Stehende Ovationen für einen echten Anführer

25.11.12
Feuerwehr Heidenreich Werther 3,Feuerwehr Heidenreich Werther 2,Feuerwehr Heidenreich Werther 1

Werther (BNO). Mit Papierkram hatte es Hermann Heidenreich nicht so. Mit Namen auch nicht. Wenn es drauf ankam, marschierte er allerdings immer vorneweg. „Er war einer der Mutigsten bei den Einsätzen”, betonte Feuerwehr-Chef Joachim Heidemann am Samstag im Gerätehaus bei der Verabschiedung von Hermann Heidenreich, der den Wertheraner Löschzug 22 Jahre lang geleitet hat.

1979 war Heidenreich zum Löschzug Werther gestoßen, 1990 schließlich zu seinem Leiter ernannt worden. Ein forscher Fahrer sei er gewesen, ein Typ mit Ecken und Kanten. Einer, der sich das Leibchen mit der Aufschrift »Einsatzleitung« bei seinen über 2000 Einsätzen für die Freiwillige Feuerwehr nur überzog, wenn man es ihm aufnötigte. „Was Hermann sagte, wurde sowieso gemacht”, brachte es der Leiter der Wehr, Joachim Heidemann, auf den Punkt. „Dein Wort hatte immer Gewicht.”

Auch bei Rat und Verwaltung. Der Löschzugführer setzte sich stark für die Renovierung und den späteren Anbau des Gerätehauses ein. „Hermann Heidenreich hat dabei aber immer die wirtschaftliche Vertretbarkeit für die Stadt im Blick gehabt”, bedankte sich Bürgermeisterin Marion Weike für die langjährige, gute Zusammenarbeit.

Auch der Zusammenhalt in der Truppe stimmte unter Heidenreich: „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil hier eine Mannschaft war, die mir die Kleinigkeiten und den dicken Kopf verziehen und unser gemeinsames Ziel nie aus den Augen verloren hat: Menschen in Not zu helfen”, betonte der scheidende Löschzugführer und bilanzierte: „Es ist vorbei. Es war schön. Danke!”

Dass es aber für den 62-Jährigen, der seinen Posten aus beruflichen, privaten und gesundheitlichen Gründen niedergelegt hat und am Samstag zum Ehrenlöschzugführer ernannt wurde, in der Freiwilligen Feuerwehr aber noch lange nicht vorbei ist, daran erinnerte ihn der Präsident der Ehrenabteilung, in die Heidenreich nun wechselt: „Du wirst dich wundern, was auf dich zukommt”, sagte Wilfried Peperkorn mit einem Augenzwinkern, „bei uns ist nämlich auch jede Menge los.”

Hermann Heidenreich versäumte es nicht, seinem Nachfolger Rainer Ermshaus alles Gute zu wünschen. Der 46-Jährige begann 1983 bei der Jugendfeuerwehr seine Karriere, ist seit 1986 im aktiven Dienst und hat alle Lehrgänge durchlaufen, die die Feuerwehrausbildung zu bieten hat.

Als Brandoberinspektor ist er momentan der Dienstranghöchste im Löschzug. Was aber nicht der Hauptgrund für seine Ernennung für sechs Jahre war: „Er ist zudem technisch auf der Höhe, sehr ruhig, einsatzfreudig und kameradschaftlich”, lobte Joachim Heidemann den neuen Löschzugführer im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt. Ermshaus zur Seite steht Frank Peperkorn, der bereits neun Jahre lang den Vorgänger Hermann Heidenreich vertreten hat. Zum neuen Gerätewart wurde Thorsten Babbel ernannt.

 
 
 
 
 


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