Ein Ort wie viele andere

Kein Unfallschwerpunkt?

Uwe Pollmeier

Stelle ohne große Gefahren: Ein Holzkreuz erinnert an einen Jahre zurückliegenden Verkehrsunfall mit zwei Toten an der Einmündung der Werther Straße in die Theenhausener Straße. Ein weiteres Todesopfer brachte ein Zusammenstoß im vergangenen August, hinzu kommen viele Verletzte. Am Montag hatte es erneut gekracht. - © Foto: Uwe Pollmeier
Stelle ohne große Gefahren: Ein Holzkreuz erinnert an einen Jahre zurückliegenden Verkehrsunfall mit zwei Toten an der Einmündung der Werther Straße in die Theenhausener Straße. Ein weiteres Todesopfer brachte ein Zusammenstoß im vergangenen August, hinzu kommen viele Verletzte. Am Montag hatte es erneut gekracht. (© Foto: Uwe Pollmeier)

Halle. Vor einigen Jahren starben hier zwei Junge Menschen, vor knapp fünf Monaten ein 62-jähriger Motorradfahrer aus Bissendorf. Hinzu kommen einige Verletzte und noch mehr Blechschäden – zuletzt vor zwei Tagen. „Gefühlt ist dies eine Einmündung, die man als gefährlich einstuft", sagt Heinz-Udo Lakemper vom Bauamt der Stadt Halle. Aber das Gefühl täuscht offenbar.

Denn laut der Unfallhäufungsstellenkommission ist die Einmündung Werther Straße / Theenhausener Straße eine Stelle wie viele andere in Halles Straßenverkehrsnetz.

Ampel und Kreisverkehr zu den Akten gelegt

„Im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen wird diese Kreuzung nicht als Unfallhäufungsstelle eingestuft", sagt Lakemper. Gemeinsam mit Vertretern von Straßen.NRW und vom Straßenverkehrsamt des Kreises Gütersloh hat sich Lakemper schon im vergangenen Oktober die Situation vor Ort angeschaut. Man habe im Anschluss über die verschiedensten Möglichkeiten diskutiert, darunter seien auch „ganz verrückte Ideen" gewesen. „Ich selbst hatte mal überlegt, die alte Straßenführung wieder herzustellen und die Wertherstraße erst auf Höhe der Nordstraße in einen Kreisverkehr münden zu lassen", sagt Lakemper.

Ein Kreisverkehr wäre auch eine Option für den jetzigen Einmündungsbereich, jedoch wäre der Platz äußerst beengt. „Rechts und links der Werther Straße geht es steil runter, da müsste Boden aufgeschüttet werden", sagt Lakemper mit Blick auf den jetzigen Wanderparkplatz. Es würden Kosten entstehen, die angesichts der anfangs erwähnten normalen Verkehrssituation an diesem Punkt nicht zu rechtfertigen wären. Eine Alternative wäre eine Ampel, deren Installation dort nach grober Schätzung Lakempers rund 60 000 Euro kosten würde. „hinzu kämen dann noch laufende Kosten für Strom und Unterhaltung", sagt Lakemper.

Ulrich Elfers, Abteilung Straßenverkehr beim Kreis Gütersloh, hat sich gestern am späten Nachmittag noch einmal vor Ort umgeschaut. „Ich werde mir noch einmal ansehen, wie gut sichtbar die Autos sind, wen man aus der Werther Straße kommt und auf die Theenhausener Straße einbiegen will", sagte Elfers vorab gegenüber dem HK. Man wolle auf jeden Fall durch neue Schilder auf die erhöhte Gefahr hinweisen, auch wenn Straßen.NRW als Straßenbaulastträger sich bisher in vielerlei Hinsicht quer gestellt hat.

Verstärkte Radarkontrollen geplant

„Wir haben aber bereits vor einigen Wochen das Aufstellen des Warnschilds Unfallgefahr am Ende der Werther Straße angeordnet", sagt Wolfgang Hildebrandt, Sachgebietsleiter Verkehrsüberwachung beim Kreis Gütersloh. In den kommenden Tagen werde es aufgestellt, verspricht Hildebrandt.

Zudem werde man gestärkte Radarkontrollen durchführen, damit diesen Aspekt der Unfallursachen in den Griff bekommt. Denn offensichtlich wird die Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometer oftmals überschritten, so dass die Abstände falsch eingestützt werden.

Heinz-Udo Lakämper hat schon jetzt Bedenken, dass sich die Situation verschlechtern werde. „Wenn die A-33-Anschlussstelle Schnatweg fertig ist, wir das Verkehrsaufkommen noch größer. Da wird mir wirklich etwas bange", sagt Lakemper.

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