Adenauer und erntete einige Lacher. Tatsächlich aber ist das für die Beamten ein großer Vorteil. Vorbei sind damit die Zeiten, in denen sich Frauen und Männer mehr schlecht als recht mit schmalen Umkleiden im ersten Geschoss und Erdgeschoss behelfen mussten.

Erst als die Arbeiten in der obersten Etage abgeschlossen waren, konnten die Handwerker sich den unteren Etagen zuwenden. „Die Polizeiarbeit im Haus durfte ja davon nicht beeinträchtigt werden", erklärt Bobe. Dank des Zugewinns an Platz sind verschiedene Besprechungsräume entstanden. Da, wo früher der Sanitärbereich der männlichen Beamten war, ist nun ein Raum, der mit Laptops ausgestattet werden kann, mit schusssicherem Glas versehen ist und Konferenzen dienen soll. Bei einigen Arbeiten haben die Beamten selbst tatkräftig geholfen.

Insgesamt ist die Wache zudem behindertengerechter geworden. Neuerdings gibt es einen Eingang für Rollstuhlfahrer, eine behindertengerechte Toilette und ein ebenerdiges Zimmer, um Anzeigen aufzunehmen. „Für uns ist es ein Meilenstein, was hier passiert ist", bringt es Bobe auf den Punkt.

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