„Wissen, wie die Welt aufgebaut ist“

Hallerin bei Internationaler Chemie Olympiade erfolgreich

Heiko Kaiser

Die richtige Mischung machts: Sarah Drabowski vom Kreisgymnasium Halle hat sich für die Runde der 60 besten Chemie-Schülerinnen Deutschlands qualifiziert. - © Foto: Bayer AG
Die richtige Mischung machts: Sarah Drabowski vom Kreisgymnasium Halle hat sich für die Runde der 60 besten Chemie-Schülerinnen Deutschlands qualifiziert. (© Foto: Bayer AG)

Halle. Bei Sarah Drabowski stimmt die Chemie. Die 17-jährige Schülerin des Kreisgymnasiums Halle gehört zu den besten Nachwuchs-Chemikerinnen im Land Nordrhein-Westfalen. Bei der von der Bayer-Stiftung ausgerichteten 49. Internationalen Chemie-Olympiade qualifizierte sie sich als eine von acht der insgesamt 20 Teilnehmern für die Endrunde auf Bundesebene.

In einer dreistündigen Klausur zu den Schwerpunktthemen Halogene und Aromaten hatte sich die Zwölftklässlerin für die dritte Runde qualifiziert. Bereits im vergangenen Jahr hatte Sarah Drabowski an diesem Wettbewerb teilgenommen, diesmal jedoch erstmals den Sprung unter die acht Landesbesten geschafft.

Als Belohnung für diese Leistung wurde die Hallerin zusammen mit ihren 19 Mitstreitern zu einem Seminar nach Leverkusen eingeladen. Dabei standen knifflige Chemie-Aufgaben und ein intensives Labor-Praktikum ebenso auf dem Programm, wie ein thematisch passender Projekt-Besuch im Kölner Wallraff-Richartz-Museum, bei dem die Jugendlichen mittels chemischer Methoden Kunstfälschungen identifizierten.

Wertvolle Erfahrungen sammeln

„Unsere Nachwuchs-Wissenschaftler haben in den zurückliegenden Tagen die faszinierende Welt der Chemie sehr praxisnah erleben dürfen", sagt Birgit Vieler, Dormagener Studiendirektorin und Landesbeauftragte NRW der Internationalen Chemie-Olympiade und fügte hinzu: „Im Labor haben die Teilnehmer beim gemeinsamen Forschen mit gestandenen Chemie-Profis besonders wertvolle Erfahrungen gemacht. Ich bin mir sicher, dass sie für ihren zukünftigen naturwissenschaftlichen Werdegang davon profitieren werden."

Sarah Drabowski hat zudem wertvolle persönliche Erfahrungen sammeln können: „Es war einfach toll, Leute zu treffen, die ähnlich denken wie ich", sagt sie. Doch wie denkt eine Chemikerin?
„Man muss offen sein für abstrakte Ansichten und bereit, Gelerntes zunächst beiseite zu legen und Themen von einer anderen Perspektive aus zu betrachten", sagt die Zwölftklässlerin.

Das Interesse für die Eigenschaften von Stoffen, ihre Reaktionsweisen und Verbindungen hat in der achten Klasse ihr Lehrer Joachim Kloidt geweckt. Seitdem beschäftigt sich Sarah Drabowski intensiv mit der Chemie. Keine Frage, dass sie dieses Fach schließlich neben der Mathematik zum Leistungskurs wählte.

Doch was macht diese Faszination für die Chemie bei ihr eigentlich aus? „Man bekommt eine Vorstellung davon, wie sich die Dinge zusammensetzen und wie die Welt aufgebaut ist", sagt Sarah Drabowski.

Mit dem Sprung unter die besten acht in Nordrhein-Westfalen hat sich die angehende Abiturientin für die Endrunde auf Bundesebene in Göttingen qualifiziert. Dort treffen sich vom 7. bis zum 14. März 60 Chemie-Nachwuchstalente aus dem ganzen Bundesgebiet. Dann werden in zwei vierstündigen Klausuren, deren Anforderungen laut Veranstalter weit über Abiturniveau liegen, jene 15 Endrundenteilnehmer ermittelt, aus deren Kreis anschließend in der 4. Runde die vier Teilnehmer herausgefiltert werden, die Deutschland bei der Chemie-Olympiade in Bangkok vertreten.

Für Sarah Drabowski ist bereits das Erreichen der dritten Runde ein riesiger Erfolg. „Schon das war für mich eine Überraschung. Noch weiter zu kommen, das ist beinahe unmöglich", sagt sie.

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