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Zum Aufblühen gehört Regen

Schlechtes Wetter bei Frühlingskirmes "Halle blüht auf"

Nicole Donath,Uwe Pollmeier,Anke Schneider

Der Klassiker: Bei einer Break-Dance-Fahrt auf dem Lindenplatz ist das Wetter eher Nebensache. - © Foto: Nicole Donath
Der Klassiker: Bei einer Break-Dance-Fahrt auf dem Lindenplatz ist das Wetter eher Nebensache. (© Foto: Nicole Donath)

Halle. „Alles einsteigen, die Fahrt beginnt ... Und jetzt gut festhalten, denn das war noch gar nichts. Wir staaaaarteeeeeeen!“ Die Beats der Musik mischen sich mit dem lauten Kreischen der Fahrgäste, bunte Lichter flackern im Dunkeln – »Devil Dance« vor dem Rathaus! Ähnlich sieht es auf dem Lindenplatz aus.

Zielsicher: Hier wird auf Ballons oder Dosen geworfen. - © Foto: Nicole Donath
Zielsicher: Hier wird auf Ballons oder Dosen geworfen. (© Foto: Nicole Donath)

Hier steht der »Break Dance«, und wenngleich die Fahrgäste nicht meterhoch gen Himmel katapultiert werden, drehen sich die Gondeln auch hier rasant in die Runde und um sich selbst. Auch Autoscooter und Musik-Express gehören ebenso zu den Fahrgeschäften, die bis in die späten Abendstunden dicht umlagert sind – Kirmes in der Innenstadt, Halle blüht auf.

Kneipentour verlängert den Kirmesabend

Aber nicht nur auf den Straßen tummelten sich die Bürger und ließen sich Bratwurst, Zuckerwatte und gebrannte Mandeln schmecken. Ab 21 Uhr zog es zahlreiche Haller auch in die Kneipen, um bei Livemusik und netten Gesprächen das eine oder andere Gläschen zu leeren.

Die beiden Sänger und Musiker Tino Ludwig und Martin Roloff luden die Gäste der Frühjahrskirmes am Freitagabend zur »Kneipentour« ein. Als sich die Straßen der Frühjahrskirmes langsam leerten, füllten sich die Haller Gaststätten dadurch umso mehr. Zumindest die, die an der »Kneipentour« teilnahmen. Im »Haller Willem« hatte Tino Ludwig seine Utensilien aufgebaut. Das Multitalent begeisterte die Gäste als Vollblut-Saxofonist, der neben Gitarren und Flöten noch einige andere Instrumente beherrscht. Aus seinem Repertoire an über 1000 Stücken von »A« wie Louis Armstrong über »L« wie Udo Lindenberg und »P« wie Elvis Presley bis »Z« wie Frank Zappa spielte und sang er, was zum Tanzen und Mitsingen taugte.

Gehören dazu: Keine Kirmes ohne gebrannte Mandeln. - © Foto: Nicole Donath
Gehören dazu: Keine Kirmes ohne gebrannte Mandeln. (© Foto: Nicole Donath)

Zwischendurch holte er eine seiner Schülerinnen, Mia Beißmann aus Borgholzhausen, ans Mikrofon. Gemeinsam sangen die beiden unter anderem »What’s up« von der Gruppe »4 Non Blondes« und »Irgendwas bleibt« von »Silbermond«. Die 17-jährige Mia, die etwa zwei Songs zum Auftauen brauchte, lief schließlich zur Höchstform auf und erntete begeisterten Applaus.

In der »Haller Altstadt« am Kirchplatz gab Martin Roloff aus Werther den Ton an. Auch er, Gitarrist und Vollblutsänger, konnte aus einem schier unerschöpflichen Repertoire schöpfen, das von Klassikern aus den 1970ern und 1980ern über Countrysongs, Folkmusik unter anderem von Bob Dylan, bis hin zu unvergessenen Evergreens aus der Rockszene reichte. Musik aus der Retorte gab es in der Taverne, wo DJ Schibi vornehmlich Hits aus den 1980er und 1990er Jahren, aber auch aktuelle Ohrwürmer auflegte. Auch in Dimis Bistro »Le Gog« gab es eine After-Kirmes-Party.

Maja oder Minion: Der Ballonverkäufer hat sie alle. - © Foto: Uwe Pollmeier
Maja oder Minion: Der Ballonverkäufer hat sie alle. (© Foto: Uwe Pollmeier)

Nachdem der Samstag einigermaßen trocken geblieben war, erinnerte der Sonntag eher an den Haller Herbst. Einstellige Temperaturen, Nieselregen und ein böiger Wind machten kaum Lust auf einen ausgiebigen Kirmesbummel. Profitiert von dem Wetter haben höchstens die Einzelhändler, in deren Geschäfte sich die Haller zum Aufwärmen verzogen. So gingen auch viele Besucher in den Marktkauf, nur wenige jedoch für den großen Wocheneinkauf. Die meisten schlenderten ohne Einkaufswagen durch die Gänge und standen am Ende mit einem oder zwei Artikeln an der Kasse, die man beim letzten Einkauf vergessen hatte. „Solch eine Kirmes steht und fällt mit dem Wetter", hatte Schausteller Klaus Rasch im Vorfeld gesagt. Er sollte recht behalten, leider aber in der eher unerwünschten Variante.

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Einkaufsspaß: Viele Besucher gingen in die Geschäfte, wie hier am frühlingshaft geschmückten Schuhaus Neumann. - © Foto: Uwe Pollmeier Stimmungsmacher: Saxofonist Tino Ludwig spielt im Haller Willem, später mit Unterstützung von Mia Beißmann. - © Foto: Anke Schneider

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