Borgholzhausens Bauhof setzt auf Elektroautos

Elektromobilität: Abgasfrei wird das Fahrzeug des städtischen Baumsachverständigen Henning Wulfmeyer unterwegs sein. Für Stromlieferant innogy ist die Förderung nur der Auftakt einer Investitionsoffensive für Elektromobilität in Pium

Großpietsch

Wenn alle an einem Strang ziehen; Das neue Fahrzeig des Bauhofs ist ein rein elektrisch angetriebener Nissan. Bei der Übergabe dabei - von links: Dirk Speckmann (Bürgermeister) Henning Wulfmeyer (Bauhof), Rainer Oesting (innogy), Markus Zegarek (Autohaus) und Magnus Lindner (Stadt). - © Andreas Großpietsch
Wenn alle an einem Strang ziehen; Das neue Fahrzeig des Bauhofs ist ein rein elektrisch angetriebener Nissan. Bei der Übergabe dabei - von links: Dirk Speckmann (Bürgermeister) Henning Wulfmeyer (Bauhof), Rainer Oesting (innogy), Markus Zegarek (Autohaus) und Magnus Lindner (Stadt). (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. „Borgholzhausen ist mit seinem Mobilitätskonzept sehr innovativ unterwegs. Das unterscheidet die Stadt von anderen Kommunen", sagt Rainer Oesting. Und der Kommunalbetreuer der Firma innogy ist jemand, der das durchaus beurteilen kann. Denn für den Energieversorger betreut er eine ganze Reihe von Städten. Zu seinen Aufgaben gehört es, Geld an die sogenannten Konzessionsgeber zu verteilen. Allerdings nicht nur nach dem Prinzip Gießkanne, bei dem jeder gleich viel bekommt.

Nissan e-NV200 für den städtischen Bauhof - © Andreas Großpietsch
Nissan e-NV200 für den städtischen Bauhof (© Andreas Großpietsch)

In manchen Fällen gibt es deutlich mehr – wie jetzt für die Stadt Borgholzhausen. Rund 25.000 Euro kostet der nagelneue Nissan e-NV 200 und innogy hat von dieser Summe 90 Prozent übernommen. Und es soll nicht bei dieser Unterstützung bleiben, kündigte Oesting an. Für das kommende Jahr ist Unterstützung bei der Anschaffung eines weiteren Elektroautos für die Stadt Borgholzhausen ebenso geplant wie eine ganze Reihe von neuen, öffentlich nutzbaren Ladesäulen.

Die »Tankfüllung« für rund 170 Kilometer gibt es für 7,20 Euro

„Wir sind in sehr häufigen und interessanten Gesprächen mit innogy", umschreibt Bürgermeister Dirk Speckmann die Situation. „Es freut uns sehr, dass wir so starke Unterstützung bei der Umsetzung unserer Klimaziele durch das Unternehmen bekommen", erklärt er weiter.

Da der Anschaffungspreis dank der Förderung für die Stadt tatsächlich sehr übersichtlich ist, wirken sich die niedrigen Kosten im täglichen Betrieb um so positiver aus. Mit 24 Kilowattstunden Strom ist die Batterie gefüllt. Rechnet man großzügig mit 30 Cent Kosten für eine Kilowattstunde, so ist das Fahrzeug für 7,20 Euro vollgetankt.

Nissan e-NV200 für den städtischen Bauhof - © Andreas Großpietsch
Nissan e-NV200 für den städtischen Bauhof (© Andreas Großpietsch)

Rund 170 Kilometer weit kann der Nissan damit fahren – mehr als genug, denn er ist vor allem für den Einsatz auf kurzen Strecken gedacht. Baumexperte Henning Wulfmeyer wird vor allem mit dem Wagen unterwegs sein, um Bäume und Straßen, für die Borgholzhausen die sogenannte Verkehrssicherungspflicht hat, regelmäßig auf mögliche Gefahren zu untersuchen. Nachts hängt der Wagen an der Steckdose im Bauhof, wo er nach spätestens acht Stunden wieder vollständig geladen ist. „Wenn es schneller gehen muss, kann man aber bei einer Schnellladung in einer halben Stunde die Batterie zu rund 80 Prozent füllen", sagt Markus Zegarek vom gleichnamigen Haller Nissan-Autohaus.

Man habe bereits etliche Gespräche mit Interessenten geführt, aber dieses sei das erste ausschließlich mit Strom betriebene Fahrzeug, dass sie verkauft hätten, erklärte er weiter. Bei dem Nissan handelt es sich um eines der wenigen Angebote im Nutzfahrzeugsektor. Bei winterlicher Kälte werde die Kilometerleistung geringer sein, räumt Zegarek ein. Was natürlich auch davon abhängt, wie stark Klimaanlage und Heizung gebraucht werden. Beim Fahrversuch überzeugt das Auto aber mit guter Beschleunigung und seinem fast lautlosen Fahrgeräusch.

Info
Das "E" im Kennzeichen

  • Autokennzeichen, bei denen ein »H« als letzter Buchstabe auftaucht, gibt es seit 20 Jahren. Das H steht für »Historisch« und ein solcher Oldtimer muss mindestens 30 Jahre alt sein, um es tragen zu dürfen.
  • Ziemlich unbekannt ist die Kennzeichnung mit dem Buchstaben »E«, wie sie das neue Bauhoffahrzeug aufweist. Erst seit September 2015 ist sie für Elektrofahrzeuge, Plug-In-Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge zugelassen.
  • Das »E« ist freiwillig, kann aber nützlich sein. Es soll die Kontrolle erleichtern, ob Sonderregelungen wie zum Beispiel gekennzeichneten Parkplätze zu Recht in Anspruch genommen werden.

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