Dauerrente für die Bauern

08.08.12
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von remmert feldkirch     Borgholzhausen. Die vorgestellte, kleine Verschwenkung der Trasse für die geplante 380-kV-Leitung hält Arnold Weßling für realisierbar. Wir sprachen mit dem Kreisvorsitzenden der Bauern und dem Piumer CDU-Fraktionschef Arnold Weßling über die Planungen zur Hochspannungs-Freileitung in Borgholzhausen. Es sei allen Beteiligten klar geworden, wie hoch die Betroffenheit der Menschen ist, die schon jetzt ganz dicht an der Leitung leben müssen.

In dieser Sache trägt Arnold Weßling Verantwortung gleich auf beiden Schultern. Einmal will er die Interessen der Piumer gewahrt wissen, auf der anderen Seite sind es die Landwirte, über deren Grundstücke die Leitung verläuft. Da sind die Schwerpunkte durchaus unterschiedlich.

Für die Betroffenheit der Menschen an dieser Trasse habe er durchaus Verständnis, so Weßling. Deshalb müsse die Sache auch sorgfältig bearbeitet werden, denn die Leitung werde für die nächsten 100 Jahre geplant. Neben der gesundheitlichen und optischen sei es auch eine Geräusch-Belastung. Bei der neuen Leitung gebe es zwar fast nur noch die Hälfte der jetzigen Masten, die sind dann aber auch doppelt so groß, wesentlich dominanter. „Landschaftlich und ästhetisch ist das eine andere Größenordnung.” Doch die Entwertung von bebauten Grundstücken sei bisher noch nie abgegolten worden.

 

 

In Kürze werde eine Info-Veranstaltung für die betroffenen Landwirte organisiert. Da stehe die Frage der Entschädigung aber noch nicht an. Es soll einen neuen Rahmenvertrag für Landwirte geben. Ziel: eine Dauerrente für die Grundstückseigentümer, abhängig von der durchgeleiteten Strommenge. Das bekämen die Städte schließlich auch.

Die rechtliche Situation sieht Arnold Weßling so: Der Bundesnetzausbauplan habe noch den Stand vor der Energiewende, und das sei auch gut so. Man müsse sehen, wie die Landesregierung dazu stehe. „Es scheint alles in Richtung schnelle Umsetzung zu laufen.”

Eine Erdverkabelung sei problemlos, wenn man mit Gleichstrom arbeiten würde, das sei aber nicht geplant. Dafür gebe es bis jetzt auch keine Rechtsgrundlage. Für die Firma Amprion, die das Netz ausbauen wird, weiß Arnold Weßling, komme eine Erdverkabelung überhaupt nicht in Betracht. Weder gesetzlich noch technisch gebe es dafür Grundlagen. Priorität sei für Amprion: »Da, wo die Trasse ist, da gehen wir durch«. Eine Verschwenkung der Trasse wird bei den Grundeigentümer schwer durchzusetzen sein, so die Einschätzung von Weßling, „ich sehe das mit großer Sorge.” Er befürchtet, wenn die Energiewende rasch umgesetzt werden muss, dann müssen die Belange der Menschen entlang der Trasse hintenan stehen. In nur drei bis vier Jahren wolle Amprion mit der Leitung fertig sein.

Aus naturschutzfachlichen Gründen sei die große Verschwenkung, die Amprion vorgeschlagen hat, mit sehr großen Fragezeichen behaftet. Wenn man dann überhaupt alle Grundstückseigentümer davon überzeugen könne, dann sei seiner Meinung nach nur die kleine Verschwenkung machbar und realistisch.

Am Schluss stellte Arnold Weßling klar: „Weder die Landwirtschaft noch die Anwohner brauchen die Leitung, für uns ist das nur eine Belastung.” Da sollte man lieber auf mehr denzentrale Stromerzeugung setzen, dann wäre eine neue Höchstspannungs-Freileitung gar nicht nötig.

 

 

 
 
 
 
 


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