Schlammschlacht auf dem Stoppelfeld

Ekkehard Hufendiek

Matschige Angelegenheit: Hauptsache nicht steckenbleiben, lautete die Devise für die Teilnehmer. Das schafften bei weitem nicht alle Fahrer. - © Ekkehard Hufendiek
Matschige Angelegenheit: Hauptsache nicht steckenbleiben, lautete die Devise für die Teilnehmer. Das schafften bei weitem nicht alle Fahrer. (© Ekkehard Hufendiek)
Nicht nur Männersache: Mona Quander aus Versmold sitzt auf ihrem Renault Clio mit über 160 PS. - © Ekkehard Hufendiek, HK
Nicht nur Männersache: Mona Quander aus Versmold sitzt auf ihrem Renault Clio mit über 160 PS. (© Ekkehard Hufendiek, HK)

Borgholzhausen/Dissen. Schlamm überzieht die Rennstrecke, das Fahrerlager und die benachbarten Parkflächen auf den Äckern wie brauner Pudding. 150 Rennautos stecken im Fahrerlager fest – viele wären ohnehin nur mit Hilfe eines Treckers an den Start gekommen. Da bringen auch tiefe Noppenreifen nichts. „So schlimm war es noch nie“, sagt Rennleiter Jörg Bunselmeyer.

Bauer Heinrich Blanke, der den Acker für das Stoppelfeldrennen in Piums Nachbarschaft zur Verfügung stellt, hat deswegen in Absprache mit der Rennleitung am Samstag um 11 Uhr alle vier Tagesläufe abgesagt. Grund der Misere ist das Regenwasser, das vor allem in der Nacht zuvor den Ackerboden aufgeweicht hat.

Viele Besucher machen sich enttäuscht wieder auf den Nachhauseweg. An guten Tagen kommen zwischen 1500 und 2000 Gäste an die Rennstrecke. Jetzt bleiben die meisten Würstchen- und Getränkebuden zu. Nur die umliegenden Gummistiefelverkäufer werden sich vermutlich die Hände gerieben haben. Laut Bunselmeyer waren Gummistiefel in der Umgebung sogar kurzfristig ausverkauft.

Immerhin haben die Kinder ihren Spaß im Schlamm. Zum Beispiel Hannes, Johannes, Paul und Jakob. Die vier Jungen sind angezogen wie Schlicktaucher und marschieren lachend die Rennstrecke entlang, während sie sich mit braunen Schlammkugeln beschmeißen.

Die Rennleitung indes hat wenig zu lachen. Schon nach dem ersten Tag ist klar: Das 37. Aschener Stoppelfeldrennen geht mit einem dicken Minus zu Ende. Zwar versucht die Rennleitung um Präsident Uli Meyer zu Drewer das Schlimmste abzuwenden, indem sie die Rennen am Sonntag schon um 8 Uhr morgens statt wie angekündigt erst um 12 Uhr starten. Doch auch der zweite Tag versinkt im Matsch: Bei fast allen Rennen bleiben Autos stecken. Fahrer, die in der ersten Linkskurve des 2400 Meter langen Rundkurses die Fahrbahnmitte wählen, kommen nicht weit. Die Löcher im Acker sind hier zu tief. Immer wieder bleiben Karossen an einem Schlammhaufen hängen, während die Reifen in der Luft den Grip verlieren. Die Helfer in den Treckern haben viel zu tun: Sie ziehen zwischen den Starts die Rennwagen durch den Modder.

„Das macht heute keinen Spaß“, sagt ein Fahrer. Bei solchen Kommentaren wiederum versteht Jörg Bunselmeyer von der Rennleitung keinen Spaß. „Wer hat das gesagt?“ , fragt er verärgert. Der Übeltäter solle doch seinen Startplatz beim nächsten Mal für einen anderen frei machen. Tatsächlich wissen alle Beteiligten um den Kultstatus, den das Rennen genießt. Doch andererseits geht es diesmal augenscheinlich eher darum, die 2400 Meter lange Strecke überhaupt zu bewältigen. Fahrerisches Können hingegen hat der Schlamm verschluckt.

Copyright © Haller Kreisblatt 2017
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha