Grillfleisch nach der Hitzeschlacht

Haller Löschzüge proben imRavenna-Park

Herbert Gontek

Wasser marsch: Für den groß angelegten Löschangriff wurden alle verfügbaren Wasserreserven genutzt, auch ein Schwimmteich. - © Foto: Herbert Gontek
Wasser marsch: Für den groß angelegten Löschangriff wurden alle verfügbaren Wasserreserven genutzt, auch ein Schwimmteich. (© Foto: Herbert Gontek)

Halle. Denn erst wurden die 80 Haller Feuerwehrfrauen und -männer in ihren Schutzanzügen bei großer Sommerhitze nahezu gegrillt, dann lud sie Firmenchef Michael Keppel zu einem kühlen Getränk – und zum Grillen ein. Zuvor hatten Feuerwehr und Unternehmensleitung das Sicherheitskonzept der neuen Keppel-Zentrale im Ravenna-Park auf Herz und Nieren geprüft. Die Fachleute fanden die ein oder andere Verbesserungsmöglichkeit. Insgesamt aber, da waren sich Michael Keppel und Halles Wehrführer Wilhelm Köhne einig, lief alles nahezu optimal.

Dank: Die Keppel-Geschäftsführung mit (von links) Maik Tabatt, Matthias und Michael Keppel bedankte sich mit einem Bild für das Gerätehaus Künsebeck bei Anne Rodenbrock Wesselmann und Wilhelm Köhne. - © Foto: Herbert Gontek
Dank: Die Keppel-Geschäftsführung mit (von links) Maik Tabatt, Matthias und Michael Keppel bedankte sich mit einem Bild für das Gerätehaus Künsebeck bei Anne Rodenbrock Wesselmann und Wilhelm Köhne. (© Foto: Herbert Gontek)

Christian Herden hatte das Übungsszenario entworfen: Bei Keppel & Kompagnon, einem Großhändler für Wasch- und Reinigungsmittel sowie Medizin- und Hygieneprodukte sowie Verbrauchsmaterialien, brach ein Brand in der Verladehalle aus. Ein Lastwagen ging in Flammen auf. Ein Mitarbeiter, der ein Fahrzeug retten wollte, wurde dabei unter einem Container eingeklemmt, vier weitere Beschäftigte verloren in den verrauchten Halle die Orientierung, wurden später leblos mit Rachvergiftungen gefunden.

Übung startet mit einer Überraschung für die Einsatzkräfte

Die Übung begann allerdings mit der Überraschung, dass die Rauchmelder bei Keppel so gut sind, dass der Kaltrauch einer Discoanlage sie nicht aktiviert. Deshalb musste manuell nachgeholfen werden, um die Meldeanlage auf Touren zu bringen. Dann lief aber alles wie am Schnürchen. Die Leitstelle in Gütersloh schickte alle verfügbaren Kräfte der Löschzüge Künsebeck, Halle, Hörste und Kölkebeck an den Einsatzort. Die Künsebecker, quasi Nachbarn, kamen zuerst an, dann folgenden in enger Abfolge 13 weitere Löschfahrzeuge mit insgesamt 80 Kräften.

Eingeklemmt: Ein Dummy musste befreit werden. Der »Mitarbeiter« war unter einen Wassercontainer geraten. - © Foto: Herbert Gontek
Eingeklemmt: Ein Dummy musste befreit werden. Der »Mitarbeiter« war unter einen Wassercontainer geraten. (© Foto: Herbert Gontek)

Während sich das Künsebecker Team wegen der angenommenen Verrauchung unter schwerem Atemschutz um die Rettung des eingeklemmten Mitarbeiters kümmerte und dabei Hebekissen und hydraulische Spreizer einsetzte, bauten die anderen Kräfte eine leistungsstarke Löschwasserversorgung auf. Unter anderem wurde der firmeneigene Teich mit einer Hochleistungspumpe angezapft. Aus einem Dutzend Strahlrohren und der Löschkanone der Drehleiter prasselte das Löschwasser auf das Dach der großen Lagerhalle.

Eine Halle weitere kümmerten sich andere Kräfte um den brennenden Lastwagen und Suchteams fanden die vier vermissten Beschäftigten, die dem Rettungsdienst übergeben wurden. Sehr bewährt hat sich bei dieser Übung die Tatsache, dass in den hochmodernen Neubau verschiedenen Hallenabschnitte durch feuerfeste und gasdichte Rolltore abgeschottet sind. Das verhindert die Rauchverteilung und grenzt die Ausbreitung eines Schadensfeuer ab.

Kritische Beobachter der Übung waren Wilhelm Köhne, Ralph Heermann, Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann sowie Friedhelm Korenke und Regina Höpfner vom städtischen Fachamt.

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