Wird der Sandforther See zum Badesee?

Heiko Kaiser

Der Sandforther See. - © Foto: Heiko Kaiser
Der Sandforther See. (© Foto: Heiko Kaiser)

Halle. Es sollte lediglich eine Ortsbegehung werden. Ein unverbindlicher Besuch des Sandforther Sees eben, bei dem sich die Mitglieder des Umweltausschusses mit den Örtlichkeiten vertraut machen wollten, an denen möglicherweise einmal ein Badesee entstehen könnte. Doch über den ersten Eindruck hinaus wurde schnell deutlich, dass hier erhebliche Probleme auf die Stadt zukommen würden.

Das Thema Sandforther See war auf die Tagesordnung der Lokalpolitik gerückt, nachdem die Abgrabungen dort beendet worden waren. Bereits 2011 war beschlossen worden, die Verwaltung zu beauftragen, gemeinsam mit den Grundstückseigentümern die Schaffung eines Badesees zu prüfen. Damals hatte die Sandforther Seegesellschaft jedoch das Gewässer für Badezwecke als ungeeignet gehalten. In alten Planungen aus dem Jahr 1992 war für das Gebiet indes ein Erholungsgebiet vorgesehen.

Hier soll er hin: Eckhard Hoffmann (links) von der Stadt Halle erläutert den Ausschussmitgliedern Joachim Kloidt (von links), Dieter Jung, Karin Otte, Wolfgang Bölling und Reinhard Schacht, wo ein möglicher Badeplatz am Sandforther See geplant werden könnte. - © Foto: Heiko Kaiser
Hier soll er hin: Eckhard Hoffmann (links) von der Stadt Halle erläutert den Ausschussmitgliedern Joachim Kloidt (von links), Dieter Jung, Karin Otte, Wolfgang Bölling und Reinhard Schacht, wo ein möglicher Badeplatz am Sandforther See geplant werden könnte. (© Foto: Heiko Kaiser)

Wolfgang Bölling (SPD) machte gleich zu Beginn des Rundgangs um die gut zwölf Hektar große Seefläche deutlich, dass es lediglich darum gehe, einen kleinen Bereich als Badesee zu nutzen. Der weitaus größere Teil solle hingegen weiterhin der Natur und den Sportfischern überlassen werden. Als idealer Platz für die Schaffung eines Badeareals nannte er den Bereich im südlichen Teil des Sees, wo zuletzt die Sandabgrabung stattgefunden hatte. Das Vorhaben der Errichtung einer Aussichtsplattform, wie sie in den Plänen von 1992 vorgesehen war, hielt Bölling allerdings als inzwischen für überholt.

See soll mit Echolot untersucht werden

Eckhard Hoffmann, Abteilungsleiter für den Bereich Tiefbau und Umwelt bei der Stadt Halle, machte deutlich, dass vor einer Nutzung als Badesee eine Echolotuntersuchung des gesamten Gewässers stattzufinden hätte, um Gefahrenbereiche zu ermitteln und die Tiefe des Sees festzustellen.

Nach Angaben des Haller Sportfischervereins, der das Areal gepachtet hat, ist das Gewässer maximal 21 Meter und im Durchschnitt zwölf bis 15 Meter tief.

Der zweite Vorsitzende des Vereins, Rainer Kuhn, der zufällig vor Ort war, brachte seine Überraschung zum Ausdruck, dass die Stadt einen Badesee an dieser Stelle in Erwägung ziehe. „Bereits drei Meter vom Ufer entfernt geht es steil acht Meter in die Tiefe. Wir haben hier zudem starke und vor allem stets wechselnde Strömungen. Und während an der Oberfläche die Temperatur etwa 22 Grad beträgt, sind es zwei Meter darunter nur noch zwölf Grad", sagte Kuhn und fügte hinzu: „All das ist unmöglich mit Badezwecken in Übereinstimmung zu bringen."

Seit 1980 bewirtschaftet der 500 Mitglieder starke Verein das Gewässer. „Wir haben erst kürzlich den Pachtvertrag um zwölf Jahre verlängert. Warum wird dann ein Badesee geplant?", fragte Kuhn die Verantwortlichen. Eckhard Hoffmann betonte, dass es sich hierbei lediglich um eine erste Prüfung handele, zumal der Sandforther See das größte Haller Gewässer sei. Hoffmann erklärte, selbst wenn die Stadt Halle alles aufkaufen würde, wären Pachtverträge davon unberührt.

Und dennoch: Der Vortrag von Vereinsvize Rainer Kuhn machte deutlich, dass das Vorhaben, in Sandforth einen Badesee zu errichten, auf erhebliche Widerstände stoßen könnte.

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