Standort für neue Haller Rettungswache wird ermittelt

Heiko Kaiser

In spätestens zwölf Minuten am Rettungsort: Um dieses Ziel bei 95 Prozent aller Einsatzfahrten zu erreichen, muss ein ausgeklügeltes System aufrechterhalten werden. Derzeit arbeiten die Verantwortlichen den neuen Rettungsbedarfsplan aus. - © Nicole Donath
In spätestens zwölf Minuten am Rettungsort: Um dieses Ziel bei 95 Prozent aller Einsatzfahrten zu erreichen, muss ein ausgeklügeltes System aufrechterhalten werden. Derzeit arbeiten die Verantwortlichen den neuen Rettungsbedarfsplan aus. (© Nicole Donath)
Will Qualität sichern: CDU-Kreisfraktionschef Heinz-Josef Sökeland Foto: Nicole Donath - © Foto: Nicole Donath
Will Qualität sichern: CDU-Kreisfraktionschef Heinz-Josef Sökeland Foto: Nicole Donath (© Foto: Nicole Donath)

Kreis Gütersloh. Dr. Heinz-Josef Sökeland ist durchaus ein Mann mit Humor. Dass das Haller Kreisblatt vor zwei Wochen in einer Satire titelte, die CDU wolle die Rettungsdienste abschaffen, hat den Kreisfraktionschef dennoch gewurmt. „Der Aufbau eines Top-Rettungsnetzes war mir stets ein Herzensanliegen", erklärte der Allgemeinmediziner und erinnerte an Zeiten, in denen es noch kein ausgeklügeltes Notarzt- und Rettungssystem gab, als er als Hausarzt nur mit einer einfachen Tasche gerüstet zu einem schweren Unfall gerufen wurde und es manchmal bis zu 30 Minuten gedauert hat, ehe Hilfe vor Ort war.

Diese Zeiten sind längst vorbei. „Heute haben wir vor allem auch im Nordkreis ein ausgezeichnet ausgestattetes Rettungswesen, drei für dieses Gebiet zuständige Rettungswachen mit Top-Standards in Harsewinkel, Halle und Versmold und Rettungswagen, die über die hochwertigste Ausstattung verfügen, die möglich ist", sagt der Vorsitzende des Kreis-Gesundheitsausschusses. Diese Versorgung aufrechtzuerhalten, dafür will sich die Kreis-CDU auch in Zukunft einsetzen.

Derzeit wird am neuen Rettungsbedarfsplan gearbeitet, nach dem alle fünf Jahre Standards festgelegt werden. 95 Prozent aller Einsätze sollen den Einsatzort in einer Frist von zwölf Minuten erreichen. An dieser Vorgabe durch die Politik will Sökeland nicht rütteln lassen. Auch wenn von Seiten der Krankenkassen derzeit Forderungen laut werden, das Niveau zu senken. Das würde zu einer Reduzierung des Personalbestandes – derzeit arbeiten in den drei Nordkreiswachen etwa 60 Rettungssanitäter – führen.

„Minuten entscheiden über Leben und Tod"

„Mit uns ist das nicht zu machen", sagt der Harsewinkler bestimmt und erklärt warum: „Es ist eminent wichtig, schnell genug am Ort des Geschehens zu sein." Sein Fraktionskollege Arnold Wessling aus Borgholzhausen ergänzt: „Es geht hierbei um Leben und Tod, wobei manchmal wenige Minuten entscheiden können." Um das zu gewährleisten werden die Fahrten in der gemeinsamen Kreisleitstelle in Gütersloh koordiniert.

Hier hat man genau im Blick, wo sich welche Fahrzeuge befinden, erfolgt zudem eine enge Verzahnung mit den Rettungsdiensten benachbarter Kreis. Doch auch aus wirtschaftlichem Sicht zahl sich ein gutes Rettungssystem aus. „Ein Schlaganfallpatient der rechtzeitig versorgt wird und so Folgeschäden verhindert werden – mehr können sie im Gesundheitswesen nicht sparen." Dass eine Verkleinerung des Systems nicht in Frage kommt, verdeutlicht auch die Entwicklung der Einsatzahlen.

Die sind zuletzt kontinuierlich gestiegen. „Wir hatten in den vergangenen zehn Jahren eine Steigerung der Einsätze um fast 100 Prozent", sagt Sökeland. Eine veränderte Demografie und ein gestiegenes Bewusstsein, im Zweifelsfall schneller die 112 zu wählen, lassen eine weitere Steigerung erwarten.

Rettungswache in Steinhagen ist möglich

„Es scheint sich dabei abzuzeichnen", so Sökeland, „dass nach dem neuen Rettungsbedarfsplan auch in Steinhagen eine Rettungswache möglich sein wird." Durch den Bau der A33 entsteht hier eine neue Versorgungssituation. Das gilt auch für die Rettungswache Halle, deren Standort, wie berichtet, verändert werden soll. Wo sie errichtet wird, steht noch nicht fest. Erst Probefahrten, auch unter Blaulicht, werden ermitteln, wo sich der optimale Standort befindet.

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