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Betriebsrat kämpft, Politik appelliert

Dissenser Stadtrat verfasst Brief an Homann

Claus Meyer

Dissen/Borgholzhausen. Leppersdorf im Hinterkopf, doch Dissen weiterhin vor Augen: Der Betriebsrat des Feinkostunternehmens und die Lokalpolitik in Borgholzhausens Nachbarstadt kämpfen weiterhin um den Verbleib des Werkes. Wie mehrfach berichtet will Homann nur noch bis 2020 in Dissen bleiben und plant im sächsischen Leppersdorf einen neuen Betrieb.

Verschwindet Homann aus Dissen?: Hundertprozentig steht das für den Betriebsrat noch nicht fest. - © Foto: Andreas Großpietsch
Verschwindet Homann aus Dissen?: Hundertprozentig steht das für den Betriebsrat noch nicht fest. (© Foto: Andreas Großpietsch)

Der Dissener Stadtrat findet sich damit nicht ab. In dieser Woche verfasste er einen Brief an Heiner Kamps, Manager der Unternehmensgruppe Theo Müller, zu der Homann gehört. Darin führen die Lokalpolitiker aller Argumente auf, die aus ihrer Sicht für einen Verbleib am Standort Dissen sprechen. So stünden beispielsweise 20 Hektar Erweiterungsfläche bereit; eine Bedingung, an die Homann einst einen möglichen Verbleib in Dissen unter anderem knüpfte. Der Rat unterstreicht darüber hinaus seine Bereitschaft, mit Homann weiter zu verhandeln. Eine Gefahr bestünde im vorzeitigen Abgang von Fachkräften, die sich mit ihrer weiteren beruflichen Perspektive nicht erst in drei Jahren beschäftigen wollen.

Von denen weiß auch der Homann-Betriebsrat zu berichten. „Wir sagen: Wartet ab, bis es hundertprozentig feststeht“, wird Betriebsratsmitglied Matthias Conrad in der Neuen Osnabrücker Zeitung zitiert. Auch da schwingt in den Worten die Hoffnung mit, dass es für Homann in Dissen noch nicht vorbei ist.

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Conrad weiß aber von Mitarbeitern, die nicht abwarten wollen und sich anderweitig beworben haben. Der Markt ist da. Branchenähnliche Firmen in der Umgebung gibt es genug. Erst kürzlich hatte der in Mettingen im Kreis Steinfurt ansässige Tortenhersteller Coppenrath & Wiese offensiv um Homann-Mitarbeiter geworben. Mehr als 200 Arbeitskräfte in Dissen haben laut Conrad schon um ein Arbeitszeugnis gebeten. Der Wechselwunsch umtreibe dabei alle Altersgruppen.

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