Trauer um Donato

Halles bekanntester Pizzabäcker (58) ist gestern gestorben

Nicole Donath

Erlag einer Krebserkrankung: Donato Zaza, Halles bekanntester Pizzabäcker, ist gestern gestorben. Er wurde 58. - © Foto: Nicole Donath
Erlag einer Krebserkrankung: Donato Zaza, Halles bekanntester Pizzabäcker, ist gestern gestorben. Er wurde 58. (© Foto: Nicole Donath)

Halle. Im November hatte Donato Zaza die Nachricht erhalten, dass er an Krebs erkrankt sei. In der Nacht zu Mittwoch erlag er der tückischen Krankheit – kaum acht Wochen nach der Diagnose.

Allein die dramatische Rasanz, mit der der bösartige Tumor in kürzester Zeit traurige Tatsachen geschaffen hat, ließ gestern all diejenigen fassungslos zurück, die ihn geliebt und gemocht haben. Dazu kommt die eigentliche Trauer um einen Menschen, den fast jeder in Halle gekannt hat: Donato, begeisterter Vater eines Sohnes, war eben der Pizzabäcker der Stadt. Seit 1990 gehörte er zur Rosenstraße einfach dazu.

Donato war gerade 16, als er seine Tischlerlehre schmiss, den Militärdienst verweigerte und einfach mal raus wollte aus seiner italienischen Kleinstadt Bari. Allen Bedenken seiner Mutter zum Trotz setzte er sich damals in den nächsten Zug, der ihn nach Deutschland bringen sollte. Für einen Sommer, so war der Plan. Am Ende wurden daraus fast 43 Jahre.

Kein Wort Deutsch habe er damals gekonnt, erzählte Donato einmal. Überhaupt kam er nur mit ein paar wenigen Sachen in einer kleinen Tasche bei seinem Onkel in Bielefeld an. Aber der fröhliche junge Italiener fühlte sich hier sofort wohl und hatte bei aller Verbundenheit zu seiner Heimat Freude an seinem neuen Leben in Freiheit – und blieb. Donatos Mutter, die nach dem frühen Unfalltod ihres Mannes alleine mit den zwei anderen Söhnen bei ihren Eltern lebte, war nicht wirklich glücklich mit dieser Entscheidung. Und dennoch ließ sie ihren Ältesten ziehen. An der tiefen Liebe und der Verbundenheit zwischen Donato und seiner Mutter änderten auch Tausende von Kilometern nichts. Nie.

Weil das Tischlerhandwerk auch in Deutschland nicht der richtige Beruf für Donato war, wechselte er das Fach und heuerte zunächst als Pizzabäcker-Gehilfe in einer Bielefelder Pizzeria an. Mit Begeisterung verrichtete er dort seine Arbeit und stieg bald zum Chefdreher auf. Nach der Hochzeit mit seiner ersten Frau zog Donato 1984 dann nach Halle und nahm hier zunächst noch einen Job als Fahrer einer Getränkefirma an – bis es 1990 endlich mit seiner eigenen kleinen Pizzeria klappte: mit der Pizzeria »Taormina« in der Innenstadt.

Gemeinsam mit seiner zweiten Lebensgefährtin Ayse Buchmann wurde Donato 2003 Vater von Antonio-Huseyin. Sein ganzer Stolz, mit dem er auf Italienisch schimpfte und lachte und dessen Wohlergehen für ihn über allem stand, was sonst in seinem Leben eine Rolle spielte. Und so hinterlässt Donato jetzt seine große Familie in tiefer Trauer. Und all die Menschen, für die er fast 27 Jahre lang Pizza und Nudeln zubereitet hat und sie mit den immer selben Worten servierte: „Ich habe fertig!"

Die Trauerfeier findet Freitag, 13. Januar, ab 13 Uhr in der Haller Friedhofskapelle statt. Nur beerdigt wird Donato nicht hier. Er kehrt jetzt heim nach Italien.

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