Die Satire: So wird die AfD noch erfolgreicher

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Der Kaiserschmarrn - © Foto: Heiko Kaiser
Der Kaiserschmarrn (© Foto: Heiko Kaiser)

Während sich in der gesamten Republik die politischen Parteien die Köpfe darüber zerbrechen, wie verhindert werden kann, dass weiterhin massenhaft Wähler zur AfD wechseln, geht der Kaiserschmarrn den entgegengesetzten Weg. Der Auftritt der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel in Gütersloh hat die Redaktion restlos überzeugt. Gemeinsam hat das Team deshalb überlegt, wie die AfD weitere Wählergruppen für sich gewinnen könnte. Hier einige Vorschläge:

Neue Autobahnen bauen

Ein auf den ersten Blick ungewöhnlicher Vorschlag. Doch nach Untersuchungen der Forschungstruppe Wahlen, Regionalverband Halle, waren viele Wähler bei den jüngsten Urnengängen davon ausgegangen, mit ihrem Kreuz bei der AfD den Automobilclub von Deutschland (AvD) gewählt zu haben. „Ein geschickter Schachzug der AfD, ein ähnliches Kürzel wie das des AvD zu wählen und sich damit das große Wählerklientel der Autofahrer in Deutschland zu erschließen", erklärte Dr. Robert Quotec von der Forschungstruppe. Der Irrtum war bislang nicht aufgefallen, da die AfD-Vertreter, ähnlich wie der AvD, stets betonen, man fahre rechts deutlich besser. Um dieses Klientel zu halten, sollte man daher ankündigen, verstärkt Autobahnen zu bauen.

Heiko Kaiser - © N. Donath
Heiko Kaiser (© N. Donath)

Jugendgruppen gründen

In ihnen könnten Jugendliche wieder vertraut gemacht werden mit elementaren Tugenden wie Gehorsam und Disziplin. Hier lernen sie unter anderem, wie Fackeln bei nächtlichen Mahnwachen vor Asylbewerberheimen korrekt gehalten werden. In den Gruppen wird das sogenannte »Weidel-Jungvolk« (bis 14 Jahre) und die Gauland-Jugend (ab 14) auf ihre späteren Aufgaben (siehe Abschnitt Parteiaußendienst) vorbereitet.

Ein Parteibuch schreiben

Oft wird der AfD vorgeworfen, in ihrer Programmatik nicht ganz eindeutig zu sein. Deshalb ist es wichtig, die entscheidenden Punkte in einem Gesamtwerk unmissverständlich zu fixieren. Titelvorschlag: Mein Marsch.

Einen Parteiaußendienst gründen

Er unterstützt die Polizei mit seiner Präsenz und sorgt für Sicherheit auf den Straßen. So können Parteiveranstaltungen wie jüngst in Gütersloh vor dem Angriff undemokratischer Gutmenschen geschützt werden. Die Außendienstmitarbeiter sollten der besseren Erkennung wegen mit einheitlich braunen Trainingsanzügen ausgestattet werden.

Verbannte Begriffe wieder hoffähig machen

Frauke Petry hat gefordert, das Wort völkisch wieder positiv zu besetzen. Der Kaiserschmarrn schlägt vor, auch andere Begriffe und Redewendungen, die mit guten alten Erinnerungen verbunden sind und entsprechendes Wählerklientel aktivieren könnten, auf dem Friedhof der verbannten Wörter zu exhumieren. »Heim! Es reicht« wäre beispielsweise ein guter Slogan in der Flüchtlingsfrage. »Arbeit macht frei« könnte zum Schlagwort für die Forderung nach Vollbeschäftigung werden.

Ausländer an die Spitze

Um ein für alle Mal das Vorurteil der Fremdenfeindlichkeit auszuräumen, sollte die Partei einen Ausländer an die Parteispitze wählen. Der neue Mann könnte beispielsweise aus Österreich kommen.

Zirkuszelt anschaffen

Die AfD hat immer wieder unerklärliches Pech mit Veranstaltungen. So fiel gestern im Parkhotel Gütersloh die angesetzte Pressekonferenz aus, weil in allen Konferenzräumen plötzlich unaufschiebbare Wartungsarbeiten durchgeführt werden mussten. Wegen Hochwassers, räumlich begrenztem Erdbeben, Heuschreckenfluges und Zimmerlawinen hatten zuletzt andere Hotels ähnliche Parteievents abgesagt. Der Kaiserschmarrn empfiehlt der Partei daher dringend, als mobiles Ausweichquartier ein eigenes Zirkuszelt anzuschaffen.

Ausblick

Zugegeben, auch diese Vorschläge sind nicht die eierlegende Wollmilchsau, könnten aber vielleicht irgendwann zum Kruppstahl schmiedenden lederner Windhund werden.

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