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Konstant ist nur der stetige Wandel

Neues Borgholzhausen-Buch im Handel

Andreas Großpietsch

Ein besonderer Ort: Der Uphof nimmt im neuen Buch über Borgholzhausen breiten Raum ein, denn seine Bewohner waren über viele Jahrzehnte in Schlüsselpositionen tätig. Deshalb wird das Werk auch hier vorgestellt - von links: HK-Geschäftsführer Frank Wallner, Layouterin Sandra Neumann, Autor Carl-Heinz Beune und Bürgermeister Dork Speckmann. - © Foto: Andreas Großpietsch
Ein besonderer Ort: Der Uphof nimmt im neuen Buch über Borgholzhausen breiten Raum ein, denn seine Bewohner waren über viele Jahrzehnte in Schlüsselpositionen tätig. Deshalb wird das Werk auch hier vorgestellt - von links: HK-Geschäftsführer Frank Wallner, Layouterin Sandra Neumann, Autor Carl-Heinz Beune und Bürgermeister Dork Speckmann. (© Foto: Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Es ist sein drittes Buch über die Geschichte Borgholzhausens – und es ist vielleicht auch sein bestes. Denn je mehr sich Carl-Heinz Beune der Gegenwart nähert, desto größer wird die Fülle an Material, aus der auswählen kann. Und es ist eine kluge Wahl, die er getroffen hat. Denn sie konzentriert sich auf wenige Orte und wenige Personen, denen er den nötigen Platz einräumt, ihre Geschichten zu erzählen und damit den von ihnen repräsentierten Zeitabschnitt lebendig werden zu lassen.

Wie zum Beispiel bei Margarete Hänel, geborene Herden. Sie stammt aus Schlesien, erlebte dort als Kind den Krieg und wurde mit 17 Jahren vertrieben. Sehr anschaulich schildert sie das Leben in der alten und den nicht einfachen Start in der neuen Heimat, der aber mit viel Arbeit und Mühe gelang. Sie steht mit ihrer Lebensgeschichte stellvertretend für die vermutlich größte Umwälzung, die Borgholzhausen in seiner langen Geschichte erlebt hat.

Ein kleiner Ort und seine Verbindung zur großen Geschichte

1939 hatte die Stadt mit allen Ortsteilen noch 4800 Einwohner. Bis 1950 war die Zahl auf 7400 gestiegen – die meisten von ihnen vertrieben aus den verlorenen Gebieten im Osten. Die daraus resultierende Wohnungsnot war nur mit Zwangsbewirtschaftung von allem verfügbaren Wohnraum zu meistern. Kaum ein Haushalt, der davon nicht betroffen gewesen wäre. Dieser Aspekt ist es, der Carl-Heinz Beune bis heute bei seiner Arbeit in Erstaunen versetzt.

Info

Im Handel

Das neue Borgholzhausen-Buch ist in den Geschäftsstellen des Haller Kreisblatts, den Schreibwarengeschäften Leidinger, Ellerbrock und Herold sowie im Buchladen Frau Bergmann erhältlich.

• Am Wochenende wird es auch im Borgholzhausener Heimathaus angeboten, wo Carl-Heinz Beune es auch gern persönlich widmet.
Königin Luise: In Form dieser Büste schaut die Namenspatin des Luisenturms dem Autor bei der Arbeit über dei Schulter. - © Foto: Andreas Großpietsch
Königin Luise: In Form dieser Büste schaut die Namenspatin des Luisenturms dem Autor bei der Arbeit über dei Schulter. (© Foto: Andreas Großpietsch)

„Ich bin immer wieder fasziniert, wie sich die große Geschichte in einem kleinen Ort niederschlägt", erklärt Beune selbst, was ihn immer wieder in die Archive und an seinen Schreibtisch treibt. Nach dem Werk über die Ravensburg und über Borgholzhausens frühe Geschichte mit dem Untertitel »Die ersten 1000 Jahre« hat er nun den dritten Band seiner umfassenden Chronik vorgelegt, der das 19. und das 20. Jahrhundert umfasst.

Das Titelbild zeigt den Uphof, der auf seinem großzügigen Grundstück heute mitten in der Stadt und gleichzeitig ein wenig im Verborgenen liegt. In der Vergangenheit war er sicherlich ungleich präsenter, prägten seine Bewohner das kulturelle und das offizielle, vor allem aber das wirtschaftliche Bild der Stadt Borgholzhausen. Die »Majores« oder später eben Meier waren in den kleinen Orten viele Jahrhunderte lang die Einwohner mit dem größten Einfluss.

Und der größten Verantwortung, der nicht jeder Meier gerecht geworden ist. Der Ausdruck »abmeiern« hat sich bis heute gehalten und geht auf Fälle zurück, in denen der Landesherr seinen Untertanen auf dem Meierhof auch mal durch einen geeigneteren Nachfolger ersetzen konnte, den er zum neuen Meier bestellte. Auch das ist in der langen Geschichte des Uphofes vorgekommen, wie in der sehr umfangreichen Hofchronik nachzulesen ist.

Carl-Heinz Beune: Große Mengen Material hat er für sein neues Buch über Borgholzhausen zusammengetragen ud ausgewertet. - © Foto: Andreas Großpietsch
Carl-Heinz Beune: Große Mengen Material hat er für sein neues Buch über Borgholzhausen zusammengetragen ud ausgewertet. (© Foto: Andreas Großpietsch)

Carl-Heinz Beune hat natürlich nicht nur dort für sein neues Buch geforscht, sondern viele Details aus der Geschichte Borgholzhausens zusammengetragen. In seinem Arbeitszimmer mit dem kleinen Stehpult reihen sich Ordner an Ordner – unter dem freundlichen Blick einer Büste der preußischen Königin Luise, der Namenspatronin des bekannten Borgholzhausener Wahrzeichens. Auf 200 Seiten 200 Jahre Geschichte unterzubringen, erfordert auch den Mut, vieles wegzulassen, was es durchaus wert gewesen wäre, erzählt zu werden. Kurz, aber prägnant ist das Kapitel über das Borgholzhausener Betonzeitalter, denen die Stadt das Rathaus, die Gesamtschule und das Gemeindehaus verdankt. Auch der Geschichte der Raketenstation auf dem Sundern ist ein eigenes kleines Kapitel gewidmet. Es ist ebenso sorgfältig bebildert wie die übrigen Teile des Werks.

Als langjähriger ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins ist Beune bis heute bestens in seiner Stadt vernetzt und hat viele Bilderschätze für die öffentlichen Archive gesichert. Begeistert über die Fertigstellung der kleinen Buchreihe über die Geschichte Borgholzhausens zeigt sich Bürgermeister Dirk Speckmann. Er kann in seiner Stadt jetzt auf ein mehr als vorzeigbares Geschichtswerk zurückgreifen, das zudem rein ehrenamtlich entstanden ist. Es ist erschienen im Verlag des Haller Kreisblatts und wird rechtzeitig zum Start des Weihnachtsmarktes an diesem Wochenende im Handel erhältlich sein.

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