„Strom sparen kann jeder”

28.11.12
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Von Anja Hanneforth     Werther. Es geht nichts über ein praktisches Beispiel. Walter Treichel führte gestern ein solches im Haus Tiefenstraße vor. Er stellte die plausible Frage, was es wohl kostet, eine Tasse Kaffee - die die Besucher zuvor mit Genuss getrunken hatten - zu kochen. Niemand konnte ihm eine Antwort geben. Rund ein Cent, stellte sich heraus, nachdem Treichel einen Wasserkocher angestellt und einen Zähler zwischengeschaltet hatte. So richtig, förderte der Nachmittag zu Tage, ist aber kaum jemandem bekannt, welche Geräte wie viel Strom verbrauchen. Nur eines: „Zu viel!”

»Was bedeutet die Energiewende?«: Das war die Fragestellung, unter der Referent Walter Treichel seinen Vortrag im Haus Tiefenstraße gestellt hatte.

Ohne Strom, so viel dürfte klar sein, geht es nicht. Dass der immer teurer wird, hat verschiedene Gründe. Einer davon, weiß Walter Treichel, ist der inzwischen beschlossene Atomausstieg. Während die Bürger also versuchen müssten, Strom und damit Kosten zu sparen, müssten Bundesregierung und Stromversorger sehen, wie und wo Alternativen liegen.

„Wind ist hier das große Thema”, so Treichel, der aber auch ansprach, welche Schwierigkeiten zu erwarten sind, den Strom der Windräder aus Norddeutschland nach Süddeutschland zu transferieren. Die oberirdischen Stromautobahnen wolle niemand vor seiner Haustür haben, die unterirdischen seien aber zu teuer.

„Meine Hoffnung ruht auf »p2g«, power to gas, was übersetzt so viel heißt wie Energie zu Gas”, so Treichel. Mittels komplizierter Technik werde Strom in Gas umgewandelt, das dann in das bereits vorhandene Ferngasnetz eingespeist und so an den Ort der Wahl geleitet werden könne. „Es ist eine Entwicklung, die ich mit Spannung verfolge und von der ich hoffe, dass sie funktioniert”, so Treichel.

Die Energiewende bedeutet nach seiner Ansicht eine enorme Herausforderung. Man müsse vielseitig denken und viele Möglichkeiten in Betracht ziehen, wenn man auf Dauer auf Atomstrom verzichten wolle. So hatte Treichel einen Film mitgebracht, der das Thema »Energie aus der Erde« beleuchtete. Geothermie oder Erdwärme sei nicht nur eine saubere Energie, die kein schädliches CO2 produziere, sondern auch eine, die nahezu unerschöpflich sei und damit die Ressourcen schone. „Möglichkeiten sind also da”, betonte Treichel. Man müsse sie nur nutzen.

Da der Strom trotz aller Alternativen immer teurer werde, helfe nur eins, riet er den Gästen im Haus Tiefenstraße: bei Geräten wie Kühlschränken, Kühltruhen, Waschmaschinen, Fernsehern oder kleinen Dingen wie Glühlampen unbedingt auf deren Effizienz zu achten. Neue Geräte seien heute viel sparsamer als noch vor zehn Jahren, „wer also ein altes Gerät durch ein neues ersetzt, spart auf Dauer bares Geld.”

 
 
 
 
 


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