Leitsystem für den Notfall

17.11.12
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Borgholzhausen (Fe). „Gut, dass wir die Schilder haben, aber ich hoffe, dass wir sie nicht brauchen.” So Schulleiterin Ursula Husemann von der PAB-Gesamtschule. Unter dem Motto »Einsatzort Schule« hat der Kreis in Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr in einem Modellprojekt durch gut 100 Schilder pro Standort die Kreisgesamtschule sicherer gemacht. Einsatzkräfte können sich im Ernstfall dort besser orientieren.

Dieter Jung von der Kreispolizeibehörde stellte vor Ort in Borg-holzhausen die vielen neuen Schilder vor. Dieses Einsatz-Orientierungssystem sorge dafür, dass Rettungs- und Einsatzkräfte möglichst schnell dort sind, wo sie gebraucht werden. Denn gerade in den verschachtelten Gebäuden weiterführender Schulen könnten sich Fremde nur schlecht zurechtfinden. Viele Eltern hätten das bereits auf der Suche nach dem Klassenraum ihres Kindes erleben müssen. Viele Eingänge, Treppenhäuser und Notausgänge, mehrere gleich aussehende Trakte machten die Orientierung schwierig. In Borgholzhausen sind durch Um- und Anbau mehrere Gebäude entstanden, die Turnhalle der Grundschule steht auf dem Gelände der Gesamtschule - für einen Ortsunkundigen ein heilloses Durcheinander.

Das gilt natürlich genauso für die Einsatzkräfte. Feuerwehr und Polizei müssen bei Notfällen oft schnell einschreiten. Dafür brauchen sie aussagekräftige Wegweisungen zu Zielen wie Verwaltung, zur Mensa oder zur Aula. Oft sind die Schulen selbst nicht einmal bezeichnet. Nur wenn die Eingänge, Notausgänge und Treppen eindeutig bezeichnet sind, können sich die Einsatzkräfte schnell zurechtfinden.

Dieter Jung: „Das Gütersloher Modellprojekt »Einsatzort Schule« legt das Augenmerk auf eine besondere, einheitliche Kennzeichnung in der Schule.” Das spiele eine besondere Rolle bei Schulzentren, damit es bei den zahlreichen Gebäuden zu keiner Verwechslung komme. Die äußeren Schilder passen sich in der Farbe der jeweiligen Schule an, innen sind es immer blaue Schilder mit weißer Leuchtaufschrift.

Pro Standort zahlt der Kreis für die kreiseigenen Schulen 5000 Euro, den Rest muss die Schule selber finanzieren. In Pium hat es rund 6500 Euro gekostet.

Die erste ausgeschilderte Schule war das »Reinhard-Mohn-Berufskolleg« in Gütersloh, hier wurden die Markierungen bereits im April 2010 angebracht. In zwei Jahren, so schätzt Dieter Jung, werden alle weiterführenden, kreiseigenen Schulen mit diesem Sicherheitsstandard ausgerüstet sein.

„Es gibt zahlreiche Kontakte mit Polizeidienststellen und Schulträgern in Deutschland, den Niederlanden und Österreich, die sich für das Gütersloher Projekt »Einsatzort Schule« interessieren”, berichtet Dieter Jung nicht ohne Stolz. Denn Argumente dagegen gebe es nicht.

 
 
 
 
 


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