Bahnhof soll völlig neu gestaltet werden

Andreas Großpietsch

Modell Ringlokschuppen: So könnte die Mobilitätsstation Borgholzhausen einmal aussehen. Verschiedene Verkehrsarten sollen dort aufeinandertreffen. Das Konzept hat eine Förderung in Millionenhöhe durch das Land nahezu sicher, ist aber trotzdem flexibel genug, um zum Beispiel den Kult-Imbiss im Pilz mit einzubeziehen. - © Foto: Büro Röver
Modell Ringlokschuppen: So könnte die Mobilitätsstation Borgholzhausen einmal aussehen. Verschiedene Verkehrsarten sollen dort aufeinandertreffen. Das Konzept hat eine Förderung in Millionenhöhe durch das Land nahezu sicher, ist aber trotzdem flexibel genug, um zum Beispiel den Kult-Imbiss im Pilz mit einzubeziehen. (© Foto: Büro Röver)
Veränderungen: Das gelbe Gebäude links ist das ehemalige Bahnhofshotel, das abgerissen wird und der Mobilstation Platz macht. Rechts im Bild der ehemalige Bahnhof. Foto: Andreas Großpietsch - © Andreas Großpietsch
Veränderungen: Das gelbe Gebäude links ist das ehemalige Bahnhofshotel, das abgerissen wird und der Mobilstation Platz macht. Rechts im Bild der ehemalige Bahnhof. Foto: Andreas Großpietsch (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Heute, wo der Bereich des Borgholzhausener Bahnhofs jeden Tag im Würgegriff des anbrandenden Autobahnverkehrs leidet, fällt es nicht leicht, dort den Blick nach vorn zur richten und die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Doch der Plan zum Bau einer Mobilstation auf dem Grundstück des ehemaligen Bahnhofshotels bietet eine nahezu perfekte Chance, genau hier die richtigen Weichen für die Mobilität der Zukunft zu stellen. Das ist die einstimmige Meinung der Parteien im Rat.

Im Hauptausschuss sparten die Parteien denn auch nicht mit Lob für die Leistung der Verwaltung, die früh die Chancen eines Mobilitätskonzepts erkannt hat und damit jetzt viel Fördergeld des Landes für die Stadt sichert. Die Entscheidung, jetzt den entscheidenden Förderantrag zu stellen, fiel einstimmig.

Borgholzhausens Mobilstation ist eines von sechs Vorhaben, die auf einer Liste von Projekten stehen, bei denen das Land mit einer 90-prozentigen Förderung einsteigen will. Außer den Antrag nicht zu stellen, konnte die Stadt nicht mehr viel tun, um den Geldsegen zu vermeiden. Das liegt daran, dass der Plan genau in das Anforderungsschema des Landes passt.

Der Begriff der Mobilstation klingt heute noch ungewohnt. Mit dem Wort Bahnhof dagegen kann fast jeder etwas anfangen. Das war nicht immer so. Als Bahnstrecken wie die des Haller Willems entstanden, wurden an geeigneten Stellen Mobilstationen errichtet – nur, dass sie eben Bahnhof hießen. Straßen und Wege erschlossen von dort aus die Umgebung, Menschen siedelten sich ebenso an wie Geschäfte und Firmen. Bahnhöfe wurden nach einheitlichen Grundplänen individuell vor Ort gebaut. Ein Hotel gehörte an vielen Stellen zum Ensemble – auch in Borgholzhausen.

Dieses Gebäude ist jetzt seit wenigen Tagen im Besitz der Stadt und damit war eine entscheidende Hürde der Planung genommen. Denn Mobilstationen sollen verschiedene Verkehrsarten miteinander verbinden – und wohl nirgendwo sind die Voraussetzungen in Borgholzhausen besser als hier, wo Bahnsteig und Bushaltestelle nebeneinanderliegen.

Barrierefreiheit ist eine der Grundvoraussetzungen bei der Planung einer Mobilstation. Das bezieht auch auf die Toilettenanlage, die ebenso zum Konzept gehört wie Ladesäulen für E-Autos, Boxen zum sicheren Unterstellen von Fahrrädern und möglicherweise auch eine Sammelstelle für das Car-Sharing.

Ganz genau kann natürlich niemand die Mobilität der Zukunft voraussehen. Deshalb bestehen Mobilstationen aus verschiedenen Modulen, die auf die besonderen Anforderungen am Standort zugeschnitten werden können. Wie man diese Einzelteile anordnet, bleibt dabei der Kreativität vor Ort überlassen.

Ralf Vieweg, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, präsentierte eine Anordnung, die an einen Ringlokschuppen erinnert. „Das ergibt völlig neue Sichtachsen an dieser Stelle", schwärmt er von dem Entwurf.

Dass damit auch ein sichtbares Zeichen für den Neuaufbruch am Bahnhof entsteht, wurde von allen Politikern begrüßt. Die Formensprache der Station kann noch verändert werden. Wichtig ist der Einstieg ins Projekt jetzt, um sich 90 Prozent der geschätzten Investitionssumme von 1,8 Millionen Euro als Zuschuss zu sichern.

Copyright © Haller Kreisblatt 2017
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha