Atempause an der Autobahn

Verzögerung an der Baustelle

Andreas Großpietsch

Kühn geschwungen: Samt Radweg wird die Hesselteicher Straße über die Autobahn geführt. Dass die Verbindung schon seit Wochen wieder nutzbar ist, scheint sich noch nicht überall herumgesprochen zu haben. Die Verkehrsbelastung wirkt noch recht gering. - © Foto: Andreas Großpietsch
Kühn geschwungen: Samt Radweg wird die Hesselteicher Straße über die Autobahn geführt. Dass die Verbindung schon seit Wochen wieder nutzbar ist, scheint sich noch nicht überall herumgesprochen zu haben. Die Verkehrsbelastung wirkt noch recht gering. (© Foto: Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. 1,2 Millionen Euro wurden 2016 für die Fortschritte der Autobahn 33 zwischen Bielefeld und Borgholzhausen ausgegeben – pro Woche. „Wir haben im vergangenen Jahr insgesamt 60 Millionen Euro verbaut“, sagt Sven Johanning, der Pressesprecher von Straßen.NRW, nicht ohne Stolz.

Bagger-Parkplatz: Die großen Maschinen sind derzeit nicht im Einsatz. Das winterliche Wetter sorgt für einen vorübergehenden Baustopp, doch das soll die pünktliche Fertigstellung nicht gefährden. - © Foto: Andreas Großpietsch
Bagger-Parkplatz: Die großen Maschinen sind derzeit nicht im Einsatz. Das winterliche Wetter sorgt für einen vorübergehenden Baustopp, doch das soll die pünktliche Fertigstellung nicht gefährden. (© Foto: Andreas Großpietsch)

Hinter dieser Summe stehen die Arbeiten an der Trasse, die immer deutlicher erkennbar in die Landschaft gefräst wird, aber auch die Lärmschutzwälle und Betonwände, die in vielen Bereichen schon gut erkennbar sind. Vor allem aber wurde das Geld in Brücken investiert, die künftig den Verkehr über die Autobahn führen werden.

Wie bei der Brücke für die Hesselteicher Straße. Das Bauwerk zählt wegen seiner Abmessungen sicher zu den eindrucksvollsten an der Trasse im Bereich Borgholzhausen. Vor allem die Höhe der Überführung und die deswegen nötigen langen Anrampungen sind für diesen Eindruck verantwortlich. Außerdem weist diese Teilbaustelle der Autobahn noch einige weitere Besonderheiten auf.

Stück für Stück

So mündet die Casumer Straße jetzt auf ungefähr halber Höhe der Rampe Richtung Bahnhof auf die Hesselteicher Straße. Außerdem entsteht in dem Rechteck, das die Autobahn und diese beiden Straßen bilden, noch ein großes Regenrückhaltebecken, so dass an dieser Stelle besonders viel Landschaft in Anspruch genommen wird. Auf der anderen Seite in Richtung Autobahnanschluss wird die A 33 tief ins Gelände eingeschnitten. Viele Wochen wurde im vergangenen Jahr daran gearbeitet, den Hügel Stück für Stück abzutragen.

Fast im Minutentakt wurden dort im vergangenen Jahr die großen Kippanhänger beladen. Der größte Teil des abgebauten Bodens wurde für die gewaltigen Rampen der Brücke der Hesselteicher Straße verwendet und konnte so mit einem Minimum an Verkehrsbelastung abtransportiert werden. „Von dem schönen Herbst zehren wir immer noch", sagt Sven Johanning. Genau dieser Umstand ist auch der Grund dafür, dass man bei Straßen.NRW über die derzeitige Verlängerung der Winterpause durch das Wetter nicht sonderlich beunruhigt ist.

„Und im Augenblick würde man wegen der hohen Feuchtigkeit gerade bei Bodenarbeiten auch mehr Schaden anrichten als Fortschritte zu erzielen", ist Johanning sich sicher. Dass es Phasen gebe, in denen wegen der Witterung nicht gebaut werden kann, sei aber bei der Gesamtplanung berücksichtigt worden. Deshalb wird im Augenblick nur in kleinerem Maßstab an den Bewehrungen der Grünbrücken gearbeitet, wo noch umfangreiche Betonierungen anstehen. Bei Minusgraden allerdings kann auch kein Beton eingebaut werden.

Auch das Aufbringen von Fahrbahnmarkierungen ist derzeit noch nicht möglich. Deshalb fehlen sie auch noch auf der Hesselteicher Straße. Allerdings zeigte sich bei deutlich stärker befahrenen Straßen wie zum Beispiel der B 68, dass die Autofahrer sich auch erstaunlich gut ohne die Aufteilung des Straßenraums durch weiße Linien orientieren. Und abgesehen von den Stoßzeiten, die durch den Schichtbeginn der Firmen an der Hesselteicher Straße bestimmt sind, wirkt die Nutzung der Verbindung derzeit noch nicht besonders stark.

Das sei in den ersten Minuten nach der Öffnung der Straße anders gewesen, erinnert sich Fred Peters. Der städtische Tiefbauexperte nahm zu diesem Zeitpunkt an einem Termin mit dem Bauunternehmen und dem Landesbetrieb Straßen.NRW teil und staunte nicht schlecht, wie schnell die Autofahrer ihr Terrain nach Monaten der Vollsperrung zurückeroberten. Vielleicht handelte es sich dabei aber vor allem um Anwohner, die nach der langen Phase der Einschränkungen endlich wieder ohne Probleme ihre Grundstücke ansteuern konnten.

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