CDU-Ratsherr: „Alleestraße ist kein Unfallschwerpunkt“

Nicole Donath

Kommt auf der Alleestraße Tempo 30? - © Nicole Donath
Kommt auf der Alleestraße Tempo 30? (© Nicole Donath)

Halle. Der Bau- und Verkehrsausschuss tagt zwar erst am 11. Oktober und berät öffentlich über das Nahmobilitätskonzept für die Stadt Halle sowie – wo es möglich ist – über die flächendeckende Einführung von Tempo 30. Doch die Debatte darüber ist bereits in vollem Gange. Vor allem die Alleestraße steht dabei im Fokus.

Einer, der sich öffentlich zu Wort meldet, ist Benedikt Freiherr Teuffel von Birkensee: Auf den ersten Blick sei die Idee von SPD und Grünen sicherlich „eine überdenkenswerte Idee". Vor Grundschulen, Kindergärten, Seniorenwohneinrichtungen oder in reinen Wohngebieten werde häufig zu schnell und damit auch zu rücksichtslos gefahren. Hier sollte und müsse etwas geschehen. Aber die gesamte Innenstadt mit Tempo 30 zu überziehen, sei purer Aktionismus.

Mit Blick auf die Alleestraße sagt Teuffel von Birkensee: „Sie ist eine der Haupteinfallstraßen und zukünftiger Autobahnzubringer. Aber es gibt auf der gesamten Strecke keinen Unfallschwerpunkt, der einen Rückbau in dem Maße rechtfertigen würde." Trotzdem würde eine komplette Neuanlage des gesamten Verkehrsweges inklusive einer Fahrbahn für Kraftfahrzeuge und Fahrräder ebenso wie die Neuerstellung der Gehwege und der Straßenbeleuchtung realisiert. „Bereits beim Umbau würden die Anlieger und der Durchgangsverkehr belastet", sagt Teuffel von Birkensee. Dass Kosten im siebenstelligen Bereich entstünden, sei ein weiterer Aspekt: „Die Erschließungskosten würden nämlich zu einem nicht unwesentlichen Teil – mindestens zwischen 30 und 60 Prozent – auf die Anlieger umgelegt. Das kann im Einzelfall eine persönliche Belastung in bis zu fünfstelliger Höhe bedeuten", hält der CDU-Ratsherr den Befürwortern entgegen.

„Ständiges Abbremsen und Beschleunigen"

Im Gegenzug bliebe der tägliche Durchgangsverkehr derselbe – allerdings mit einer schwerwiegenden Änderung, so Teuffel von Birkensee. „Fahrradfahrer sollen auf der gleichen Fahrbahn wie die Autos fahren. Bei verengten Fahrbahnen bedeutet das aber auch ein ständiges Abbremsen und Beschleunigen der Kraftfahrzeuge. Das wiederum ergibt eine erhöhte Lärm- und Luft-Schadstoff-Emission. Wozu also das Ganze?" Eine streckenbedingte Reduzierung auf Tempo 30 vor dem KGH und dem Krankenhaus sei hier sicherlich eine kostengünstigere und überdenkenswerte Alternative.

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