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Bodyguards mit Batterie

Bauordnungsänderung tritt nächstes Jahr in Kraft

Uwe Pollmeier

Können Leben retten: Rauchmelder sind ab 1. Januar 2017 Pflicht in jeder bewohnten Immobilie. - © Foto: Dpa
Können Leben retten: Rauchmelder sind ab 1. Januar 2017 Pflicht in jeder bewohnten Immobilie. (© Foto: Dpa)

Halle. In den USA sind rund 93 Prozent aller Haushalte mit Rauchwarnmeldern ausgestattet, in Berlin sind es derzeit weniger als zehn Prozent. Spätestens bis Ende 2020 treten in allen Bundesländern Regelungen zur Rauchmelderpflicht ein. In Nordrhein-Westfalen müssen ab dem 1. Januar 2017 alle Schlafräume, Kinderzimmer und Flure mit entsprechenden Geräten ausgestattet sein. Die Nachfrage nach den runden Plastikobjekten mit dem nervtötenden Piepston, der Leben retten kann, hat auch in Halle stark zugenommen.

„Wir haben schon das ganze Jahr über Rauchmelder installiert, man merkt jedoch, dass sich Eigentümer immer stärker mit dem Thema befassen und die Nachfrage zunimmt“, sagt Jonas Frank, Elektrotechnikermeister bei Weidich Haustechnik. Um die einwandfreie Funktion gewährleisten zu können, sei es ratsam, einen Fachbetrieb mit der Installation zu beauftragen. „Abraten kann ich eindringlich von nichtzertifizierten Geräten. Der Rauchmelder sollte auf jeden Fall eine CE-Kennzeichnung haben und über ein EG-Konformitätszertifikat verfügen“, sagt Frank. Empfehlenswert seien auf jeden Fall Geräte, die von der unabhängigen Prüforganisation VdS (Vertrauen durch Sicherheit) empfohlen werden.

Obwohl nicht vorgeschrieben, empfiehlt Frank auch die Installation eines Rauchmelders im Wohnzimmer, da dort ja schließlich in der Regel auch die Adventskränze stehen. Auch in einem von mehreren Mietparteien genutzten Treppenhaus sollten die runden Rauchmelder unter der Decke sitzen.

Info

Informationen für Mitglieder

• Auf der Mitgliederversammlung des Vereins Haus & Grund Halle am heutigen Mittwoch um 18 Uhr im Restaurant Sauerzapfes, Alleestraße 20. Dort spricht Jürgen Upmeyer, Geschäftsführer von Haus & Grund OWL, über die Rauchmelderpflicht. „Der Countdown läuft", sagt Upmeyer vorab im Gespräch mit dem HK. Er begrüße die Einführung der Pflicht und auch die für NRW gültige Hybridlösung, bei der sich der Mieter um die Wartung und der Vermieter um die Anschaffung kümmert. Upmeyer weist darauf hin, dass alle Geräte einmal pro Jahr auf ihre Betriebsbereitschaft überprüft werden müssen.

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Wer am 1. Januar keinen Rauchmelder in seiner Immobilie hat, könnte direkt Probleme bekommen. Schließlich gilt das Gesetz bereits seit dem 1. April 2013. Zum Jahresende läuft nun auch der Nachrüstungszeitraum und somit die Schonfrist aus. Kontrolliert wird die Installation jedoch vorerst nicht. Möglicherweise sollen aber später mal die Schornsteinfeger diese Aufgabe übernehmen.

„In der Hausratversicherung steht, dass man sich an behördliche Auflagen halten muss. Nur so kann man den vollen Versicherungsschutz erhalten“, erklärt eine Mitarbeiterin der Haller Provinzial-Geschäftsstelle Lünstroth. Zwar sei nicht ausdrücklich von Rauchmeldern die Rede, jedoch handele es sich um eine Obliegenheitsverletzung und der Versicherungsnehmer könne wegen Fahrlässigkeit in Regress genommen werden.

In den gut 1700 Wohnungen der Kreiswohnstättengenossenschaft (KWG) sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen. „Es gibt nur noch ein paar Nachzügler, die bisher nicht anzutreffen waren“, sagt Diplomingenieur Rolf Tiemann, Abteilungsleiter Technik bei der KWG. Als kleines Bonbon übernimmt ein von der KWG beauftragter Dienstleister auch die Wartung der Rauchmelder, obwohl dies eigentlich Aufgabe des Mieters ist.

Bereits in den vergangenen Jahren gehörten Rauchmelder zur Einrichtung der KWG-Wohnungen. Nun wurden aber alle Geräte durch modernere Varianten ausgetauscht. „Es hat in den vergangenen Jahren keine Probleme mit den Meldern gegeben. In einem Fall sei ein Melder aber losgegangen, weil ein Mieter heißes Öl auf dem Herd vergessen und die Wohnung verlassen hatte.

Auch Stadtbrandinspektor Wilhelm Köhne hat bisher keine Fehlalarme verzeichnet. „Allerdings haben wir schon öfter nach einem Brand bemerkt, dass ein Rauchmelder irgendwo mit leerem Batteriefach herumgelegen hat“, sagt Köhne. So war die Idee sicher nicht gedacht.

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