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Mini-Tornado im Haller Norden

Kleiner Sturm zieht Spur der Verwüstung

Anja Hanneforth

Viel zu tun: Eine ganze Weile waren die Feuerwehrleute damit beschäftigt, abgeknickte Äste abzusägen. - © Foto: Anja Hanneforth
Viel zu tun: Eine ganze Weile waren die Feuerwehrleute damit beschäftigt, abgeknickte Äste abzusägen. (© Foto: Anja Hanneforth)

Halle. Den Männern vom Löschzug Halle bot sich ein Anblick, als ob Sturm Kyrill über Halles Norden gefegt wäre. Bäume, Werbeschilder und ein Autoanhänger waren umgestürzt, Äste und Fahnenmasten abgeknickt, ein Bauzaum war umgekippt, Zelte wurden aus ihrer Verankerung gerissen, eines wurde sogar hoch auf eine Baumspitze gewirbelt. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Kunststoffteile vom Dach einer Lagerhalle von Holz-Speckmann flogen meterweit durch die Luft, Gartenhäuser kippten wie Streichhölzer um – was nicht niet- und nagelfest war, machte sich selbstständig. Die Linden der Allee zum Sportparkhotel wurden regelrecht geköpft und haben keine Kronen mehr, mehrere parkende Autos wurden durch herunterfallende Äste beschädigt. Es sah aus, als hätte der Sturm über Stunden getobt, doch es dauerte nur Minuten, da war der Spuk vorbei.

Einfach hochgewirbelt: Eine Windhose schaffte es gestern Abend um kurz nach 20 Uhr, dieses Zelt unterhalb der Westumgehung auf eine Baumspitze zu setzen. - © Foto: Anja Hanneforth
Einfach hochgewirbelt: Eine Windhose schaffte es gestern Abend um kurz nach 20 Uhr, dieses Zelt unterhalb der Westumgehung auf eine Baumspitze zu setzen. (© Foto: Anja Hanneforth)

„So eine Windhose haben wir über Halle noch nicht gesehen. Das war wie ein Tornado", beschrieben Einsatzleiter Jörg Heitmann und sein Kollege Marc Brusius das Szenario. Mit 17 Kräften waren sie um kurz nach 20 Uhr ausgerückt und brauchten erst einmal eine Weile, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen. „Glücklicherweise haben wir hier noch nicht die Gerry Weber Open. Sonst hätte das ganz anders aussehen können." Die Windhose sei lokal begrenzt gewesen, aber von enormer Windgeschwindigkeit und hoher Zerstörungskraft. Das Ergebnis ist ein kapitaler Sachschaden.

Der Mini-Tornado hatte sich offenbar im Garten eines Hauses am Fasanenweg gebildet. Dort hob er ein Trampolin drei Meter in die Luft, bevor er die Weststraße entlang über Holz-Speckmann und das Gerry-Weber-Eventcenter hinweg bis Richtung Bismarckstraße wütete. Nachdem die Feuerwehr die gefährdeten Bereiche abgesperrt, Bäume und lose Äste abgesägt und Gegenstände von den Straßen geräumt hatte, konnte sie abrücken. Das Gros der Aufräumarbeiten wird heute vorgenommen.

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