„Ihr müsst es unbedingt wollen!”

25.11.12
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VON FLORIAN GONTEK     Halle. Stefanie Heinzmann (23) ist stolz. Mächtig stolz. Man merkt es, wenn man sie an der Seite der Bühne beobachtet. Sie steht da fast unscheinbar und lauscht den Stimmen der »Sing a Song« Finalisten und den kräftigen Tönen der Trompeten der Bundeswehr-Musiker, die die Nachwuchssänger begleiten. Heinzmann ist Schirmherrin und »Headliner« des „Sing a Song”-Talentwettbewerbs der NRW-Lokalradios, der am Samstagnachmittag mit den Jungs von »Unheilig« und drei Konzerten in vier Stunden im Gerry Weber Stadion einen furiosen Abschluss fand. 5200 Zuschauer wollten dabei sein.

Die Big Band der Bundeswehr machte dabei den Anfang. Unterstützt von Saxophon, Trompete und Posaune intonierte die sambische Sängerin Bwalya einen Mix aus neueren Songs (Pinks »So what«), aber auch Klassikern wie Shirley Basseys »Big Spender« und eine Auswahl der britischen Kultband »Simply Red«, die sich im April 2010 nach ihrer Welttournee auflöste.

Stefanie Heinzmann beobachtet all das mit Interesse. Schon eine halbe Stunde vor ihrem Konzert kommt sie an die Seite der Bühne, hält einen Plausch mit Bruder und Manager Claudio, ehe sie selbst auf die Bretter tritt. Begeistert sei sie von den vielen Talenten, die es in Nordrhein-Westfalen gäbe, erzählt die 23-Jährige.

Einen Tipp an die Finalisten des Radio-Gesangswettbewerbs hat sie auch noch: „Ihr müsst es unbedingt wollen und Spaß haben.” Stefanie Fabienne Heinzmann weiß, wovon sie spricht. Sie selbst wurde vor knapp fünf Jahren deutschlandweit bekannt, als sie einen von Multitalent Stefan Raab konzipierten Nachwuchswettbewerb gewann - in Deutschland, als Schweizerin. Ihr Aufstieg seitdem: kometenhaft. Echo, Goldene Schallplatte, 1Live Krone. Ihr erstes Album »Masterplan« verkaufte sich 240 000 Mal, mit ihrem neuen Album »Stefanie Heinzmann« tourt sie seit Mitte November durch Deutschland, Halle ist dabei ihre letzte Station. Begleitet von der Big Band der Bundeswehr singt sie noch einige Stücke, ehe sie die Bühne verlässt - aber nur kurz. Schon ist sie wieder da.

 

 

Betriebstemperatur steigt

 

 

Gemeinsam mit »The Fonky Fonks«, die sie als Band auf ihrer Tournee begleiten. Das Haller Publikum braucht ein wenig, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Erst mit »Mean Man«, dem dritten Song an diesem Abend, taut die Halle auf. Nach einem Cover des Alex-Clare-Hits »Too Close« ist beim Song »Fire« der Funken auf die Zuschauer übergesprungen. Die „schönen Hände” des Publikums, die Stefanie Heinzmann immer wieder gut gelaunt und ein wenig staksig tanzend fordert, sieht sie jetzt häufiger. Schnell hält die Künstlerin die Ekstase in der Halle mit einem Foto fest, dann leitet die Schweizerin mit ihren aktuellen Hits »Show me the way« und »Diggin« das Ende der Show ein. „Das war der beste Tourabschluss meines Lebens”, lässt die gepiercte Sängerin das Publikum zum Abschluss ihres Auftritts wissen.

 

 

Der Frontmann zieht

 

 

Dann ist Pause. Vorfreude. »Der Graf« kommt. Es ist schwierig einen Fan zu finden, der nicht wegen »Unheilig« und ihrem markanten Frontmann hier ist. Die Fans an den Wellenbrechern in der ersten Reihe geben ihre Plätze nicht mehr her, einige sind der Hitze in der

Halle nicht mehr gewachsen. Für Manuela Greime ist das Routine. Es ist bereits ihr 18. »Unheilig«-Konzert in diesem Jahr. Auch für dieses hat sie den weiten Weg aus München wieder auf sich genommen. Ihre Vorfreude auf das Konzert? „Wie immer riesig.” Kerzen stehen auf der Bühne, Herzschlag dröhnt aus den Boxen. Dann kommt »Der Graf« auf die Bühne gesprungen. Das Publikum springt mit. Dass »Unheilig« in Deutschland eine Riesennummer ist, zeigt auch ihr aktuelles Album »Lichter der Stadt«, dass vielleicht erfolgreichste des Jahres, wie Moderator Tobias Häusler preist. Die Fans jedenfalls sind textsicher, beherrschen jede Zeile. Auch Pia (11).
Ihr Lieblingssong heißt »Maschine«, es ist das neunte Lied an diesem Abend. »Der Graf« trägt sein schwarzes Sakko, Standardgarderobe zu Beginn jeder seiner Shows, bei diesem Song schon lange nicht mehr. „Am »Grafen« mag ich eigentlich alles. Besonders, wie er tanzt”, sagt Pia und lächelt.

 
 
 
 
 


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