Des Schnatwegs breite Schneise

24.11.12
AGH_4798

Von Andreas Großpietsch     Halle-Künsebeck. Zunächst schlugen die Sägen breite Schneisen in die Kiefernwälder an der Grenze zwischen Halle und Steinhagen, dann rissen die Bagger die Baumstümpfe aus dem Boden: Links und rechts des Schnatwegs haben die Straßenbaumaßnahmen begonnen, die Halles Verkehrsprobleme lösen sollen.

Wobei nur an einer Stelle wirklich gebaut wird: an der Brücke, die in Zukunft den neuen Teil des Schnatwegs über die Hilterweg genannte Schotterstrecke führen soll. Noch sieht das Gelände eher aus wie ein großer Krater, der mitten in den Wald gesprengt wurde.

Doch ganz unten in der Baugrube wächst das Fundament der Brücke aus dem Boden. Die künftige Trasse des Schnatwegs wurde ebenfalls gerodet und lässt sich schon gut erkennen. Diese neue Straße soll bereits Ende des Jahres 2014 die B 68 mit der Autobahnausfahrt verbinden.

Sie endet im selben Kreisverkehr, der Ausgangspunkt der geplanten Haller Entlastungsstraße wird, die durch das Industriegebiet Ravenna-Park bis zur Anschlussstelle Tatenhausener Straße gebaut werden soll. Auch diese Straße soll Ende 2014 fertiggestellt sein. Derzeit ist die Stadt dabei, sich die letzten dafür benötigten Grundstücke im Rahmen eines Umlegungsverfahrens zu sichern.

Am Schnatweg ist der Landesbetrieb Straßen.NRW Bauherr und hat sein Projekt auf Wunsch der Stadt Halle vorgezogen. Denn der neue Schnatweg wird zwar zur Autobahnauffahrt Schnatweg führen, doch wann diese wirklich nutzbar ist, steht dahin. „Ende 2014 wird das Steinhagener Teilstück sicher nicht fertig sein und derzeit gebe ich auch keine Prognose zum Fertigstellungstermin ab”, sagt Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebs.

Beim Schnatweg sieht die Sache anders aus. Die Rodungsmaßnahmen dienen vor allen Dingen der sogenannten Baufeldvorbereitung. Sie dürfen aus Naturschutzgründen nur in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar vorgenommen werden.

Eine Ausnahme bildet eine ganz besondere Maßnahme der Baufeldvorbereitung, bei der allerdings keine Bagger, sondern nur kleine Handschäufelchen eingesetzt werden. Trotzdem ist es den Archäologen gelungen, den Grabhügel aus der Bronzezeit im Rahmen ihrer Notgrabung fachmännisch zu beseitigten. Bis Ende des Jahres soll die Arbeit beendet sein.

Anfang des neuen Jahres schlägt dann die Stunde der Straßenbauer. Aus dem alten, schmalen Schnatweg soll eine leistungsstarke Verkehrsader werden, die an der Einmündung auf die B 68 28 Meter Breite haben wird. In diesen Abmessungen sind Gräben, Bankette, der Radweg und die vier Fahrspuren im Einmündungsbereich untergebracht.

Auch die B 68 wird an dieser Stelle verbreitert. Aus Richtung Halle wird sie neben der Hauptfahrbahn zwei getrennte Spuren für Rechts- und Linksabbieger aufweisen. Die Rechtsabbiegespur wird erst 200 Meter unterhalb der Kreuzung mit der Geradeausspur des Schnatwegs in Richtung A 33 zusammengeführt.

Der Schnatweg erhält im Kreuzungsbereich zur Bundesstraße drei Fahrspuren. Zusätzlich soll eine Verkehrsampel dafür sorgen, dass erhebliche Anteiles des Verkehrs in Richtung Entlastungsstraße geführt werden. Aus Richtung Steinhagen kommend wird die B 68 durch eine großzügige Linksabbiegespur ausgeweitet.

 
 
 
 
 


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