Versicherung und Polizei erkunden Brandruine

Nicole Donath

Halle. Seit Freitag wird darüber spekuliert, warum das neue Vereinsheim des SC Halle in Flammen aufgegangen ist. Viele glauben, dass es sich nur um Brandstiftung handeln könne – aber das sind eben reine Spekulationen und die sind weder für die Kriminalpolizei noch die Versicherung relevant. Nachdem die Brandstelle aktuell von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und abgeriegelt ist, rückten Montag also die Experten an und nahmen die Untersuchungen auf.

Vor dem Abbau: Der beschädigte Kran kann diese Woche demontiert werden. - © Foto: Nicole Donath
Vor dem Abbau: Der beschädigte Kran kann diese Woche demontiert werden. (© Foto: Nicole Donath)

Am Morgen war zunächst eine Brandsachbearbeiterin der Kriminalpolizei Gütersloh am Sportzentrum Masch – von ihr werden erste Ergebnisse im Laufe des Dienstags erwartet. Am Nachmittag traf sich außerdem die Vereinsspitze mit dem Generalunternehmer Frank Schneider sowie Vertretern von Versicherung, Kreissparkasse und verschiedenen Sachverständigen zur Ermittlung der Brandursache. Die wichtigste Nachricht: Der Baukran darf abgebaut werden, so dass zumindest der hintere Teil des Kunstrasens bald wieder bespielt werden kann. „Theoretisch geht das noch in dieser Woche über die Bühne", sagte SC-Vorsitzender Wolfgang Rehschuh. „Aber hier ist Frank Schneider auf ein Spezialunternehmen angewiesen – wir müssen abwarten."

Ansonsten hängt der weitere zeitliche Ablauf vom Ermittlungsergebnis ab. „Erst wenn die Kripo die Brandursache festgestellt hat, darf auch abgeräumt werden." Und dazu braucht es dann auch noch ein Zertifikat: „Der verkohlte Müll darf ja nicht einfach so entsorgt werden", erklärte Wolfgang Rehschuh.

Weil das Vereinsheim ja noch nicht komplett fertiggestellt wurde, hofft die SC-Familie, dass dann zeitnah der Wiederaufbau an derselben Stelle erfolgen kann. Und: „Unser Ziel muss es sein, dass die Versicherung den Schaden in dem Umfang reguliert, dass wir dort weitermachen können, wo wir zuletzt angekommen waren", so Rehschuh. Die ganzen ehrenamtlichen Arbeitsstunden werde man schließlich kaum ein zweites Mal einfordern können. Schwer genug wird es ohnehin, da die Handwerksbetriebe allesamt keine zwei Vereinsheime in ihrem Zeitplan vorgesehen hatten. Nicht zuletzt hofft der Verein darauf, dass es Unternehmen gibt, die Gerry Weber nacheifern und den Wiederaufbau des Vereinsheims finanziell unterstützen. „Die erste schöne Nachricht habe ich bereits erhalten", freute sich der SC-Chef. „In dieser Woche ist eine Lesung im Café Brinkhege mit Jutta Haas geplant – eine ehemalige Hallerin. Sie hat uns versprochen, ein Sparschwein aufzustellen. Ist das toll!"

Expertenrunde: Die SC-Vorsitzenden Wolfgang Rehschuh und Matthias Reich sowie Vertreter der Westfälischen Provinzial und Bauunternehmer Frank Schneider mit Robert Salzwedel. - © Foto: Nicole Donath

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