Getrennte Partys, doppelter Spaß

Karnevalsgesellschaft Künsebeck lässt es krachen

Ekkehard Hufendiek,Anke Schneider

Stimmung: Die Damen der Karnevalssitzung feierten ausgelassen bis in den frühen Morgen. Anders als die Herren hatten sich die Frauen passend zum Piraten-Motto kostümiert und enterten in teils schrillen Verkleidungen den Saal im Gasthaus Jäckel. - © Foto: Anke Schneider
Stimmung: Die Damen der Karnevalssitzung feierten ausgelassen bis in den frühen Morgen. Anders als die Herren hatten sich die Frauen passend zum Piraten-Motto kostümiert und enterten in teils schrillen Verkleidungen den Saal im Gasthaus Jäckel. (© Foto: Anke Schneider)

Halle-Künsebeck. Am Wochenende ließ es die Karnevalsgesellschaft Künsebeck krachen. Am Freitag feierten die Herren im ausverkauften Saal des Gasthauses Jäckel, Samstag lockte die Damensitzung. Beide Veranstaltungen waren nicht unbedingt jugendfrei.

Elferrat: Der Sitzungspräsident Rainer Pohl (vorne links) hat die Gäste im Landhotel Jäckel begrüßt. - © Foto: Ekkehard Hufendiek
Elferrat: Der Sitzungspräsident Rainer Pohl (vorne links) hat die Gäste im Landhotel Jäckel begrüßt. (© Foto: Ekkehard Hufendiek)

Drücken wir es so aus: Das karnevalistische Juxprogramm am Freitagabend drehte sich nicht selten um Späße, deren Pointen zielgenau unterhalb der Gürtellinie trafen. Dafür trampelten die Männer im ausverkauften Saal vor Freude mit den Füßen.

Der Sitzungspräsident des Künsker Elferrates Rainer Pohl hatte mit seinen zehn Karnevalskollegen für die 250 Gäste ein dreistündiges Programm zusammengestellt, das karnevalistisch hohe Qualität liefert. Eben passend für einen Männerabend. Die Anwesenden hatten einen Heidenspaß, während der abwesende weibliche Teil bei den wenigen jugendfreien Kalauern sein Fett abbekam.

Kitty und Bobby sorgen für Schnappatmung

Nach dem Einmarsch des Elferrates kündigte das leichtbekleidete Nummerngirl Kitty den Auftritt des Düsseldorfer Duos »Die Pillhöhner« an. Kitty schritt hochhackig durch die männlichen Reihen wie in den Pausen eines Fernsehboxkampfes.

Danach überschwemmten »Die Pillhöhner«, alias Klaus Feige und Charly Langen, das Publikum mit einer karnevalistischen Humorwelle, deren Schlagkraft vor allem aus schmutzigen Witzen bestand und kein Auge trocken ließ. Kostprobe: „Meine Frau spricht nicht mehr mit mir", so der eine. Darauf erwidert der andere: „Das ist doch gut: Frauen, die schweigen, soll man nicht unterbrechen." Es folgte Gesang: „Theo, wo bleibt das Bier?" Der Saal stimmte frohgemut mit ein.

Die Pillhöhner: Das Düsseldorfer Duo besticht durch dauerhafte Witzigkeit unter der Gürtellinie. - © Foto: Ekkehard Hufendiek
Die Pillhöhner: Das Düsseldorfer Duo besticht durch dauerhafte Witzigkeit unter der Gürtellinie. (© Foto: Ekkehard Hufendiek)

Dann kamen die »Fire Guardians«, eine weibliche Tanzgruppe aus Neuenkirchen mit – laut Aussage Rainer Pohls – „den schönsten Beinen des Abends". Die sechs jungen Damen zeigten Formationstanz in schicken, rotweißen Kostümen: „Ist das nicht eine Augenweide?", fragte Pohl die Gäste. Die Männer stimmen mit Zugaberufen zu. Damit niemand den Überblick verlor, trug Nummerngirl Kitty zur Freude aller Männer abermals ihr Zahlentäfelchen durch die Stuhlreihen.

Horst Schlag marschierte in Clownsmaske auf die Bühne. Der 76-Jährige, ein Urgestein aus der Karnevalshochburg Düsseldorf, servierte als Büttenredner deftige Kost in Reimen. „Den wollten wir schon immer haben" sagte Pohl. Tatsächlich jubelte der Saal nach fast allen Versen, die Horst Schlag ins Publikum schleuderte. „Wenn du die Masse hast, dann läuft es", sagte Schlag nach seinem erfolgreichen 35-minütigen Auftritt.

Zum Ausklang des gelungenen Männerabends spielte die Partyband »Kärnseife« aus Leverkusen Rock, Pop und Schlager, bevor Rainer Pohl die Verabschiedung übernahm.

Dann legten die Damen los

Tags drauf. Gleicher Ort, anderes Publikum. Bei der Damensitzung läuteten die Frauen der Künsebecker Karnevalsgesellschaft die fünfte Jahreszeit ein. Ausgelassen feierten sie mit mehr als 200 weiblichen Gästen ihre Prunksitzung. Das Motto lautete »Piraten« und dementsprechend fantasievoll hatten die Damen ihre Abendgarderobe gewählt.

Pünktlich um 20 Uhr stachen die Akteurinnen der Karibik in See und feuerten auf ihr Publikum ein buntes Programm aus Humor, Musik und einer Prise Erotik ab. Diesmal mussten die Herren dran glauben. Den Auftakt machte Tante Erna aus Limburg, die den versammelten Frauen erklärte, was in den Köpfen der Männer vor sich geht. „Was haben Männer und das Meer gemeinsam?", fragte die Ulknudel aus Limburg und lieferte rasch die Antwort: „Sie kommen und gehen."

Hut ab: Diese mutigen Bauchtänzer des Elferrates trauten sich vors weibliche Publikum und wurden mit reichlich Applaus belohnt. - © Foto: Anke Schneider
Hut ab: Diese mutigen Bauchtänzer des Elferrates trauten sich vors weibliche Publikum und wurden mit reichlich Applaus belohnt. (© Foto: Anke Schneider)

Die in einen Blümchenkittel gewickelte Frau mit Liebestöter unter der Oberbekleidung strotzte nur so vor Selbstbewusstsein: „Ich bin so heiß, wenn ich an einem Maisfeld vorbeigehe, dann regnet es Popkorn." Sie klärte die Damenwelt über die Geheimnisse der Liebe auf und beschrieb das dicke Ende mit eigenen Worten. „Irgendwann feiern Sie dann Blumenhochzeit. Die Braut ist verwelkt, der Bräutigam verduftet." Schlimmer gehe eben immer.

Nach dem Auftritt von Tante Erna, die ihren Part mit fetziger Musik unter anderem von Helene Fischer und Andrea Berg bestritt, hatte Nummernboy Bobby seinen ersten Auftritt. Der tänzelte in immer knapper werdendem Outfits über die Tische und mühte sich redlich wie tags zuvor Kitty, die Hormone des Publikums auf Betriebstemperatur zu bringen.

Feuerwehrmann Gockel plauderte schließlich aus dem Nähkästchen verschiedener Feuerwehrkameraden und von Haller Persönlichkeiten. Das Interesse der Frauen daran ließ jedoch nach einiger Zeit nach. „Was ist los mit euch?", bemerkte auch Gockel das Desinteresse. „Ihr wollt wohl nur Stripper", stellte er fest und erntete ein mehrstimmiges „Ja" aus dem Publikum.

Der Elferrat versuchte als Hütchentanzgruppe, eine ähnliche Erotik auszustrahlen – allerdings mit mäßigem Erfolg. Die als Gesichter getarnten Bäuche konnten mit Nummernboy Bobby nicht annähernd mithalten. Dafür war die Aufführung an Komik kaum zu überbieten. Die Herren des Elferrates tanzten zu verschiedenen Hits über die Bühne und ließen ihre wackelnden Bäuche dabei zur Wirkung kommen.

Musikalische Einlagen kamen von den Künskerlen Mario, Stocki, HP und Thorsten. Sie präsentierten in lustigen Kostümen eine Playbackshow mit Karnevalsmusik. Auf Partyhits vom Rheinland bis hin zum Ballermann hatte sich das Duo »Die Fetenturner« in Person von Michael Schön und Carl Schumann eingeschworen. Die Funkenmariechen der Fire Guardians aus Neuenkirchen sorgten auch an diesem Abend für karnevalstypische Tanzeinlagen.

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