Anzeige

Massenschlägerei mit Polster

Rasante Sportart: Juggertunier des CVJM

Anke Schneider

Rasante Sportart: Beim Jugger geht es darum, den Gegner durch Berührungen mit gepolsterten Spielgeräten zu stoppen. - © Foto: Anke Schneider
Rasante Sportart: Beim Jugger geht es darum, den Gegner durch Berührungen mit gepolsterten Spielgeräten zu stoppen. (© Foto: Anke Schneider)

Borgholzhausen. Der zweite Blick aufs Spiel ist der entscheidende. Auf den zweiten Blick lässt sich nämlich ein System erkennen. Auf den ersten Blick mutet Jugger wie eine willkürliche Massenschlägerei an. Jeweils fünf Spieler aus zwei Mannschaften rennen aufeinander zu, um sich gegenseitig mit Hilfe von gepolsterten Ketten und gepolsterten Stöcken, sogenannten Pomfen, daran zu hindern, den Läufer zu fangen.

Strahlende Sieger: Die Mannschaft aus Gütersloh gewann die Premiere des Jugger-Turniers in Pium. - © Foto: Anke Schneider
Strahlende Sieger: Die Mannschaft aus Gütersloh gewann die Premiere des Jugger-Turniers in Pium. (© Foto: Anke Schneider)

Wird ein Spieler mit einer Kette oder einem Pomf getroffen, muss er für fünf Sekunden in seiner Position verharren. Das verschafft dem Läufer Zeit, das Tor zu erreichen. Denn seine Aufgabe ist es, einen Ball (Jugg) so oft wie möglich in das gegnerische Tor (Mal) zu bringen.

Seinen Ursprung hat Jugger in dem Spielfilm »Die Jugger – Kampf der Besten« aus dem Jahr 1989. Hollywood-Haudegen Rutger Hauer spielt die Hauptrolle. Der Drehbuchautor David Webb Peoples erfand das Spiel für die Handlung des Films.

„Im Film ist der Ball ein Hundeschädel, die Spielgeräte sind Eisenketten und Eisenstangen", berichtet Simon Schäfer vom Juggerverein Bielefeld, der als Mitspieler und Beobachter in Borgholzhausen dabei ist. Die Spieler in dem Film tragen eine Rüstung zum Schutz ihres Körpers. In der Sporthalle reichen gepolsterte Spielgeräte, um Verletzungen zu vermeiden. Zudem ist es beim Jugger verboten, gegen den Kopf und die Unterarme zu schlagen. Im Pium ist zudem der Bauch als Schlagzone ausgenommen.

Um 1995 sei Jugger nach Deutschland gekommen, erzählt Schäfer. Reportagen in der Sendung »Galileo« in den Jahren 2006 und 2009 machten den Sport weiter bekannt. 2008 gründete sich der Juggerverein in Bielefeld. „Wir möchten den Sport bekannter machen und voranbringen", sagt Schäfer.

Der CVJM-Kreisverband ist im vergangenen Jahr auf die Sportart aufmerksam geworden. „Ein toller Sport, der allen viel Spaß macht", sagt Kreisvorsitzender Daniel Weßling, der am Sonntag ebenfalls mitspielt. Eine Besonderheit des Juggers liege darin, dass es keine nach Geschlechtern getrennten Mannschaften gibt. Gemischtgeschlechtliche Teams seien zugelassen und üblich. Zudem gebe es keine Altersklassen. Und Jugger komme ohne Schiedsrichter aus, da sich die Mannschaften selbst kontrollieren.

Zum ersten Juggerturnier sind alle Ortsvereine im Kreis eingeladen worden. Es sind zwei CVJM-Mannschaften aus Versmold dabei, eine Mannschaft des Versmolder Jugendzentrums, eine CVJM-Mannschaft aus Gütersloh, eine aus Münster und eine gemischte mit Spielern aus Langenheide, Borgholzhausen, Warendorf und Bielefeld.

»Die Regeln sind allerdings auch sehr leicht zu verstehen«

Viele der Teilnehmer haben den Mannschaftssport vorher weder geübt noch gespielt. „Die Regeln sind allerdings auch sehr leicht zu verstehen", sagt Weßling. Das Turnier läuft rasant und spritzig ab. Jüngere und ältere Spieler sind nach den jeweils drei Minuten dauernden Partien gleichermaßen aus der Puste – und gleichermaßen begeistert.

Am Ende siegt nach Punkten die CVJM-Mannschaft aus Gütersloh. Zweite wird die Mix-Mannschaft aus Pium, Langenheide, Bielefeld und Warendorf. An dritter Stelle liegt das Jugendzentrum Versmold, auf Platz vier die Mannschaft aus Münster. Platz fünf und sechs belegten die CVJM-Mannschaften aus Versmold.

Das Fazit am Sonntagabend ist, dass das Turnier in jedem Fall wiederholt werden soll. „Am liebsten im Jahresrhythmus", sagt Daniel Weßling.

Anzeige

Copyright © Haller Kreisblatt 2017
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha
Anzeige
Anzeige
Anzeige