Starkregen setzt Erdmassen in Bewegung: Haus in Hesseln von Schlammschicht umgeben

Heiko Kaiser

Schlammlawine an der B68 in Halle - © Heiko Kaiser
Schlammlawine an der B68 in Halle (© Heiko Kaiser)

Halle-Hesseln. In der Nacht kam der große Regen. Und mit ihm eine Schlammlawine. „Da muss irgendetwas passiert sein, da piept etwas", sagte Sabine Hintze am späten Abend zu ihrem Mann Michael. Den Warnton hatte offensichtlich eine Pumpe im Haus abgegeben.

Als das Ehepaar anschließend vor die Tür ihres Hauses an der B68 in Hesseln trat, wollten die beiden zunächst ihren Augen nicht trauen. 30 Zentimer hoch hatte eine Schlammschicht ihr Haus rundherum eingedeckt. Die braune, schmierige Masse war von einem angrenzenden höher gelegenen Acker über die Straße in den Hof geflossen, hatte sogar den hinter dem Gebäude gelegenen Garten mit einer dicken Schicht überzogen. „Das Ganze hat nur höchstens eine Viertelstunde gedauert", sagte Michael Hintze und fügte hinzu: „Hier das waren einmal unsere Rosen. Waren einmal."

Starkregen setzt Erdmassen in Bewegung

Am Tag zuvor war der Acker vor dem Haus bearbeitet worden. Ob das dazu beigetragen hat, dass sich die Erdmassen leichter in Bewegung setzen konnten, kann nur spekuliert werden. Fest steht, dass das Erdreich den ungeheuren Wassermassen nicht Standhalten konnte.

Michael Hintze wird noch längere Zeit mit den Folgen dieser Erdbewegungen konfrontiert sein. Denn die Lawine machte auch vor dem Haus nicht halt und drang durch zwei Fenster in die Kellerräume ein. Auch hier türmte sich eine viele Zentimeter dicke Schlammschicht und zog alles in Mitleidenschaft, was die Hintzes auf dem Kellerboden deponiert hatten.

Der Hauseigentümer Marc Mittendorf, der den gegenüberliegenden Hof bewirtschaftet, war gestern zusammen mit Angestellten damit beschäftigt mit schwerem gerät, die Schlammmassen vom Grundstück zu entfernen. „Nein, das habe ich auch noch nicht erlebt", sagte er mit Blick auf die Verwüstungen.

Nur mit dicken Gummistiefeln bekleidet konnten sich Michael Hintze und seine Familie über das Grundstück bewegen. Im November 2015 waren sie hier eingezogen, hatten sich unter anderem einen Gemüsegarten angelegt und Blumen rund um das Haus gepflanzt. „Erst gestern habe ich hier den Rasen gemäht und Kantsteine gesetzt", sagte Michael Hintze und zeigte auf ein Areal, auf dem Steine und Rasenfläche unter der Schlammschicht nur zu erahnen waren.

Auch der Straßengraben entlang der Bundesstraße war gestern mit Schlamm gefüllt. Durch die Räumungsarbeiten bildete sich zeitweise ein langer Stau in Richtung Halle.

„Es ist nur ein Glück, dass wir zwei Haustüren haben. Dadurch konnte der Schlamm nicht ins Haus eindringen", erklärte Hintze. Dass er angesichts des Bildes noch von Glück reden konnte, spricht für seine positive Lebenseinstellung.

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