TWO setzen auf ein Energiebündel: Joahnnes Schwöppe wird neuer Chef

Marc Uthmann

Begrüßung für den neuen Chef: Johannes Schwöppe (Mitte) wird ab Juli 2018 die Geschicke der TWO bestimmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Bölling (rechts) und der amtierende Geschäftsführer Detlef Wemhöner heißen den Bad Laerer willkommen. Foto: Marc Uthmann - © Foto: Marc Uthmann
Begrüßung für den neuen Chef: Johannes Schwöppe (Mitte) wird ab Juli 2018 die Geschicke der TWO bestimmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Bölling (rechts) und der amtierende Geschäftsführer Detlef Wemhöner heißen den Bad Laerer willkommen. Foto: Marc Uthmann (© Foto: Marc Uthmann)

Halle. Schmaler Körper, kantige, fast asketische Gesichtszüge, ein wacher Blick – Johannes Schwöppe wirkt wie ein Athlet, der gewohnt ist, sich zu quälen. Und genau das kann er auch, schließlich hat der 51-Jährige aus Bad Laer auf dem Mountainbike schon die berüchtigte Transalp-Tour bewältigt. Dazu braucht es Kraft und Willen. Tugenden, die Schwöppe ab dem 1. Juli 2018 auch als neuer Geschäftsführer der Technischen Werke Osning (TWO) in Halle beweisen muss.

Am Freitagmorgen wurde der Nachfolger von Detlef Wemhöner offiziell präsentiert. „Vor einer Woche haben wir uns entschieden und heute morgen den Vertrag unterzeichnet", sagt der TWO-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Bölling bei der Pressekonferenz. Was schon jetzt für Johannes Schwöppe spricht: Er setzte sich gegen 64 weitere Bewerber auf den Posten durch – darunter übrigens nur eine Frau.

Ein halbes Jahr dauerte der Auswahlprozess, bei dem sich der Aufsichtsrat von einer Unternehmensberatung begleiten ließ: „Es kam uns einerseits auf eine gute Ausbildung an, andererseits auf Erfahrungen in der Energiewirtschaft", sagt Wolfgang Bölling über die Kriterien. „Wir haben mit mehreren Aspiranten gesprochen, es gab eine starke Entscheidung für Johannes Schwöppe."

Dazu dürfte die Vita des geborenen Bad Rothenfelders stark beigetragen haben. Er hat ein Studium der Elektrotechnik an der Universität Paderborn sowie ein Anschlussstudium zum Wirtschaftsingenieur an der Fachhochschule Bielefeld abgeschlossen und dann viele Stationen in der Energiewirtschaft absolviert: Bei der Trianel in Aachen etwa sammelte Schwöppe Erfahrungen in Stromhandel und Energiemanagement, bei Natgas in Potsdam im Gasgeschäft, bei den Stadtwerken Lübeck mit kommunaler Versorgung.

Seit 2013 war der Niedersachse einer von zwei Geschäftsführern der Stadtwerke in Warendorf mit 54 Mitarbeitern und 20 Millionen Euro Jahresumsatz, die für Strom, Gas, Wasser und zwei Bäder – verantwortlich sind. Die Warendorfer sind mit der TWO also bestens vergleichbar – das Haller Unternehmen erwirtschaftet mit 50 Mitarbeitern 22 Millionen Euro im Jahr.

Ganz nebenbei ist Johannes Schwöppe noch Vater von vier Kindern im Alter von 22, 21, 16 und – aufgepasst – zwei Jahren: „Das bedeutet keinen Stress, sondern man kann viel mehr genießen als früher", sagt Schwöppe. Warum er Warendorf verlassen wird, daraus macht der Neue auf der TWO-Kommandobrücke kein Geheimnis: „In meiner Amtszeit gab es einen Wechsel auf dem Bürgermeisterposten und der neue Mann möchte einen neuen Geschäftsführer. Darum habe ich mich umgesehen."

Der Wechsel nach Halle soll möglichst reibungslos verlaufen. TWO-Geschäftsführer Detlef Wemhöner hat seinen Vertrag, der Ende des Jahres ausgelaufen wäre, noch einmal um ein halbes Jahr verlängert – er wird sich von nun an mit Johannes Schwöppe austauschen: „Ich habe gemerkt, dass unsere Philosophie ähnlich ist, da wird es wohl nur um praktische Fragen gehen", sagt Wemhöner mit einem Lächeln.

Über die Herausforderungen für den Geschäftsführer eines Stadtwerks könne man „abendfüllend" reden, betont Johannes Schwöppe – ein paar skizziert er dann aber doch: Neue Zählertechnik, mehr Vorgaben der Regulierung, anspruchsvollere Kunden, die mitunter schon ihren eigenen Strom produzierten und selbst vermarkteten.

Und dann natürlich der immer schärfere Wettbewerb: „Google steht vor der Tür und will auch Energie produzieren", sagt der künftige Chef, um den extremen Wandel in der Branche zu verdeutlichen. „Diese Entwicklungen werden unsere Mitarbeiter erst einmal bewältigen müssen." Einen athletischen Vorkämpfer haben sie bald an Bord.

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