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Hier warten Dreck und Spaß!

Bauprojekt SC-Vereinsheim läuft auf Hochtouren

Nicole Donath

Grundlagenarbeit: Mit der Verteilung von über 60 Kubikmetern Fertigbeton ist die Basis für den sicheren Stand des künftigen Sportlerheimes geschaffen. Hat die zähflüssige Masse eine feste Sohle gebeildet, kann das eigentliche Haus errichtet werden. - © Foto: Nicole Donath
Grundlagenarbeit: Mit der Verteilung von über 60 Kubikmetern Fertigbeton ist die Basis für den sicheren Stand des künftigen Sportlerheimes geschaffen. Hat die zähflüssige Masse eine feste Sohle gebeildet, kann das eigentliche Haus errichtet werden. (© Foto: Nicole Donath)

Halle. Ganz schön frisch ist es am Dienstagmorgen, als der gelb-rote Mischer vorfährt und den Fertigbeton anliefert. Bis zur Wade steht das Team von Schneider im grauen Schlick, während aus dem langen Gummirüssel die zähflüssige Masse in das engmaschige Gittergeflecht platscht, um bald die Sohle des neuen Sportlerheims zu bilden. Ausnahmsweise sind heute nur Fachleute am Start. Ansonsten haben SC-Vorsitzender Wolfgang Rehschuh und Geschäftsführer Matthias Kamann die Devise ausgegeben: „Ihr müsst nichts können, nur wollen und Zeit haben. Zieht euch einfach alte Sachen an und helft mit!“

Der Generalunternehmer: Frank »Kuddel« Schneider baut das SC-Heim ausnahmslos mit heimischen Handwerksbetrieben . - © Foto: Nicole Donath
Der Generalunternehmer: Frank »Kuddel« Schneider baut das SC-Heim ausnahmslos mit heimischen Handwerksbetrieben . (© Foto: Nicole Donath)

Gut, mit einer einzigen Mail oder einem lockeren Aufruf in der blau-weißen WhatsApp-Gruppe ließen sich nicht auf Anhieb die Massen mobilisieren – das wäre auch zu viel der Vereinsromantik gewesen. Aber nachdem ein akkurater Plan gemacht und an die Abteilungsleiter verteilt wurde, lief’s: „Die Fußballer sind für den Holzbau zuständig, die Volleyballer für die Rohrgräben, die HSG für die Betonarbeiten“, nennt Rehschuh ein paar Beispiele. „Und je weiter der Bau voranschreitet, umso größer wird auch das Interesse.“ Ganz offensichtlich steigt das Gemeinschaftsgefühl, desto mehr die einzelnen Gewerke zu einem großen Teil zusammenwachsen. Selbst die, die an einem Tag mal nicht aktiv helfen, gucken zwischenzeitlich vorbei. Lassen ein paar flotte Sprüche los oder essen in den gemeinsamen Pausen ein Bratwürstchen mit.

Info

"Mach's zu einem Teil von dir"

• Ein Büro für Verwaltung und Organisation, ein Multifunktionsraum für Kinder und Gesundheitssportler sowie ein Besprechungsraum für Trainer, Eltern und Aktive – all das wird im neuen, 278 Quadratmeter großen Heim des SC Halle zwischen an der Masch zu finden sein. Der Eigenanteil des Bauprojektes für den SC Halle beträgt zusätzlich zum städtischen Zuschuss in Höhe von 300 000 Euro noch 165 000 Euro. Damit sich diese Summe für den Verein minimiert, werben die Blau-Weißen um Unterstützung: Es werden sowohl Geld- als auch Sachspenden gesammelt. Weitere Infos dazu gibt es auf der Website unter www.sc-halle.de, außerdem sind hier das Bautagebuch sowie die zuständigen Ansprechpartner zu finden.

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Beispielsweise vergangenen Samstag, als die Jungs der 1. Herren zum Arbeiten eingeteilt sind. Polier Claus Osthus und Geselle Nico Schuppang geben eine kurze Anleitung zum Thema Sicherheit – dann werden Handschuhe verteilt und die Arbeit kann beginnen. Aus dem Baustellenradio dudelt Musik und während Felix Schael oder Fabian Goldbecker auf den Knien liegen und mit Metallzangen Drähte um die Stahlmatten rödeln, kommen die ersten Neugierigen. SC-Urgesteine wie Uli Stricker oder Ingo Engelstädter drehen ihre Runden auf dem Fahrrad und machen sich ein Bild von den Bauarbeiten. Volksbank-Vorstand Harald Herkströter geht mit dem Hund und verweilt kurz. Reinhard Vogt hält auf dem Weg zum Einkaufen auf der Baustelle an. Doch nicht nur an den Samstagen kommen die SC-Sportler und packen an, auch unter der Woche – sonst würde der Plan auch nicht aufgehen. Dabei ist nicht nur Hilfe auf der Baustelle gefragt, sondern auch bei Schneider auf dem Hof. Deshalb steht auf den Plänen für die Arbeitseinsätze auch ein M und ein F: M für Masch, F für Firma. Wieso? Geschäftsführer Frank »Kuddel« Schneider lacht und verweist auf tonnenweise Holz, das bei ihm am Gartnischer Weg lagert. „Hier wird das Vereinsheim schließlich vorgefertigt.“ Aber es sind ja Ferien und da gibt’s auch Unterstützung vom Fußballnachwuchs. Heute schleppen Lukas Kres aus der A-Jugend und Tim Schneider. Nicht etwa, dass sie großes Fachwissen hätten. Aber müssen sie auch gar nicht. Es reichen alte Sachen und der Wille, Teil des Projektes zu sein. Ein Verein – ein Vereinsheim. Und alle packen mit an.

SC Halle
Hier fliegen die Funken: Schneider-Polier Claus Osthus (links) und Nico Schuppang schneiden die Metallbänder passend. - © Foto: Nicole Donath
Hier fliegen die Funken: Schneider-Polier Claus Osthus (links) und Nico Schuppang schneiden die Metallbänder passend. (© Foto: Nicole Donath)
Pause: Zu jedem Arbeitseinsatz gehört auch die Verpflegung der Mannschaft. Hier sorgt »Molle« Böhm dafür, dass es mit vereinten Kräften vorangeht. - © Foto: Nicole Donath
Pause: Zu jedem Arbeitseinsatz gehört auch die Verpflegung der Mannschaft. Hier sorgt »Molle« Böhm dafür, dass es mit vereinten Kräften vorangeht. (© Foto: Nicole Donath)
Der Eisenbieger: Nico Schuppang, Geselle bei Schneider, bei den Vorbereitungsarbeiten. - © Foto: Nicole Donath
Der Eisenbieger: Nico Schuppang, Geselle bei Schneider, bei den Vorbereitungsarbeiten. (© Foto: Nicole Donath)
Die heimlichen Bauaufseher: Ulrich Stricker (links) und Ingo Engelstädter beim Ortstermin. - © Foto: Nicole Donath
Die heimlichen Bauaufseher: Ulrich Stricker (links) und Ingo Engelstädter beim Ortstermin. (© Foto: Nicole Donath)
Alles im Blick: SC-Vorsitzender Wolfgang Rehschuh (links) und Geschäftsführer Matthias Kamann sind erste Ansprechpartner beim Neubau. - © Foto: Nicole Donath
Alles im Blick: SC-Vorsitzender Wolfgang Rehschuh (links) und Geschäftsführer Matthias Kamann sind erste Ansprechpartner beim Neubau. (© Foto: Nicole Donath)
Hier wartet Arbeit: Fachwissen braucht es nicht, sondern vor allem den Willen, mitzumachen. - © Foto: Nicole Donath
Hier wartet Arbeit: Fachwissen braucht es nicht, sondern vor allem den Willen, mitzumachen. (© Foto: Nicole Donath)
Arbeit für die 1. Herren: Über Stunden rödeln die Jungs Metallgeflechte, damit der Fertigbeton eine akkurate Sohle bilden kann. Sie werden von den Sprüchen zahlreicher Zaungäste unterhalten. - © Foto: Nicole Donath
Arbeit für die 1. Herren: Über Stunden rödeln die Jungs Metallgeflechte, damit der Fertigbeton eine akkurate Sohle bilden kann. Sie werden von den Sprüchen zahlreicher Zaungäste unterhalten. (© Foto: Nicole Donath)
Packen mit an: Tim Schneider, Volker Kentsch und Reinhard Vogt. - © Foto: Nicole Donath
Packen mit an: Tim Schneider, Volker Kentsch und Reinhard Vogt. (© Foto: Nicole Donath)

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