Sturm Sebastian wütet auf Hörster Maisfeld

Kerstin Spieker

Ein Ort der Verwüstung: Der Hörster Landwirt Dirk Sander steht inmitten seines von Sturmtief Sebastian heimgesuchten Maisfeldes. Am Samstagmorgen kommt der Häcksler. Dann wird sich zeigen, was von der Ernte noch zu retten ist. - © Kerstin Spieker, HK
Ein Ort der Verwüstung: Der Hörster Landwirt Dirk Sander steht inmitten seines von Sturmtief Sebastian heimgesuchten Maisfeldes. Am Samstagmorgen kommt der Häcksler. Dann wird sich zeigen, was von der Ernte noch zu retten ist. (© Kerstin Spieker, HK)

Halle-Hörste. Ostwestfalen sei glimpflich davongekommen hieß es nach einhelliger Meteorologenmeinung am Tag nach dem Durchzug von Sturmtief Sebastian. Eine Einschätzung, der sich Landwirt Dirk Sander nicht so ganz anschließen kann. Er stand gestern auf der zwei Hektar großen Fläche, die einmal sein stolzes Maisfeld gewesen ist, und konnte noch immer kaum fassen, wie es dort jetzt aussieht. Zwei Drittel der Pflanzen liegen platt gedrückt am Boden.

Mit dem Mais wollte Bauer Sander seine Färsen im Winter versorgen. Auf seinem Betrieb im Haller Ortsteil Hörste zieht er weibliche Jungrinder auf. Auf deren Speiseplan stehen in erster Linie Gras und eben Maissilage – alles aus hofeigenem Anbau. Ob der Mais, den offenbar eine gewaltige Windböe am frühen Mittwochnachmittag niedergestreckt hat, allerdings noch für die Silage zu gebrauchen ist, ist fraglich. „Am Samstag kommt der Häcksler und dann werden wir sehen, ob meine Arbeit sich gelohnt hat oder vergebens war", erzählt Dirk Sander.

Nur einem Zufall ist es zu verdanken, dass dem Landwirt diese Hoffnung überhaupt noch geblieben ist. Er hatte in der Gut-Wetterphase nämlich den morgigen Samstag als geeigneten Erntetermin für seinen Mais errechnet und beim Lohnunternehmen Dreschgenossenschaft Oesterweg angemeldet. Dann kam der Regen, und Sander wollte den Termin eigentlich absagen und auf einen späteren Zeitpunkt verlegen. „Dazu war ich dann aber irgendwie noch nicht gekommen", erzählt der Landwirt und fügt sichtlich erleichtert hinzu: „Zum Glück!"

Denn natürlich wollen wegen mehr oder weniger starker Verwüstungen durch Sebastian jetzt alle Landwirte ihren Mais zügig einfahren. „Für mich ist das aber besonders wichtig", sagt Dirk Sander. So hart wie ihn habe der Sturm offenbar nämlich kaum einen anderen Betrieb im nahen Umfeld getroffen. „Und wenn die Maispflanzen zu lange auf dem nassen Boden liegen, dann beginnen sie zu faulen", befürchtet der Hörster. Mit fauliger Maissilage allerdings braucht er seinen Tieren natürlich nicht zu kommen.

„Wenn wir die Pflanzen am Samstagmorgen nicht mit dem normalen Mähgerät vom Acker bekommen, dann wird es eng", weiß er. Dass die Angelegenheit wohl ohnehin eine ziemlich schwierige und auch schlammige wird, das ist ihm bereits klar. Wenn nichts mehr geht, bleibt dem Landwirt höchstens eine Verwendung der Maispflanzen in einer Biogasanlage. So hatte Dirk Sander allerdings nicht kalkuliert. Und seine Färsen brauchen ja schließlich auch im Winter das Futter.

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