»Heiße Eisen« bei der CDU

22.11.12
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Werther (Felix). Der Wandel in der Schullandschaft, eine aus ihrer Sicht potenzielle Gefährdung der PAB-Gesamtschule sowie die Bebauung des Blotenberges - das waren die drei wichtigsten Themen im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung des CDU- Stadtverbandes. Am Montagabend trafen sich 25 Christdemokraten in der Gaststätte Obermann. Vorsitzende Anke Brillen ließ dabei das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren.

Wahlen standen bei der turnusmäßigen Mitgliederversammlung nicht an. Dafür galt es, gleich drei langjährige Mitglieder zu ehren. Seit mehr als zehn Jahren ist Dieter Rosse im Stadtverband aktiv. Lange leitete er den Ausschuss für Soziales im Rat der Stadt, fungierte als stellvertretender Bürgermeister. Für seine besonderen Verdienste um die Partei erhielt er nun eine Ehrenurkunde sowie eine Medaille.

Seit 25 Jahren tritt Herward Lieneweg für die Positionen der Partei ein. Und sage und schreibe 40 Jahre ist Aloys Wegener nun schon den Christdemokraten treu. Nicht nur Stadtverbandsvorsitzende Anke Brillen und Vize Karl-Hermann Grohnert bedankten sich bei den dreien. Auch die stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU, Elke Hardieck, war eigens zur Versammlung gekommen, um den Geehrten zu gratulieren und sie für die nächsten Jahrzehnte zu motivieren: „Weiter so.”

„2012”, so Anke Brillen in ihrem Jahresrückblick, „war für uns ein interessantes Jahr. Wir haben uns als CDU neu aufgestellt und einen Sieben-Punkte-Plan entworfen.” Gerne blickte sie auf den neu eingeführten Schwarzbier-Abend zurück, zu dem Lena Strothmann gekommen war. Und auch der Ehren-Werther soll in den kommenden Jahren regelmäßig verliehen werden. „2012 war natürlich auch das Jahr der Wahlniederlage im Kreis”, räumte sie ein. „Ich bedanke mich bei allen, die die Arbeit ehrenamtlich unterstützt haben.”

Dass in der Nachbargemeinde Halle eine Sekundarschule oder gar eine große Gesamtschule entstehen soll - die CDU in Werther sieht das mit Sorge. Schließlich sei „die Zeit der Baby-Boomer vorbei”, die Schülerzahlen seien rückläufig. „Bis 2020”, erläuterte Anke Brillen, „werden es bis zu 7500 Schülerinnen und Schüler weniger im Kreis sein.”

„Das könnte den Bestand der Gesamtschule bedrohen”, befürchtet Anke Brillen. „Denn”, so die CDU-Frontfrau: mit den Schülern aus Werther alleine würden sich keine zwei Klassen bilden lassen. Der klare Wunsch der CDU: „Wir sollten uns im Nordkreis unbedingt miteinander abstimmen.”

Sehr kritisch sah man in den Reihen der Mitglieder diese Entwicklung. „Der Schulfrieden ist das Dümmste, was die Landes-CDU in jüngster Zeit gemacht hat”, befand Ralf Biermann. „Die Ergebnisse einer gut geführten Realschule wie in Halle wird eine Sekundarschule nicht halten können”, mutmaßte er. Und überlegte in Richtung Inklusion: „Das ist die Frage, ob man damit wirklich allen Schülern gerecht wird.” Offen gab er seiner Verwunderung darüber Ausdruck, dass die Gesamtschule nicht einfach die Schüler der Hauptschule in Halle aufnimmt.

Mit dem Blotenberg fasste die Mitgliederversammlung ein zweites heißes Eisen an. „Ein Bürgerbegehren”, unterstrich Anke Brillen, „ist bei einem Bau-Leit-Antrag unzulässig.” Einmal mehr stellte sie klar: „Die CDU lehnt die Wohnbebauung am Blotenberg ab. Aber wir sind im Rat überstimmt worden.” Die Nordhanglage und die Feinstaubbelastung würden den Blotenberg zu keinem attraktiven Wohngebiet machen.

Mehr als drei Millionen Euro, rechnete Karl-Hermann Grohnert vor, müsste die Stadt zunächst für die Erschließung in die Hand nehmen. „Die müssten frei finanziert werden. Das Risiko ist groß, dieses Geld nicht wieder hereinzubekommen.” Für die CDU bleibt das Süthfeld II die bessere Alternative. „Der Eigentümer”, so Grohnert, „ist verkaufsbereit. Und: Es müsste keine Entlastungsstraße gebaut werden.” Sehr wohl indes kann sich die CDU vorstellen, auf dem Areal des ehemaligen Hofes Overbeck Bürogebäude zu errichten.

Einige Mitglieder erinnerten daran, dass die CDU in den Jahren von 1999 bis 2009 die Bebauung des Blotenberges sehr wohl unterstützt hatte. Andere wiesen darauf hin, dass gerade eine Stadt wie Werther, die - so Schätzungen - in den kommenden Jahren schrumpfen werde, attraktive Baugebiete ausweisen müsse. Wieder andere erinnerten an die Situation um die leer stehenden Gebäude am Wertherberg.

Ein weiteres Thema, das die Mitglieder beschäftigte, war die Situation um die Kläranlage. „Wir sind auf dem Weg, ein Entwässerungskonzept zu entwickeln”, so Karl-Hermann Grohnert. Die Kläranlage an der Warmenau habe eine Zulassung bis 2016. Und die werde ohne grundlegende Renovierung nicht verlängert. Entstehen soll dafür möglicherweise eine Zentral-Kläranlage am Schwarzbach.

 

 

 
 
 
 
 


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