„Außerordentlicher Glücksfall”

19.11.12

Von Detlef Hans Serowy     Werther. „Den Erfolg haben wir uns hart erarbeitet”, sagt Davide Cuccarano-Lessing. Insgesamt 600 Mahlzeiten gibt das Studentenwerk Bielefeld heute in seiner Verantwortung pro Tag an den beiden Standorten der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule aus. Das war nicht immer so. Nur 200 Mahlzeiten waren es 2009 bei insgesamt knapp 1600 Schülern, Lehrern und Angestellten. Einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Mensa hat die Auerbach Stiftung aus Nürnberg geleistet.

„Wir besuchen alle unsere Projekte zweimal und überzeugen uns davon, dass das Geld gut angelegt ist”, verdeutlicht Michael Gessler am Donnerstagmittag in der Gesamtschule in

Werther.
Rund vier Millionen Euro stellt Tjark Auerbach, Gründer der Stiftung und Gesellschafter der Softwarefirma Avira, jährlich zur Verfügung. „Dieses Geld geben wir auch aus”, betont Michael Gessler und berichtet von 50 Projekten, die pro Jahr gefördert werden.

In Werther und Borgholzhausen hat die Stiftung 24 Monate lang zwei 400-Euro-Stellen finanziert, ohne die der Erfolg der Mensa nicht möglich gewesen wäre. „Jede Klasse der Schule hat regelmäßig zwei Wochen Mensadienst und das darf nur stattfinden, weil zwei fachkundige Frauen die Schüler im Vorfeld schulen und bei der Arbeit überwachen”, erklärt Sigrid Kownatzki, Vorsitzende des gemeinnützigen Mensavereins.

Der Verein hatte sich 2009 gegründet, um das Ruder bei der Mensanutzung herumzureißen. Mit dem Studentenwerk wurde 2010 ein neuer Caterer gefunden. Küchenleiter Davide Cuccarano-Lessing ist für viele tausend Mahlzeiten am Tag verantwortlich. Sein Essen muss Kindergartenkindern, Schülern, Studenten, Angestellten, Lehrern und Professoren schmecken. Für die Speisen sind in der Gesamtschule Fachkräfte vom Studentenwerk zuständig.

Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Dienste rund um die Essensausgabe. „An der Kasse sitzt ein Schüler und bucht das Guthaben vom Chip ab”, erläutert Susie Frisch, Abteilungsleiterin des Schulstandorts

Werther.
Jeweils 15 Mädchen und Jungen geben in Borgholzhausen und Werther das Essen aus, kümmern sich um die Reinigung des Geschirrs und verrichten andere Arbeiten.

Küchenmeisterin Jeanette Pankoke und Diätassistentin Ulrike Heilers sorgen an beiden Standorten dafür, dass die Jugendlichen sich an Hygienevorschriften halten und ihre Arbeiten fachgerecht erfüllen. „Diese beiden Stellen wurden von der Auerbach Stiftung finanziert und dafür sind wir sehr dankbar”, betont Wilma Pilz, Abteilungsleiterin für den Schulstandort

Borgholzhausen.
Die Finanzierung läuft Ende des Jahres aus, der Mensaverein sucht deshalb neue Förderer.

„Wir haben unsere Reserven und die Arbeit geht natürlich weiter”, stellt Sigrid Kownatzki klar. Der Kreis Gütersloh leistet einen finanziellen Beitrag und von jeder Mahlzeit fließen 15 Cent an den Verein. „Der Spirit muss weitergehen”, fordert Michael Gessler. Die Auerbach Stiftung fördert nur Projekte, die nachhaltig Bestand haben und nicht nach der Förderung vor dem Aus stehen.

Von einem „außerordentlichen Glücksfall” spricht Wilma Pilz mit Blick auf den Caterer Studentenwerk, den Mensaverein und die Stiftung. Alle Beteiligten seien sich einig, dass der Erfolg der Mensa gesichert werden müsse. Die Weichen dafür sind gestellt. Durch den regelmäßigen Mensadienst aller Klassen ist die Akzeptanz der Einrichtung bei den Schülern stark gestiegen. Für ihren Dienst dürfen die Jugendlichen kostenfrei essen und kommen so auf jeden Fall in Kontakt mit der Mensakost.

Trotzdem fehlen dem Mensaverein jetzt rund 10 000 Euro pro Jahr für Personalkosten. Wer sich hier engagieren möchte, kann unter ` (0 52 03) 97 42 60 Kontakt mit der Schule aufnehmen.

 

 

 

 
 
 
 
 


« zurück